Donnerstag, 21.04.2011 | Autor: Jörg Stroisch

Solaranlage: Nutzen Sie alle Möglichkeiten, Steuern zu sparen

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Die Atomkatastrophe in Japan ist der Auslöser. Jetzt wollen mehr Hausbesitzer denn je eine Solaranlage aufs Dach setzen. Und dazu beitragen, dass Strom auf saubere, ungefährliche Weise erzeugt wird.

Diese Investition wird gesetzlich begünstigt: Zum einen durch festgesetzte Preise für ins Netz eingespeisten Strom, die Ihnen der örtliche Energieversorger zahlen muss. Zum anderen gibt es aber auch die Möglichkeit, mit einer Solaranlage Steuern zu sparen.

Was bringt eine Solaranlage, genauer gesagt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach? Zunächst einmal feste Preise für den Strom, den sie produziert und der ins öffentliche Netz eingespeist wird. Die Vergütung hängt vom Jahr der Inbetriebnahme und von der Leistungsfähigkeit der Solaranlage ab.

Für Anlagen, die im ersten Halbjahr 2011 in Betrieb genommen werden, liegt sie zwischen 21,56 und 28,74 Cent pro Kilowattstunde. Dieser Preis ist für 20 Jahre garantiert. Bei älteren Solaranlagen liegen die Einspeisungsvergütungen sogar noch deutlich darüber. Bei künftig gebauten werden sie sinken. Aber noch heute gilt: Gezahlt wird mehr als der durchschnittliche Strompreis.

Anlagenwert über 20 Jahre abschreiben

Die Einnahmen aus Ihrer Solaranlage müssen Sie versteuern. Aber 20 Jahre lang können Sie den Wert der Anlage steuerlich abschreiben. Entweder linear, das heißt, ein Zwanzigstel, also 5 Prozent des Anschaffungpreises pro Jahr. Oder degressiv. Das heißt, mit 12,5 Prozent des Anschaffungpreises pro Jahr, mindestens aber mit 5 Prozent pro Jahr. Das setzen Sie als Kosten ab, und es vermindert Ihre Steuerlast 20 Jahre lang. Weiteres Steuersparpotenzial kommt aus der Umsatzbesteuerung.

Die Sache mit der Umsatzsteuer

Mit einer Solaranlage auf dem Dach werden Sie als Gebäudeeigentümer zum Unternehmer. Unternehmer sind normalerweise umsatzsteuerpflichtig. Das heißt: Sie müssen auf die Rechnung für den produzierten Strom 19 Prozent Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) aufschlagen und diese 19 Prozent dann ans Finanzamt abführen. Dazu sind (in den ersten beiden Jahren) monatliche beziehungsweise (ab dem dritten Jahr) monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldungen und eine jährliche Umsatzsteuererklärung ans Finanzamt nötig.

Das gilt allerdings nicht für umsatzsteuerliche Kleinunternehmer. Kleinunternehmer sind Sie, wenn Sie im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr als 17.500 Euro und im kommenden Jahr voraussichtlich weniger als 50.000 Euro mit Ihrer Solaranlage verdienen (§ 19 Umsatzsteuergesetz). Das heißt in aller Regel: Als Betreiber einer Photovoltaikanlage sind sie in aller Regel nicht umsatzsteuerpflichtig. Trotzdem sollten Sie sich für die Umsatzbesteuerung entscheiden. Das hat handfeste Vorteile.

Warum sich die freiwillige Umsatzbesteuerung lohnt

Als Unternehmer mit Umsatzbesteuerung müssen Sie nicht nur Umsatzsteuer auf Ihre Leistungen in Rechnung stellen und ans Finanzamt abführen. Sondern Sie können sich die Umsatzsteuer, die Sie selbst an andere Unternehmen gezahlt haben, auch vom Finanzamt erstatten lassen. Und da kommt ein ganzer Batzen Geld zusammen.

Es geht los mit den Anschaffungskosten für die Solaranlage. Nehmen wir an, Sie haben auf das Dach Ihres Einfamilienhauses eine Solaranlage für 12.000 Euro installieren lassen. (Der Nettopreis der Anlage plus Montage lag bei 10.084,03 Euro.) Die gezahlte Mehrwertsteuer in Höhe von 1.915,97 Euro können Sie sich direkt vom Finanzamt zurücholen. Sie wird Ihnen als so genannte Vorsteuer erstattet. Somit haben Sie Ihre eigentlich 12.000 Euro teuere Solaranlage für gut 10.000 Euro bekommen.

Auch die Mehrwertsteuer aus jeder Rechnung im Zusammenhang mit Ihrer Solaranlage können Sie sich vom Finanzamt zurückholen. Egal, ob für Wartung, Reparatur oder sonstige Arbeiten. Auch diese Rechnungen werden so automatisch um den Mehrwertsteuerbetrag billiger. Falls Sie mit einer Photovoltaikanlage liebäugeln: Diese Steuerspar-Möglichkeiten sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen!

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
Foto: Sebastian Fery / Haufe

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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
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