Dienstag, 13.12.2016 | Autor: Heidi Schnurr, Chefredakteurin, Rechtsanwältin, Foto: © styleuneed - Fotolia.com

Steuer- statt Weihnachtsstress: Hier kommt Ihr Last-Minute-Helfer

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Worum geht´s

Steuer 2015: Jetzt noch Fristverlängerung beim Finanzamt beantragen.

Weihnachten und Neujahr stehen vor der Tür und Ihre Steuererklärung  für 2015 ist noch immer nicht fertig. So langsam gehen Ihnen die Ausreden fürs Finanzamt aus. Dafür habe ich etwas: Faxen bzw. schicken Sie noch heute diesen Musterbrief ans Finanzamt. Damit verschaffen Sie sich zeitlich etwas Luft und können wenigstens Ihre Anlage V noch beruhigt nachschieben. Sie müssen nur noch unterschreiben!

Eigentlich hätten Sie schon am 31.05. Ihre Steuererklärung fürs Finanzamt abgeben müssen. Nur dank Ihrem Steuerberater haben Sie eigentlich noch eine "Galgenfrist" bis zum 31.12.2016. Doch auch dieser Termin wackelt, weil Sie einfach nicht dazu kommen, alle Belege zusammenzusuchen.

Und dann steht auch schon wieder so sicher und so schnell wie jedes Jahr plötzlich Weihnachten vor der Tür steht - und das verursacht gleich mal doppelt Stress! 

Verschaffen Sie sich Luft von dem Finanzamts-Stress

Zugegeben: Mit der Steuererklärung ist es so wie mit der Betriebskostenabrechnung. Die schiebt man gern vor sich her. Selbst bei schlechtestem Wetter lässt sich noch eine Ausrede finden, warum es

JETZT gerade doch nicht geht... ja, da sitzen wir alle im gleichen Boot und können nur mitfühlend mit dem Kopf nicken!

Ab wann ein Verspätungszuschlag winkt 

Wie reagiert das Finanzamt, wenn Sie die Abgabefrist überschritten haben? Theoretisch kann es Ihnen einen Verspätungszuschlag von bis zu 10 Prozent der berechneten Steuer "aufbrummen", höchstens 25.000 Euro. Das passiert aber in den seltensten Fällen, denn Paragraf 152 der Abgabenordnung, der den Verspätungszuschlag regelt, ist eine Kann-Vorschrift. Das bedeutet: Das Finanzamt kann, muss aber keinen Zuschlag "verhängen" und schon gar nicht, wenn Ihre Verspätung entschuldbar ist. 

So lange Sie Ihre Steuererklärungen nicht andauernd unentschuldigt zu spät abgeben, wird es das auch nicht tun. Ohnehin sind ein, zwei Wochen Verspätung nur halb so wild, selbst ohne Fristverlängerung.

Beantragen Sie eine Fristverlängerung, sollten Sie dafür einen Entschuldigungsgrund angeben (Krankheit, fehlende Belege, Sorgen um die Kinder, ungeplant hoher Zeitaufwand für die Vermietung Ihrer Immobilie). Dann ist Ihre Verspätung „entschuldbar“ und der Verspätungszuschlag vom Tisch.

Dabei, wie Sie noch in letzter Sekunde eine kleine "Galgenfrist" beim Finanzamt herausholen können, hilft Ihnen dieser Musterbrief.

Antrag auf Verlängerung des Abgabetermins für meine Einkommensteuererklärung, 

Steuernummer: .................................

Sehr geehrte Damen und Herren,

für die Abgabe meiner Einkommensteuererklärung für das Jahr ........................ bitte ich um eine Fristverlängerung bis zum ............................. 20........................

Begründung:

Leider ist es mir wegen erheblicher beruflicher bzw. betrieblicher Belastungen nicht möglich, meine Einkommensteuererklärung für ....................... fristgerecht zu erstellen und bei Ihnen einzureichen.

Wegen des nicht absehbaren Arbeitsanfalls habe ich bisher keine Zeit gefunden, die notwendigen Unterlagen zusammenzustellen.

Zudem habe ich durch einen Mieterwechsel in einer meiner Mietwohnungen Ärger. Die Verhandlungen mit dem Mieter und die Beauftragung der Handwerker mit der Renovierung gestalten sich äußerst schwierig und zeitaufwendig.

Leider war ich in letzter Zeit auch gesundheitlich stark angeschlagen, sodass mir wertvolle Zeit verloren ging.

Ich bitte Sie daher, mir die Frist für die Abgabe meiner Einkommensteuererklärung zu verlängern.

Sollte ich von Ihnen bis zum ............................. keine anderslautende Nachricht erhalten, gehe ich davon aus, dass Sie meinem Antrag stattgeben.

Für Ihre Bemühungen vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichem Gruß

............................................

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Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber
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Es schreibt für Sie

Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Ratgebern, E-Books, Loseblattwerken, ...
Heidi Schnurr
Normalerweise gilt: Wer einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragt, darf sich mit der Steuererklärung fürs Vorjahr bis zum Jahresende Zeit lassen. "Was aber, wenn das Finanzamt schon eine frühere Abgabe fordert? Darf es das überhaupt?“, fragte vor kurzem ein Leser.
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 meineimmobilie.de-Tipp

Brauchen Sie mehr Zeit für Ihre Steuererklärung oder fehlen Ihnen noch ein paar Belege, sollten Sie beim Finanzamt eine Fristverlängerung für die Abgabe Ihrer Steuererklärung fordern. Allerdings müssen Sie dafür schon ein paar nachvollziehbare Gründe vorweisen. Berufliche Überlastung eignet sich da meistens recht gut. Aber aufgepasst: Über den 31.12. des Folgejahres werden Sie im Normalfall keine Verlängerung erhalten - außer Sie haben einen Steuerberater.

 

Ab 2017 gibt es bei der Steuererklärung einige Änderungen, denn ab dann gilt das neue Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens. Danach dürfen Sie sich für Ihre Steuererklärung nicht mehr bis zum 31. Mai, sondern bis zum 31. Juli Zeit lassen. Allerdings: Das gilt erst für die Steuererklärung fürs Jahr 2017 und damit erstmals für die Abgabefrist 31.7.2018.

 

Geben Sie Ihre Steuererklärung nicht innerhalb der verlängerten Frist ab, müssen Sie künftig 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, mindestens jedoch 25 Euro pro Monat an Verspätungszuschlag zahlen. Die Obergrenze für den Verspätungszuschlag beträgt 25.000 Euro.