Freitag, 29.06.2012 | Autor: Judith Engst

So melden Sie eine Haushaltshilfe an

Worum geht´s
  • Haushaltshilfe / Gartenhilfe
  • 400-Euro-Job / Minijob / geringfügige Beschäftigung
  • Anmeldung bei der Minijob-Zentrale

Ob Eigenheim, ob Mietimmobilie: Sie können als Eigentümer nicht alles selbst erledigen. Es liegt nahe, fürs Putzen und für die Gartenpflege eine Hilfskraft zu beschäftigen. Aber bringt das nicht eine Menge an Pflichten und Regeln mit sich? Und ist es nicht extrem teuer, eine solche Kraft legal anzumelden? Zum Glück nicht.

Ein Minijobber darf maximal 400 Euro pro Monat verdienen. Dann zahlen Sie als Arbeitgeber nicht die vollen Steuern und Sozialversicherungen, sondern lediglich eine Pauschale. Diese Pauschale beträgt in Privathaushalten und bei nicht-gewerblichen Vermietungen 14,44 Prozent des Lohnes. 10 Prozent davon entfallen je hälftig auf Kranken- und Rentenversicherung. 2 Prozent umfasst eine Pauschalsteuer. 2,44 Prozent werden durch Umlagen und Beiträge zur Berufsgenossenschaft gebraucht.

Was bedeutet: Bis zu 400 Euro pro Monat können Sie an Ihre Haushalts- oder Gartenhilfe zahlen, ohne dass diese den Verdienst besteuern muss. Kranken- oder Rentenversicherungsbeiträge fallen ebenfalls nicht auf den ausgezahlten Lohn ab. Sprich: Der Arbeitnehmeranteil entfällt bei Minijobs.

Dafür zahlen Sie als Arbeitgeber die Pauschale von 14,44 Prozent und damit maximal 47,56 Euro an die Minijob-Zentrale. Damit sind alle steuerlichen und sonstigen Pflichten für Sie erledigt.

Welche Vorteile hat es für Sie, Ihre Haushalts- oder Gartenhilfe legal zu machen? Erstens: Der Minijobber ist unfallversichert. Passiert ihm etwas bei der Arbeit, ist die Haftung keine Frage: Die Berufsgenossenschaft kommt für Behandlung und Unfallfolgen auf.

Zweitens: Sie können eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall leisten und sich immerhin 80 Prozent davon von der Minijob-Zentrale erstatten lassen.

Bei mehreren Minijobs wird der Verdienst zusammengezählt und darf insgesamt nicht über 400 Euro pro Monat liegen. Lassen Sie sich vom Arbeitnehmer schriftlich bestätigen, dass keine weiteren geringfügigen Beschäftigungen vorliegen. Zumindest keine, die den Gesamtverdienst über die 400-Euro-Grenze hieven. Sonst gilt: Der Arbeitgeber, der den vermeintlichen Minijobber zuletzt angemeldet hat, haftet für die vollen Steuern und Sozialabgaben - und zwar auch nachträglich.

Übrigens: Die Kosten für Ihre 400-Euro-Kraft mitsamt Pauschale können Sie von der Steuer absetzen. Entweder bei Eigenheimen in begrenztem Umfang als haushaltsnahe Dienstleistung. Oder bei Mietimmobilien in voller Höhe als Werbungskosten.

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MEHR WISSEN: Auch Ihr Mieter dankt es Ihnen, wenn Sie die haushaltsnahen Dienstleistungen ausweisen. Denn diese kann er von den Steuern absetzen.

 meineimmobilie.de-Tipp

Die An- und Abmeldung ist nicht weiter schwierig: Gehen Sie im Internet auf www.minijob-zentrale.de. Beim Punkt „Download-Center“ in der Navigationsleiste rechts sind Sie richtig. Klicken Sie hier auf "Haushaltsscheck" und senden Sie dieses Formular ausgefüllt an die Minijob-Zentrale. Auch telefonisch können Sie das Formular bestellen. Wählen Sie hierzu die Hotline der Minijob-Zentrale: 0355 2902-70799. Diese Telefonnummer ist werktags von 7:00 bis 19:00 Uhr besetzt.