Dienstag, 13.01.2015 | Autor: Judith Engst , Foto: © styleuneed - Fotolia.com

Steuer-Tipp: Gas- und Stromkosten finanzamtssicher absetzen

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Worum geht´s
  • Gasrechnung
  • Abrechnungsperiode abweichend vom Kalenderjahr
  • Geltendmachung in der Steuererklärung
Stichworte zu diesem Thema

"Beim Gasversorger meines Mietshauses geht die Abrechnungsperiode von Anfang August bis Ende Juli", schreibt ein Leser. „Muss ich den Betrag für die Steuererklärung auf die beiden Kalenderjahre aufteilen?“

Wann Sie gezahlt haben, ist entscheidend 

Manche Dinge sind zum Glück einfacher, als sie zunächst scheinen. Denn bei der Steuererklärung gilt das Zuflussprinzip. Das bedeutet: Es kommt nicht auf den Abrechnungszeitraum bei Strom-, Wasser- oder Gasrechnungen an. Sondern einzig und allein darauf, in welchem Jahr Sie die Rechnung gezahlt haben.

Ein Beispiel:

Sie erhalten Mitte August 2015 die Gasrechnung für die zurückliegenden zwölf Monate. Der Abrechnungszeitraum erstreckt sich von August 2014 bis Juli 2015. Sie zahlen die Rechnung Anfang September 2015.

Das bedeutet: Sie setzen die Zahlung in voller Höhe im Kalenderjahr 2015 als Werbungskosten von der Steuer ab.

Was für Abschläge, Nachzahlungen und Erstattungen gilt

Meist gibt es bei Strom-, Gas- oder Wasserrechnungen allerdings Abschläge, die monatlich zu bezahlen sind. Auch hier gilt das Zuflussprinzip.

Sprich: Alle Zahlungen ordnen Sie steuerlich demjenigen Jahr zu, in dem sie tatsächlich geflossen sind.

Dasselbe gilt für die Nachzahlung oder Erstattung, die Sie nach der Schlussabrechnung leisten müssen beziehungsweise bekommen. Auch sie gehören steuerlich ins Jahr des Zu- beziehungsweise Abflusses.

Aber Achtung: Was im Steuerrecht gilt, gilt nicht im Mietrecht. Zur Berechnung der Nebenkosten für Ihre Mieter müssen Sie die Zahlungen genau der betreffenden Abrechnungsperiode zuordnen. Wie Sie vorgehen lesen Sie hier.

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Foto: Judith Engst / Redaktion meineimmobilie.de
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 meineimmobilie.de-Tipp

Um herauszufinden, in welchem Jahr welche Zahlung geflossen ist, prüfen Sie am besten Ihre Kontoauszüge. Daraus ist ersichtlich, wann Sie welche Abschläge für Strom, Gas oder Wasser gezahlt haben.

 

Auch Nachzahlungen und Erstattungen können Sie hieraus entnehmen. Summieren Sie alles auf, was in ein Kalenderjahr fällt und machen Sie es steuerlich als Werbungskosten geltend.

 

Wichtig: Erstattungen für zu hohe Abschläge müssen Sie als Einnahme verbuchen. Sie mindern also ihre Werbungskosten.