Donnerstag, 27.03.2014 | Autor: Judith Engst , Foto: Agentur: Projectphotos

Sonnenkollektoren: Absetzbar oder nicht?

Foto: Agentur: Projectphotos
Worum geht´s
  • Solaranlagen
  • Photovoltaik versus Sonnenkollektoren
  • Was absetzbar ist
Stichworte zu diesem Thema

"Warum kann ich als Eigenheimbesitzer die Photovoltaikanlage auf meinem Dach absetzen, die Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung aber nicht?", so die Zuschrift eines Lesers. Was aus steuerlicher Sicht der grundlegende Unterschied ist, erfahren Sie hier. Und Sie erhalten auch Tipps, wie Sie die Kosten für die thermische Solaranlage doch - ganz oder zumindest teilweise - absetzen können.


Warum ist eine Photovoltaikanlage absetzbar? Ganz einfach, weil Sie damit Strom erzeugen, den Sie an einen Energieversorger verkaufen. Sie betreiben die Photovoltaikanlage also nicht allein zu Ihrem eigenen Gebrauch, sondern erzielen damit Einkünfte. Und das ist aus Sicht des Fiskus Grund genug, die damit zusammenhängenden Kosten abzusetzen.

Photovoltaikanlage: Das ist absetzbar
Bei einer Photovoltaikanlage können Sie eine Menge absetzen. Da der Stromverkauf steuerlich als „Betrieb“ gilt, sind die damit zusammenhängenden Kosten absetzbare Betriebsausgaben. Zum einen die Netto-Anschaffungskosten. Die müssen Sie über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 20 Jahren verteilen, können also jedes Jahr ein Zwanzigstel davon steuerlich geltend machen.

Absetzbar sind auch die Reparatur- und Wartungskosten, also die Handwerkerrechnungen im Zusammenhang mit der Anlage. Ebenso können Sie den Teil der Gebäudeversicherung absetzen, der auf die Anlage entfällt. Und sogar die Sollzinsen eines Kredits, den Sie extra zur Finanzierung aufgenommen haben.

Wichtiger Steuerspar-Effekt: die Umsatzsteuer
Ein wichtiger Steuerspar-Effekt ergibt sich aber zusätzlich aus der Umsatzsteuer. Denn was Sie an Umsatzsteuer beim Kauf der Anlage an den Lieferanten gezahlt haben, können Sie sich vollständig vom Finanzamt zurückholen. Dazu müssen Sie sich nur für die Umsatzsteuerpflicht entscheiden, was bei Einnahmen unter 17.500 € pro Jahr nicht zwangsläufig der Fall ist.

Das gilt auch für sonstige Rechnungen, auf die Umsatzsteuer erhoben wird. Repariert also ein Handwerker Ihre Anlage, dann erhalten Sie den Teil des gezahlten Geldes, der auf die Umsatzsteuer entfällt, als sogenannte „Vorsteuer“ vom Finanzamt zurück.

Umgekehrt müssen Sie dann aber die Umsatzsteuer aus der Einspeisevergütung herausrechnen, die Sie vom Energieversorger erhalten. Diese Umsatzsteuer müssen Sie dann monatlich (bzw. nach Ablauf von zwei Jahren vierteljährlich) beim Finanzamt anmelden und auch abführen. Eine jährliche Umsatzsteuererklärung gehört dann ebenfalls zu Ihren Pflichten.

Sonnenkollektoren gelten als Privatsache
Nicht als Betriebsausgaben absetzbar sind die Kosten für thermische Sonnenkollektoren. Diese erzeugen Wärme, mit der ein Wasserkreislauf aufgeheizt wird. Diese Wärme werden Sie in aller Regel ausschließlich in Ihrem eigenen Haus nutzen und nicht verkaufen. Somit dient diese Wärmeerzeugung auch nicht dazu, Einkünfte zu erzielen. Das aber wäre die Voraussetzung, um die Kosten als Betriebsausgaben geltend zu machen.

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.
News: Immobilieneigentümer, die mit einer Solaranlage Strom ins öffentliche Netz einspeisen, benötigen je nach Bundesland eine Baugenehmigung. Informationen zur Rechtslage für Betreiber von Solarstromanlagen.

 meineimmobilie.de-Tipp

Was trotzdem absetzbar ist

Trotz fehlender Einkünfte können Sie als Eigenheimbesitzer zumindest einen Teil der Kosten geltend machen. Nämlich die reinen Arbeitskosten aus den Handwerkerrechnungen (inklusive Anfahrt), die Ihre Sonnenkollektoren betreffen. Diese sind als haushaltsnahe Handwerkerleistungen absetzbar. Ihre Steuerschuld mindert sich um 20 Prozent des Rechnungsbetrags, maximal aber um 1.200 € pro Jahr.

 

Vermieter haben es sogar noch besser. Denn hier dient die erzeugte Wärme der Einkünfteerzielung. Schließlich wird sie via Mietvertrag an die Mieter verkauft. Somit lassen sich alle Kosten - und nicht nur die reinen Arbeitskosten - in der Anlage V geltend machen. Und ebenso die Finanzierungszinsen.

 

Diese Möglichkeiten sollten Sie als Betreiber thermischer Solaranlagen auch unbedingt nutzen!