Mittwoch, 13.08.2014 | Autor: Judith Engst, Foto: © fuxart - Fotolia.com

Steuer-Spar-Fahrten zur Immobilie: Wie viele das Finanzamt erlaubt

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Worum geht´s

• Fahrten zur Immobilie
• steuerliche Absetzbarkeit
• Verpflegungspauschalen

Stichworte zu diesem Thema

„Wie viele Fahrten zur Immobilie sind ohne Begründung erlaubt? Gibt es dafür eine Höchstgrenze?“ Diese Frage eines Users von meineimmobilie.de dürfte viele Vermieter interessieren.

Der Grund: Jede Fahrt können Sie als Werbungskosten in Ihrer Anlage V bei Ihrer Steuererklärung angeben. Allerdings: Wer täglich mit dem Auto eine Runde um sein Haus dreht, der dürfte bald Ärger mit dem Finanzamt bekommen.

Fahrten zur Immobilie können Sie in der Anlage V zu Ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen. Und zwar pauschal mit 0,30 Euro pro gefahrenem Kilometer.

Eine Höchstgrenze gibt es hierfür nicht. Das heißt: Sofern der Anlass plausibel erscheint, wird das Finanzamt die geltend gemachten Fahrten auch anerkennen.

Fahrtkosten: Vorsicht, wenn Sie an nahe Angehörige vermietet haben

Schwierigkeiten mit dem Finanzamt drohen Ihnen meist nur, wenn Sie die betreffende Immobilie an nahe Angehörige vermietet haben. Dann nämlich geht das Finanzamt von einer privaten Veranlassung aus.

Sprich: Es unterstellt Ihnen, dass nicht die Vermietung oder die Immobilie der eigentliche Grund für Ihre Fahrt ist, sondern der private Besuch bei Ihren Angehörigen. In diesem Fall wird es die geltend gemachten Fahrtkosten komplett streichen.

Begründen Sie fürs Finanzamt den Anlass oder Zweck Ihrer Fahrt

Ähnliches gilt, wenn nicht ersichtlich ist, warum Sie als Vermieter so häufig zur betreffenden Immobilie gefahren sind. Deshalb sollten Sie zweckmäßigerweise ein Fahrtenbuch führen, in dem Sie zumindest das Datum, den Kilometerstand vor und nach der Fahrt und den Zweck festhalten.

Als Zweck reichen Stichworte wie „Streichen des Gartenzauns“, „Rasenmähen“, „Anbringen der Hausordnung“, „Besprechung mit Hausmeister“ etc.

Ein Fahrtenbuch räumt alle Zweifel des Finanzamts aus

Mit einem zeitnah geführten Fahrtenbuch können Sie dann eventuelle Zweifel des Finanzamts aus dem Weg räumen.

Aber Achtung: Anerkannt wird nur ein handschriftliches Fahrtenbuch oder ein elektronisches, das fest in Ihrem Wagen installiert ist und die gefahrenen Kilometer automatisch aufzeichnet. Eine am Computer erstellte Excel-Tabelle wird das Finanzamt nicht akzeptieren.
 

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Foto: Judith Engst / Redaktion meineimmobilie.de
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Judith Engst hat sich als Wirtschafts- und Finanzjournalistin auf die publizistische Beratung im Bereich Finanzen, Geldanlage, Recht und Steuern spezialisiert. Für sie sind Immobilien ein unentbehrlicher Baustein zur ...
Judith Engst
Wussten Sie, dass Sie als Vermieter Ihre Reisekosten von der Steuer absetzen können? Mit jeder Fahrt zu Ihrer Immobilie können Sie das Finanzamt an diesen Kosten beteiligen.
Vermieten Sie Ihre Immobilie an Angehörige? Dann sollten Sie immer einen Blick auf die ortsübliche Miete haben. Die lässt sich am besten anhand des Mietspiegels ablesen. Steigt die Miete laut Mietspiegel, kann es Ihnen passieren, dass Sie nach Ansicht des Finanzamts zu wenig verlangen und es Ihnen deswegen Ihre Werbungskosten kürzt.
Vermieten zum Freundschaftspreis oder ein Angehörigen-Mietvertrag als scheinbar cleveres Steuer-Spar-Modell: Das kann steuerlich gesehen schnell zur Milchmädchenrechnung werden. Denn: Wer zu günstig vermietet, dem droht ein Werbungskostenabzug. Ganz besonders richtet das Finanzamt dabei sein Augenmerk auf sogenannte Angehörigen-Mietverträge.
News: Wer mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach seines Hauses aus Sonnenlicht Strom erzeugt, kann Steuern sparen. Darauf weist die Steuerberaterkammer Rheinland-Pfalz (SBK) hin.

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Ebenfalls lohnend: Halten Sie die Abwesenheitszeiten fest


Auch wenn es zunächst umständlich erscheint: Es kann sich lohnen, im Fahrtenbuch zusätzlich die Uhrzeiten am Anfang und Ende jeder Fahrt zu notieren. Warum? - Weil Sie dann auch die Verpflegungspauschalen geltend machen können. Die greifen bei einer Abwesenheit von mehr als 8 Stunden pro Kalendertag.

 

Verpflegungspauschalen 2013
Falls Sie Ihre Steuererklärung für 2013 noch nicht gemacht haben, setzen Sie folgende Verpflegungspauschalen als Werbungskosten ab:

  • Bei einer Abwesenheit von mindestens 8 und weniger als 14 Stunden pro Kalendertag 6 Euro.
  • Bei einer Abwesenheit von mindestens 14 und weniger als 24 Stunden pro Kalendertag 12 Euro.
  • Bei einer Abwesenheit von vollen 24 Stunden pro Kalendertag 24 Euro.

Wenn Sie für 2013 kein Fahrtenbuch geführt haben, dann versuchen Sie, anhand Ihres Terminkalenders zu rekonstruieren, wann Sie zur Immobilie gefahren sind und wie lange Sie weg waren.

 

Verpflegungspauschalen 2014
Noch günstiger aus Sicht eines Vermieters sind die Verpflegungspauschalen, die seit Anfang 2014 gelten:

  • Bei einer Abwesenheit von mindestens 8 Stunden und weniger als 24 Stunden pro Kalendertag können Sie 12 Euro von der Steuer absetzen.
  • Bei mehrtägigen Abwesenheiten können Sie - unabhängig von der Dauer der Abwesenheit - 12 Euro am An- und Abreisetag von der Steuer absetzen.
  • Bei einer Abwesenheit von 24 Stunden sind wie gewohnt 24 Euro von der Steuer absetzbar.


Sie sehen: Es lohnt sich, hier sorgfältig zu sein. Indem Sie zusätzlich zur Kilometerpauschale auch noch den Verpflegungsmehraufwand absetzen, sichern Sie sich erst recht eine satte Steuerersparnis.