Freitag, 11.10.2013 | Autor: Judith Engst, Foto: Agentur: MEV

Steuern sparen: Wie Sie das Finanzamt am behindertengerechten Umbau beteiligen

Foto: Agentur: MEV
Worum geht´s

• Behindertengerechter Umbau
• Barrierefreiheit
• Steuerliche Absetzbarkeit
 

Stichworte zu diesem Thema

„Barrierefrei“ heißt aktuell einer der wichtigsten Wohntrends. Die Gesellschaft wird immer älter, und zwangsläufig nehmen auch die Behinderungen zu. Deshalb sind behindertengerechte Wohnungen gefragt - ob als Eigenheim oder Mietwohnung. Fragt sich nur, ob und wie sich ein solcher Umbau steuerlich absetzen lässt.

Zehntausende von Euro kann es kosten, eine Wohnung oder ein Haus barrierefrei umzubauen, damit behinderte Bewohner die Immobilie nutzen können. Das heißt: Die finanzielle Belastung ist hoch. Immerhin einen Trost gibt es: Sie können das Finanzamt an den Kosten beteiligen.

Wenn Sie Eigenheimbesitzer sind, lassen sich die notwendigen Umbaumaßnahmen als außergewöhnliche Belastung absetzen, entschied der Bundesfinanzhof (22.10.2009, Az. VI R 7/09 und 24.02.2011, Az. VI R 16/10). In diesem Fall müssen Sie die Notwendigkeit allerdings gegenüber dem Finanzamt nachweisen. Dafür reichen Sie ein ärztliches Attest ein oder den Behindertenausweis.

Absetzbar sind die Kosten übrigens auch dann, wenn die Umbaumaßnahmen den Wert der Immobilie steigern, so der BFH. Die Umbaukosten können Sie zusätzlich zur Behindertenpauschale geltend machen.

Als Vermieter sind Sie nicht in der Pflicht, die Notwendigkeit solcher Umbaumaßnahmen nachzuweisen. Ihre Mietimmobilien behindertengerecht zu gestalten, ist Ihre freie Entscheidung. Einzige Voraussetzung: Die Gewinnerzielungsabsicht darf durch die Höhe der Kosten nicht zweifelhaft sein.

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.
Wohnt in Ihrem Haus ein behindertes Kind oder ein Senior mit Behinderungen? Dann können Sie die Kosten für einen behindertengerechten Umbau auch dann absetzen, wenn Sie die Immobilie nicht vermieten. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Entscheidung des Bundesfinanzhofs hervor. Besonders interessant: Die Kosten sind Sonderausgaben und keine Werbungskosten. Das heißt, sie mindern Ihre Steuerlast auf jeden Fall und das unabhängig von der Einkunftsart.
„Barrierefreies Wohnen“ heißt ein Schlagwort unserer Zeit. Es geht darum, Häuser senioren- und behindertengerecht zu machen. Ob durch eine Rollstuhlrampe am Hauseingang oder eine Verbreiterung der Türen. Ob durch die Anbringung von Haltegriffen im Bad oder den Einbau einer Sitzwanne. Allerdings sind solche Umbauten nicht ganz billig. Nur gut, dass Sie die Kosten absetzen können.

 meineimmobilie.de-Tipp

Als Eigenheimbesitzer machen Sie die Umbaukosten im Mantelbogen Ihrer Steuererklärung geltend. Tragen Sie die Rechnungsbeträge unter der Überschrift „Andere außergewöhnliche Belastungen“ ein und schicken Sie die Rechnungen sowie das ärztliche Attest bzw. eine Kopie des Behindertenausweises als Beleg mit.


Wenn Sie Vermieter sind, können Sie die Kosten entweder als nachträgliche Herstellungskosten abschreiben, wenn etwas gänzlich Neues entsteht oder die Wohnung dadurch wesentlich erweitert wird. Sie müssen dann den Gesamtbetrag auf die Nutzungsdauer verteilen (üblicherweise über 50 Jahre).


Ist der behindertengerechte Umbau dagegen lediglich eine Instandsetzung bzw. Modernisierung, können Sie den Gesamtbetrag auf einmal als Werbungskosten absetzen. Das ist etwa der Fall, wenn Sie ein altes Bad durch ein barrierefreies, neues Bad ersetzen.


Ebenfalls auf einen Schlag absetzen können Sie Herstellungskosten, die den Betrag von 4.000 € pro Kalenderjahr nicht überschreiten. Diese Kosten machen Sie dann auch als Erhaltungsaufwand geltend.