Montag, 10.11.2014 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: © SG- design - Fotolia.com

Steuererklärung 2014: Ihre Abgabefrist endet am 01.06.2015

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Worum geht´s

Wann Sie als Vermieter eine Steuererklärung abgeben müssen und wie lange Sie sich dafür Zeit lassen dürfen.

Denken Sie daran, dass Sie Ihre Steuererklärung 2014 bis spätestens 01.06.2015 abgeben müssen, falls Sie das nicht schon längst erledigt haben. Sonst kann es teuer werden.

Denn das Finanzamt hat diverse Druckmittel, um eine verspätete Abgabe zu ahnden. So etwa den Verspätungszuschlag. Immerhin gibt es eine gute Nachricht: Dieser Zuschlag lässt sich oft vermeiden, auch wenn Sie Ihre Steuererklärung womöglich nicht ganz pünktlich einreichen.

Normalerweise muss die Steuererklärung fürs zurückliegende Jahr bis Ende Mai des Folgejahres beim Finanzamt sein. Fällt der letzte Tag allerdings auf einen Samstag oder Sonntag, können Sie sich bis zum nächsten Werktag Zeit lassen. So wie dieses Jahr: Der 31.05.2015 ist ein Sonntag, deswegen endet Ihre Abgabefrist am 01.06.2015.

Wer eine Fristverlängerung beantragt hat, kann sich damit sogar bis Ende Dezember Zeit lassen.

Das Gleiche gilt, wenn Sie Ihre Steuererklärung von einem Steuerberater erstellen lassen. Hier ist noch nicht einmal ein Antrag auf Fristverlängerung nötig, um von der bis Jahresende verlängerten Frist zu profitieren.

Weitere Verlängerung höchst unwahrscheinlich

Dass das Finanzamt Ihnen aber über den Dezember hinaus Verlängerung einräumt, ist relativ unwahrscheinlich. Wer seine Steuererklärung selbst macht, sollte besser nicht damit rechnen. Wer einen Steuerberater hat, kann Glück haben und die Abgabefrist noch bis maximal Ende Februar des nächsten Jahres ausdehnen.

Beantragen Sie diese weitere Verlängerung aber nur, wenn es wirklich nicht anders geht. Sonst fallen Sie beim Finanzamt in Ungnade. Und das kann sich bei weiteren Steuererklärungen negativ auswirken.

Ohne Fristverlängerung droht Verspätungszuschlag

Angenommen, Sie haben keine weitere Fristverlängerung bekommen: Wenn Sie es dann noch rechtzeitig schaffen, die Steuererklärung bis Ende Dezember einzureichen, dann bleiben Sie von unliebsamen Folgen verschont.
Aber was, wenn es bei Ihnen im November und Dezember besonders hektisch zugeht und Sie es beim besten Willen nicht schaffen, sich noch rechtzeitig um das Thema Steuern zu kümmern?

Dann müssen Sie damit rechnen, dass das Finanzamt die verspätete Abgabe mit einem Verspätungszuschlag ahndet. Maximal 10 Prozent der festgesetzten Steuer und höchstens 25.000 Euro darf das Finanzamt verlangen - übrigens auch dann, wenn Sie eine Steuererstattung bekommen.

Verspätungszuschlag muss nicht sein

Ob und wie hoch der Verspätungszuschlag festgesetzt wird, liegt im Ermessen der Finanzbehörde. Es richtet sich nach folgenden Fragen: Wie lange haben Sie die Frist bereits überschritten? Ist das vorher auch schon ein- oder mehrmals passiert? Wie viel Geld schulden Sie dem Finanzamt noch? Wie leistungsfähig (das heißt zahlungskräftig) sind Sie? Trifft Sie die Schuld an der Verspätung?

Gerade diese letzte Frage ist Ihre Chance, den Verspätungszuschlag doch noch abzuwenden. Sollten Sie Ihre Steuererklärung nicht rechtzeitig einreichen, liefern Sie dem Finanzamt unbedingt eine triftige Begründung.

Ein hoher Arbeitsanfall ist nicht so gut. Denn dass Sie auch die Steuererklärung noch würden machen müssen, war ja vorhersehbar. Dagegen ist eine (schwere) Krankheit ein Grund, den die Finanzbehörden oft akzeptieren.

Ebenfalls akzeptabel ist das Fehlen wichtiger Belege. So etwa Abrechnungen über Strom-, Wasser- oder Gasverbrauch, die Ihnen zum Jahresende noch nicht vorgelegen haben. Wer eine solche Begründung mitliefert, hat zwar keine Garantie, dem Verspätungszuschlag zu entkommen. Aber er hat zumindest eine gute Chance, dass er nicht erhoben wird oder zumindest milde ausfällt.

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch
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 meineimmobilie.de-Tipp

Die meisten Steuerzahler sind nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Für viele lohnt es sich aber, denn es wartet in der Regel eine Steuererstattung!

 

Mit der freiwilligen Abgabe der Steuererklärung können Sie sich vier Jahre Zeit lassen.

 

Als Vermieter sind Sie verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben, wenn Sie 

  • höhere Mieteinnahmen als 520 EUR im Jahr haben,
  • ein komplettes Haus oder eine Eigentumswohnung vermieten,
  • Miete für eine Wohnung (möbliert oder unmöbliert) oder für ein Zimmer (möbliert oder unmöbliert) in Ihrem selbst genutzten Haus erhalten,
  • ein einzelnes Zimmer innerhalb Ihrer Mietwohnung untervermieten,
  • eine Ferienwohnung vermieten,
  • eine Garage oder einen Stellplatz vermieten,
  • für jemanden entgeltlich ein Erbbau- oder ein Nießbrauchsrecht bestellen,
  • ein Feld verpachten, das nicht zu Ihrem landwirtschaftlichen Betrieb gehört,
  • ein unbebautes Grundstück, wie z. B. einen Lagerplatz, einen Parkplatz oder einen Garten, verpachten,
  • nach einer Betriebsaufgabe den Betrieb verpachten,
  • als Mitglied einer Grundstücks- oder Erbengemeinschaft eine Immobilie vermieten oder verpachten,
  • sich an einem geschlossenen Immobilienfonds beteiligt haben,
  • sogenannte Sachinbegriffe (z. B. Wohnungseinrichtung) einem anderen überlassen haben,
  • zwar ein Grundstück verkauft haben, aber die Miet- oder Pachtzinsforderungen einem anderen aufgrund eines Forderungsverkaufs überlassen haben.