Dienstag, 03.07.2012 | Autor: Judith Engst , Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007

Steuer auf Instandhaltungsrücklage - muss das sein?

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007
Worum geht´s
  • Wohnungseigentümergemeinschaft  WEG
  • Instandhaltungsrücklage
  • Abgeltungsteuer
Stichworte zu diesem Thema

Gehören Sie einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) an? Dann haben Sie sich sicher auch schon darüber geärgert: Die Instandhaltungsrücklage liegt auf einem Konto, das Zinsen abwirft. Auf diese Zinsen führt die Bank automatisch 25 Prozent Abgeltungsteuer ans Finanzamt ab. Was tun?

 

Es ist leider so: Auf Zinsen wird Abgeltungsteuer erhoben. 25 Prozent des Geldes sind weg, weil der Staat darauf Anspruch erhebt. Mit Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer sind es fast 30 Prozent. Bei 400 Euro Zinsen pro Jahr geht es also um fast 120 Euro. Diesen Steuerbetrag führt die Bank sofort ans Finanzamt ab.

Normalerweise lässt sich das verhindern. Und zwar mit einem Freistellungsauftrag. Kapitalerträge bis 801 Euro (bei Ehepaaren 1.602 Euro) bleiben auf diese Weise von der Abgeltungsteuer verschont. Das nennt sich Sparerpauschbetrag. Das ist die Summe, die Sie an Kapitalerträgen jährlich erzielen dürfen, ohne sie versteuern zu müssen. Mit einem Freistellungsauftrag führt die Bank die Abgeltungsteuer erst gar nicht an den Fiskus ab.

Das Problem ist nur: Einen Freistellungsauftrag können Sie der Bank nur erteilen für Konten, die Ihnen allein gehören. Oder für Gemeinschaftskonten zweier Eheleute. Nicht aber für Gemeinschaftskonten, die einer Wohnungseigentümergemeinschaft gehören. Hier darf die Bank keinen Freistellungsauftrag akzeptieren. Folglich wird sie die Abgeltungsteuer auf jeden Fall ans Finanzamt weiterleiten.

Das heißt aber nicht, dass das Geld verloren ist. Sie können es sich zurückholen. Dafür müssen Sie alle erhaltenen Zinsen und Dividenden in der Steuererklärung angeben. Das Finanzamt rechnet dann aus, um wie viel Ihre Kapitalerträge den Sparerpauschbetrag überschreitet. Nur auf diese Differenz zahlen Sie Abgeltungsteuer.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Um sich die zu viel gezahlte Abgeltungsteuer zurückzuholen, füllen Sie die Anlage KAP aus, wenn Sie Ihre Steuererklärung machen. Dort tragen Sie alle Zinsen und Dividenden ein, die Sie im betreffenden Jahr erhalten haben. Auch diejenigen vom Gemeinschaftskonto der WEG, die anteilig auf Sie entfallen. Was vom Sparerpauschbetrag gedeckt ist, muss nicht versteuert werden. Sprich: Sie erhalten die zuviel gezahlte Steuer vom Finanzamt zurück. Oder sie wird mit Ihren Steuerschulden verrechnet.