Freitag, 05.10.2012 | Autor: Judith Engst

Steuererklärung 2011: Verlängerung ist noch möglich

Worum geht´s
  • Abgabe der Steuererklärung
  • Antrag auf Verlängerung
  • Fristen für die Abgabe

Normalerweise gilt: Die Steuererklärung des Vorjahres ist bis zum 31. Mai des laufenden Jahres abzugeben. Diese Frist ist längst verstrichen, und einige Finanzämter versenden inzwischen Erinnerungsschreiben. Trotzdem wird Ihnen in der Regel nichts passieren, wenn Sie Ihre Steuererklärung noch nicht abgegeben haben. Lesen Sie hier, wie Ihre Chancen auf Verlängerung stehen und welche Fristen gelten.

Sie haben Ihre Steuererklärung für 2011 nicht innerhalb der regulären Frist bis 31. Mai 2012 abgegeben? Dann ist ein Anruf beim Finanzamt das Beste. Bitten Sie um Verlängerung. Die wird normalerweise bis 30. September 2012 gewährt, aber die wenigsten Finanzämter verweigern eine Fristverlängerung bis 31. Dezember 2012, wenn Sie dies beantragen. In aller Regel wird Ihrem Antrag ohne Probleme stattgegeben.

Wenn Sie einen Steuerberater haben oder Ihre Steuererklärung mithilfe eines Lohnsteuerhilfevereins erledigen, brauchen Sie noch nicht einmal Verlängerung zu beantragen. Hier verlängert sich die Abgabefrist automatisch bis zum Jahresende.

Was aber, wenn auch diese Frist zu kurz ist? Etwa, weil Ihr Steuerberater bis zum Jahresende voll ausgelastet ist? Dann gilt: Ihr Steuerberater kann für Sie noch Verlängerung bis Ende Februar des nächsten Jahres beantragen. Also aktuell bis zum 28. Februar 2013.

Es ist allerdings Sache des Finanzamts, ob es diese Verlängerung bewilligt oder ablehnt. Auf jeden Fall muss die Begründung gut sein. Arbeitsüberlastung zählt dabei nicht. Es müssen schon unvorhersehbare Tatbestände sein, die Ihren Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein an einer pünktlichen Abgabe zum Jahresende hindern.

Was passiert, wenn Sie keine Verlängerung bekommen? Oder wenn Sie trotz Verlängerung die Abgabefrist überschreiten. Dann kann das Finanzamt ab dem Tag der Fristüberschreitung Verspätungszuschläge erheben. Das sind bis zu 10 Prozent der festgesetzten Steuer und maximal 25.000 Euro. Wohlgemerkt, es kommt auf die gesamte Steuerlast des Veranlagungsjahres an und nicht auf den Steuerbetrag, den Sie womöglich nachzahlen müssen.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Mit ernsthaften Problemen bei der Fristverlängerung müssen Sie vor allem dann rechnen, wenn Sie schon in den Vorjahren die pünktliche Abgabe versäumt haben. Achtung: In diesen Fällen kann das Finanzamt sogar eine frühere Abgabe anordnen.

 

In jedem Fall gilt: Erweisen Sie sich gegenüber dem Fiskus als zuverlässig bei der Abgabe der Steuererklärung und bei der Zahlung noch offener Steuerbeträge. Denn das ist die beste Voraussetzung, um im Notfall die gewünschte Fristverlängerung auch wirklich zu bekommen.