Montag, 15.03.2010 | Autor: Anette Stein/mb

Steuerlich geförderte Denkmal-Pflege

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Denkmal-Immobilien sind noch ein echtes Steuerschlupfloch: hohe Sonderabschreibungen sind vor allem für Selbstnutzer möglich. Tipps rund um die Denkmal-Immobilie.

Nach dem Kauf eines Baudenkmals oder Sanierungsgebäudes sind bestimmte Baumaßnahmen nach Paragraf 10f EStG steuerlich begünstigt. Das heißt, Investoren können die reinen Modernisierungskosten acht Jahre lang mit jährlich neun Prozent und weitere vier Jahre lang mit sieben Prozent steuerlich geltend machen. Für die Anschaffungskosten (ohne die Renovierungskosten) gibt es zusätzlich die lineare Absetzung für Abnutzungen (AfA).

Denkmal-AfA

Gerade Selbstnutzer von Denkmal-Immobilien profitieren von den hohen steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten (zehn Jahre lang jeweils neun Prozent der Sanierungskosten). Allerdings muss es sich dabei um Baumaßnahmen an einem bestehenden Gebäude handeln - der Neubau oder Wiederaufbau wird nicht gefördert. Grundsätzlich betroffen von dieser Sonderabschreibung sind:

  • Baudenkmäler mit Baumaßnahmen, die nach Art und Umfang zur Erhaltung des Gebäudes als Baudenkmal oder zu seiner sinnvollen Nutzung erforderlich sind,
  • Gebäudeteile, die für sich allein zwar nicht die Voraussetzungen für ein Baudenkmal erfüllen, aber Teil einer Gebäudegruppe oder Gesamtanlage sind, die als Einheit geschützt ist,
  • Gefördert werden Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen von Sanierungsgebäuden im Sinne des Paragraf 177 BauGB (Baugesetzbuch) sowie Maßnahmen, die der Erhaltung, Erneuerung und funktionsgerechten Verwendung von geschichtlich, künstlerisch oder städtebaulich bedeutenden Gebäuden dienen.

Steuerliche Förderung für die Herstellungskosten gibt es, wenn ein unrenoviertes Baudenkmal oder Sanierungsgebäude erworben und nach dem Kauf auf eigene Verantwortung für die Durchführung der genannten Maßnahmen gesorgt wird.

Erhaltungsaufwand von Denkmal-Immobilien

Anders ist es, wenn der Käufer ein bereits renoviertes Gebäude erwirbt, an dem noch der Verkäufer die Baumaßnahmen vorgenommen hat. Dann erhält der neue Eigentümer eine steuerliche Förderung nur für den Teil der Anschaffungskosten, der auf die nach Abschluss des Kaufvertrags stattgefundenen Baumaßnahmen entfällt.

Wer ein Baudenkmal oder Sanierungsgebäude schon länger besitzt, kann die genannten Maßnahmen als Erhaltungsaufwand in vergleichbarer Weise geltend machen. Und Achtung: Wiederaufbau oder Neubau werden nicht gefördert (BFH-Urteil vom 14. Januar 2004).

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Anette Stein ist Betriebswirtin und arbeitet als freiberufliche Redakteurin und Buchautorin. Sie hat sich vor allem auf den Bereich der privaten Finanzen spezialisiert und zahlreiche Publikationen zu diesem Thema ...
Anette Stein

 meineimmobilie.de-Tipp


Sprechen Sie geplante Baumaßnahmen immer vorher mit der zuständigen Denkmalschutz- oder Gemeindebehörde ab. Sie können die speziellen Steuervorteile für Baudenkmäler und Sanierungsgebäude nur erhalten, wenn Sie dem Finanzamt von dieser Behörde eine Bescheinigung vorlegen, in der die denkmalschutzrechtlichen Voraussetzungen für die Förderung nachgewiesen werden.