Montag, 22.06.2009 | Autor: Heidi Schnurr

Steuer-Top oder Steuer-Flop: Das häusliche Arbeitszimmer

Zahlen auch Sie zu viele Steuern? Suchen Sie noch immer nach der genialen Idee auf einfache Weise Steuern zu sparen? Dann werden auch Sie irgendwann über ein häusliches Arbeitszimmer nachgedacht haben. Wie Sie diese Idee in die Tat umsetzen, lesen Sie hier.

Steuer-Top oder Steuer-Flop? Wann Sie noch Ihr Arbeitszimmer von der Steuer absetzen können

Davon gibt es nur 2 Ausnahmen:

1. Ihr Arbeitszimmer ist absetzbar, wenn es den Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit bildet oder

2. wenn es sich um ein externes, "außerhäusliches Arbeitszimmer" handelt.

Nur in diesen beiden Fällen lohnt sich ein Streit mit dem Finanzamt über die Absetzbarkeit!

Lehrer, Professoren und Richter sind die "steuerlichen" Opfer der Gesetzesänderung

Wie viel Zeit Sie in Ihrem Arbeitszimmer verbringen, interessiert das Finanzamt bei der Beurteilung, ob dort der Mittelpunkt Ihrer beruflichen Tätigkeit liegt, relativ wenig.

Das ist nur ein Indiz für seine Entscheidung. Ausschlaggebend ist vielmehr, ob es den Mittelpunkt Ihrer gesamten Tätigkeit darstellt!

Ein Hochschullehrer mit festen Lehrverpflichtungen hat seinen Tätigkeitsschwerpunkt an der Hochschule, ein Richter beim Gericht und ein Lehrer an der Schule.

Nur für ein "außerhäusliches Arbeitszimmer" winken noch Werbungskosten

Trennen Sie strikt die nicht absetzbaren Werbungskosten für das häusliche Arbeitszimmer von den absetzbaren Werbungskosten für das außerhäusliche Arbeitszimmer.

Das Finanzamt beurteilt die Frage, wann ein Arbeitszimmer noch häuslich ist, sehr streng.

Sobald sich Ihr "Büro" in einem Raum befindet, der zur privat genutzten Wohnung oder zum Wohnhaus zählt, gilt es noch als "häuslich".

Ebenso, wenn es sich in einem Abstell-, Keller- oder Speicherraum befindet (BFH, Urteil v. 10.06.2008, VIII R 52/07).

Je näher Ihr Arbeitszimmer an Ihren Privaträumen hängt, umso schlechter für Sie

Sobald sich Ihr Arbeitszimmer noch in der unmittelbaren räumlichen Nähe zu Ihren privaten Wohnräumen befindet, betrachtet es das Finanzamt als verbundene gemeinsame Wohneinheit.

Typische Beispiele für nicht absetzbare, weil häusliche Arbeitszimmer sind:

  • Ihr Arbeitszimmer befindet sich im Keller Ihres mit der Familie bewohnten Einfamilienhauses.
  • Ihr Arbeitszimmer ist in einem nur vom straßenabgewandten Garten aus zu betretenden Anbau im Dachgeschoss Ihres Einfamilienhauses untergebracht.
  • Sie haben sich Ihr Arbeitszimmer in einem zur Wohnung gehörenden Hobbyraum im Keller eines Mehrfamilienhauses eingerichtet.
  • Sie müssen das Arbeitszimmer ständig durchqueren, um in andere wesentliche Räume Ihrer Wohnung zu gelangen.
  • Sie nutzen eine zum Wohnzimmer hin offene Galerie als Arbeitszimmer.
  • Ihr Arbeitszimmer ist nur durch einen Raumteiler vom Wohnbereich getrennt.

Für außerhäusliche Arbeitszimmer und Arbeitsmittel gilt das Abzugsverbot nicht

Bessere Karten haben Sie, wenn Sie ein separates Einzimmerapartment Ihres Dreifamilienhauses als Arbeitszimmer nutzen.

Für das - so der BFH - können Sie nach wie vor Werbungskosten absetzen.

Ist das Arbeitszimmer noch über einen extra Eingang erreichbar, schadet es auch nichts, wenn Sie zudem im gleichen Haus wohnen bzw. eine weitere Wohnung vermietet haben.

Wichtig zu wissen: Trennen Sie das Arbeitszimmer von Arbeitsmitteln, die Ihrer unmittelbaren beruflichen Tätigkeit dienen! Nur das häusliche Arbeitszimmer fällt unter das Abzugsverbot, nicht aber z. B. der Computer, Ihr Schreibtisch und der dazugehörige Stuhl.

meineimmobilie.de empfiehlt:

Ein häusliches Arbeitszimmer ist nicht steuerlich absetzbar, ein außerhäusliches aber schon.

Von einem außerhäuslichen Arbeitszimmer können Sie ausgehen, wenn es weder vertikal noch horizontal an Ihren privaten Wohnbereich anknüpft. Darauf sollten Sie schon in der Bauplanungsphase achten.

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