Freitag, 10.12.2010 | Autor: Jörg Stroisch

So setzen Sie Weihnachtsgeschenke steuerlich ab

Kann ich Weihnachtsgeschenke an meine Mieter von der Steuer absetzen? Diese Frage landete unlängst auf dem Schreibtisch der Redaktion. Die Antwort:
Kein Problem, das geht.
Und zwar nicht nur Geschenke an Mieter, sondern beispielsweise auch an Handwerker, Hausmeisterdienste oder die Reinigungskraft, die Sie beauftragt haben.

Aufwendungen für Geschenke machen Sie in der Anlage V als "sonstige Werbungskosten" geltend. Allerdings ist das nicht in unbegrenzter Höhe möglich. Außerdem müssen Sie bestimmte Aufzeichnungspflichten erfüllen, damit das Finanzamt die Geschenke als Werbungskosten anerkennt.

Die wichtigste Regel lautet: Weihnachtsgeschenke können Sie nur absetzen, sofern die Kosten pro Jahr und Person die Freigrenze von 35 Euro nicht überschreiten. Erhalten die Mieter beispielsweise nicht nur ein Weihnachtsgeschenk, sondern auch ein Geschenk zum Geburtstag, dann dürfen beide Geschenke zusammen nicht mehr als 35 Euro kosten.

35 Euro - mit oder ohne Mehrwertsteuer?

Falls Sie privater Vermieter sind, dann sind die Bruttokosten für das Geschenk maßgeblich, sprich der Preis inklusive Mehrwertsteuer. Vermieten Sie dagegen gewerblich und sind Sie umsatzsteuerpflichtig, dann gelten die Nettokosten, also der Preis abzüglich Mehrwertsteuer. Bei Lebensmitteln, Büchern oder Zeitschriften (Mehrwertsteuersatz 7 Prozent) dürften Sie als gewerblicher Vermieter dann ein Geschenk bis 37,45 Euro inklusive Mehrwertsteuer kaufen. Bei anderen Geschenken, etwa einem Parfüm einer Krawatte oder einem Accessoire (Mehrwertsteuersatz 19 Prozent) wäre ein Geschenk bis 41,65 Euro inklusive Mehrwertsteuer steuerlich absetzbar.

Achtung: Die 35 Euro sind eine Freigrenze!

Passen Sie unbedingt auf, dass Sie die 35 Euro auf keinen Fall überschreiten. Denn dabei handelt es sich um eine Freigrenze und nicht um einen Freibetrag. Konkret: Wird ein Freibetrag auch nur um einen einzigen Cent überschritten, kann die gesamte Aufwendung für das Geschenk nicht mehr von der Steuer abgesetzt werden. Würden Sie als privater Vermieter also beispielsweise ein Geschenk für 35,01 Euro kaufen, wäre das nicht abzugsfähig. In diesem Fall könnten Sie den Fiskus noch nicht einmal teilweise an den Kosten für Ihr Weihnachtsgeschenk beteiligen. Verpackungs- und Versandkosten zählen allerdings nicht mit.

Getrennte Aufzeichnung nötig

Die Kaufbelege für die Weihnachtsgeschenke müssen Sie aufbewahren. Zudem müssen Sie die Kosten für jedes Geschenk einzeln getrennt von sonstigen Aufwendungen aufzeichnen. Konkret sollten Sie schriftlich festhalten, wer welches Geschenk zu welchem Anlass bekommen hat. Auch die Einhaltung dieser Aufzeichnungspflichten macht das Finanzamt zur Bedingung, um den Werbungskostenabzug zu erlauben. Aber seien wir ehrlich: Der Aufwand lohnt sich, wenn Sie dadurch beispielsweise bei drei Geschenken im Gesamtwert von 45 Euro rund 15 Euro an Steuern sparen.

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.
Foto: Sebastian Fery / Haufe
Foto: Sebastian Fery / Haufe

Es schreibt für Sie

Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch