Dienstag, 11.02.2014 | Autor: Judith Engst , Foto: © freshidea - Fotolia.com

Steuererklärung: Müssen Sie Rechnungen gleich mitschicken?

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Worum geht´s

Rechnungen und Belege: Welche Unterlagen Sie gleich Ihrer Steuererklärung beifügen müssen.

Folgende Leserfrage erreichte uns in Bezug auf Handwerkerrechnungen und ähnliche Werbungskosten-Belege:

"Müssen bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung die Werbungskosten-Belege (Handwerkerrechnungen) zusammen mit der Steuererklärung an das Finanzamt eingereicht werden? Oder ist das Verfahren so wie bei Selbständigen, dass die Belege erst bei einer Betriebsprüfung dem Finanzamtsprüfer vorgelegt werden?"

Werbungskosten beim Vermieten und Verpachten mindern Ihre Steuerlast. Anerkannt werden sie aber nicht ohne Nachweis. Sie müssen die Belege allerdings nicht mit Ihrer Steuererklärung einreichen. Sie müssen Sie aber bereithalten und ans Finanzamt schicken, falls es danach fragt.

Denn das Einkommensteuergesetz verlangt nur, die Werbungskosten in ihrer wirklichen Höhe glaubhaft zu machen - und nicht zu belegen. Die Vorschrift, ohne Aufforderung Belege einzureichen, ist im Gesetz nirgends zu finden.

Reichen Sie hohe Rechnungen gleich mit ein

Wollen Sie hohe Beträge als Werbungskosten geltend machen, wird das Finanzamt aber garantiert nach Belegen fragen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich unabhängig von der Rechtslage, hohe Rechnungen gleich mit Ihrer Einkommensteuererklärung einzureichen.

Sie sparen damit Zeit bei der Bearbeitung Ihrer Steuererklärung und können dann etwa eine Steuererstattung früher erhalten. Das ist aber, wie gesagt, ein Kann und kein Muss. Alternativ dazu können Sie auch warten, bis das Finanzamt Sie auffordert, die betreffenden Belege einzureichen.

Eine Betriebsprüfung möglich, aber unwahrscheinlich

Bleibt noch die Frage, ob es überhaupt möglich und wahrscheinlich ist, dass ein Betriebsprüfer vom Finanzamt bei Ihnen als Vermieter auftaucht, um Ihre Einnahmen und Ausgaben genauer unter die Lupe zu nehmen. Dazu Folgendes:

Bei gewerblichen Vermietern sind Betriebsprüfungen durchaus möglich. Hier gibt es keinen Unterschied zu anderen Unternehmen, die ebenfalls von Zeit zu Zeit von den Finanzämtern geprüft werden.

Bei Privatpersonen (einschließlich privaten Vermietern) ist eine Betriebsprüfung ebenfalls nicht ausgeschlossen. In der Praxis kommt das aber nicht allzu häufig vor. Die Prüfer beschränken sich hier in aller Regel auf Steuerpflichtige mit Spitzeneinkommen über 500.000 Euro pro Jahr.

Betriebsprüfungen bei Privatleuten kommen außerdem vor, wenn beispielsweise eine GmbH geprüft wird. Dann kann es durchaus sein, dass auch die steuerlichen Verhältnisse des Geschäftsführers parallel dazu geprüft werden. Aber wie gesagt: Dass es private Vermieter trifft, ist vergleichsweise selten.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Das sofortigen Einreichen von Rechnungen und Belegen zusammen mit Ihrer Steuererklärung ist ein Kann und kein Muss.

 

Alternativ dazu können Sie auch warten, bis Sie das Finanzamt dazu auffordert, die betreffenden Belege einzureichen.