Donnerstag, 25.08.2011 | Autor: Jörg Stroisch

So profitieren Sie von Wohn-Riester

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Die selbstgenutzte Immobilie ist eine wertbeständige und gute Altersvorsorge. Denn sie erspart im Alter die monatlichen Mietzahlungen. Kein Wunder, dass der Staat die Anschaffung eines Eigenheims per "Wohn-Riester" fördert.

Leicht zu verstehen ist die Funktionsweise von "Wohn-Riester" allerdings nicht. Aber die folgenden Erläuterungen helfen Ihnen weiter.

Eines vorweg: Staatliche Förderung gibt es nur für selbstgenutzte Immobilien, nicht aber für Mietobjekte. Denn dummerweise wird Vermietung nicht als mögliche Form der Altersvorsorge angesehen.

Wer sich aber für ein Eigenheim interessiert, für den könnte Wohn-Riester interessant sein. Im Prinzip ist es egal, ob Sie sich davon ein Haus kaufen, eine Doppelhaushälfte oder eine Wohnung.

Wohn-Riester bringt Zuschüsse zur Darlehenstilgung

Sie haben zwei Möglichkeiten, Wohn-Riester in Anspruch zu nehmen: Entweder Sie schließen einen Bausparvertrag ab. Dann bekommen Sie in der Ansparphase die staatlichen Zulagen zu Ihrer Sparrate dazu. Und in der Darlehensphase fließen die Zulagen in die Tilgung Ihres Bausparkredits.

Sie können aber auch ganz einfach einen Hypothekenkredit aufnehmen. Auch hier gilt: Die staatlichen Zulagen helfen Ihnen bei der Rückzahlung.

Diese Zulagen sind für Sie drin

Jeder Riester-Sparer bekommt die jährliche Grundzulage von bis zu 154 Euro. Interessant wird das Ganze für kinderreiche Familien. Denn jedes (kindergeldberechtigte) Kind bringt weitere 185 Euro an Zulagen pro Jahr. Für ab 2008 geborene Kinder sind es sogar 300 Euro pro Jahr.

Diese Höchstzulagen werden gezahlt, wenn Sie jährlich mindestens 4 Prozent Ihres Einkommens für den Riester-Vertrag aufwenden oder wenn Sie inklusive der Zulagen einen jährlichen Betrag von mindestens 4.200 Euro erreichen. Ansonsten werden die Zulagen anteilig gekürzt.

Riester-Raten steuerlich absetzen

Was Sie in einen Wohn-Riester-Vertrag einzahlen und vom Staat an Zulagen erhalten, können Sie als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Maximal 2.100 Euro werden anerkannt. Das Finanzamt prüft dabei automatisch, was für Sie günstiger ist: die Zulagen zu kassieren oder sie zusammen mit den eigenen Einzahlungen von der Steuer abzusetzen.

Ist der Steuervorteil größer, wird Ihr Einkommen automatisch um die Zulagen erhöht. Dafür haben Sie dann eine größere Steuerersparnis. Günstiger ist das vor allem für Besserverdienende.

Es gibt aber auch Nachteile

Der größte Nachteil eines Wohn-Riester-Vertrags ist die fehlende Flexibilität. Sie legen sich auf eine Immobilie fest. Muss sie (etwa wegen eines berufsbedingten Umzugs) verkauft werden, müssen Sie binnen vier Jahren ein neues Eigenheim kaufen oder das komplette Geld in einen anderen Riester-Vertrag umschichten. Sonst verlangt der Fiskus die Riester-Förderung (Zulagen und Steuerersparnis) auf einen Schlag zurück.

Ein zweiter Nachteil ist die so genannte nachgelagerte Besteuerung. Das heißt, das Finanzamt verlangt ab Ihrem Renteneintritt Steuern. Und zwar auf den geldwerten Vorteil, den Ihnen das Eigenheim bringt - sprich auf die ersparte Miete.

Wie viel versteuert wird, berechnet das Finanzamt in Form eines Wohnförderkontos. Alle Einzahlungen plus Zulagen plus Tilgungsraten werden dort als imaginäres Guthaben geführt und mit zwei Prozent pro Jahr verzinst. Dann wird so getan, als erhielten Sie aus diesem Guthaben eine monatliche Rente. Und diese Rente ist dann steuerpflichtig.

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
Foto: Sebastian Fery / Haufe

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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
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