Montag, 17.11.2014 | Autor: Jörg Stroisch , Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007

So sparen Sie mit Ihrer Immobilie Steuern

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007
Worum geht´s
  • So sparen Sie Steuern mit der Immobilie

Sie wollen eine Immobilie als Kapitalanlage erwerben? Sicherlich lockt dabei auch die mögliche Steuerabschreibung. Und in der Tat gibt es hier einige Möglichkeiten – übrigens auch für die selbst bewohnte Immobilie.

Rendite ist genauso wichtig wie Steuern sparen

Natürlich kann der Kauf einer Immobilie als Kapitalanlage aus steuerlicher Sicht gefährliche Fallen beinhalten.

Jedoch ist auch derjenige schlecht beraten, der ausschließlich auf die Steuerersparnis schielt, denn natürlich sollte eine Immobilie vor allem aus Renditegesichtspunkten erworben werden.

Doch nicht jede clevere Steuer-Spar-Idee findet auch das Finanzamt gut.

Erst kaufen, dann bauen, spart nicht immer Steuer

Trennung von Grundstück und Haus: Wer nur ein Grundstück erwirbt, braucht auch nur darauf Grunderwerbsteuer zahlen. Bei einem Grundstück mit Haus wird es teurer. So kommt mancher Bauherr auf die Idee, den Bau und den Kauf einfach zu trennen.

Aber das Finanzamt kontrolliert genau, ob es sich dabei nicht eventuell doch um ein verbundenes Geschäft handelt.

Kaufen und verkaufen: Vorsicht vor den Spekulationsfristen

Wer ein Haus kauft und später wieder verkauft, muss die Sekulationsfristen beachten: Zwischen Kauf und Verkauf einer Immobilie müssen mindestens zehn Jahre liegen.

Ansonsten geht das Finanzamt von einem Spekulationsgeschäft  aus, sofern die Immobilie nicht selbst genutzt wurde. Und das kostet Steuern.

Beim Vererben und verschenken hält das Finanzamt die Hand auf

Vererben und Verschenken: Auch das ist ein wichtiges Thema, bei dem schnell Steuern anfallen können. So gilt dabei zum Beispiel für Ehepartner und Kinder ein Freibetrag von 500.000 Euro. Dabei ist der Wert der Immobilie zum Stichtag entscheidend.

Welche Finanzierungskosten absetzbar sind

Als Immobilienkäufer einer Immobilie, die Sie hinterher auch vermieten wollen, können Sie verschiedene Finanzierungskosten von der Steuer absetzen.

Zu den Finanzierungskosten gehören alle Aufwendungen zur Kreditbeschaffung. Die häufigsten Finanzierungskosten sind:

  • Provisionen für die Kreditvermittlung,

  • im Fall einer Hypothek: Kosten für die Grundbucheintragung,

  • ein Disagio,

  • Zinsen.

Finanzierungskosten sind sofort abzugsfähige Werbungskosten, die Sie in der Anlage 3 Ihrer Steuererklärung eintragen können. Sie mindern damit im Jahr ihrer Entstehung den steuerpflichtigen Gewinn. Das gilt aber nur, wenn die Finanzierungskosten im Zusammenhang mit dem Erzielen von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung stehen.

Sie können nicht nur Betriebskosten absetzen

Die Nebenkosten, die Sie als Vermieter nicht als Betriebskosten auf den Mieter umlegen können, können Sie dennoch eventuell als Werbungskosten von der Steuer abgesetzen.

Etwa die schon erwähnten Finanzierungskosten, diverse Versicherungen oder Büromaterialien. Wichtig: Bewahren Sie alle Quittungen auf!

Wie Sie bei einer selbst genutzten Immobilie Steuern sparen

Die bittere Wahrheit für alle steuersparbewussten Selbstnutzer lautet: Als Eigentümer Ihrer selbst genutzten Immobilie können Sie keinerlei Werbungskosten geltend machen.

Allerdings besteht seit einiger Zeit die Möglichkeit, haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer abzusetzen.

Jedoch sind bei Handwerkerrechnungen rund ums Haus höchstens eine Steuerersparnis von 1.200 Euro für Sie drin. Wichtig ist dabei, dass der Handwerker seine Arbeitsleistung getrennt von den Materialkosten auf der Rechnung ausweist.

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch
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„Barrierefrei“ heißt aktuell einer der wichtigsten Wohntrends. Die Gesellschaft wird immer älter, und zwangsläufig nehmen auch die Behinderungen zu. Deshalb sind behindertengerechte Wohnungen gefragt - ob als Eigenheim oder Mietwohnung. Fragt sich nur, ob und wie sich ein solcher Umbau steuerlich absetzen lässt.
Sie haben den Maler, den Elektriker oder den Fliesenleger im Haus. Hinterher ist zwar alles schöner und besser, aber natürlich bekommen Sie dafür auch eine Rechnung präsentiert. Heften Sie diese Rechnung zu Ihrer Steuererklärung, denn dafür bekommen Sie vom Finanzamt was geschenkt: 20 % des Rechnungsbetrags als Ihr persönliches „Steuerbonbon!“

 meineimmobilie.de-Tipp

Als Bauherr und Immobilienkäufer können Sie an vielen Stellen Steuern sparen. Allerdings sollte die Steuerersparnis nie das ausschlaggebende Kriterium für ein Investment sein – Stichwort: Fehlinvestments in Schrottimmobilien.

 

Kontrollieren Sie immer Ihre Finanzierungssituation genau und schauen Sie auch genau, ob sich das Investment tatsächlich lohnen wird.