Donnerstag, 03.03.2011 | Autor: Jörg Stroisch

Schornsteinfeger: Rechnung trotz Barzahlung absetzbar?

Kann ich die Kosten für den Schornsteinfeger absetzen, auch wenn ich ihn in bar bezahlt habe? Das wollte neulich ein Leser wissen. Die Antwort: Im Prinzip ja, es kommt aber darauf an, ob Sie Vermieter sind oder ob Sie Ihre Immobilie privat nutzen.

Denn nicht nur Vermieter, sondern auch private Immobilieneigentümer können die Schornsteinfeger-Rechnung absetzen. Und zwar als Handwerkerrechnung. Allerdings gelten bei Eigentümern, die Ihre Immobilie privat nutzen, strengere Einschränkungen und Auflagen.

Die Kosten für den Schornsteinfeger können Sie prinzipiell immer steuerlich geltend machen. Für Vermieter und Selbstnutzer gelten allerdings unterschiedliche Auflagen. Speziell Selbstnutzer unterliegen strengeren Bestimmungen, damit sie die Schornsteinfeger-Kosten wirklich absetzen können. Im Folgenden zur Unterscheidung die wichtigsten Eckdaten.

Vermieter können die Kosten voll absetzen

Als Vermieter können Sie die Kosten für den Schornsteinfeger voll absetzen. Das ist unabhängig davon, ob Sie den Schornsteinfeger in bar bezahlen oder ob sie den Rechnungsbetrag auf sein Konto überweisen. Als Werbungskosten können Sie diesen Aufwand auf jeden Fall zu 100 Prozent in der Steuererklärung berücksichtigen. Vergessen Sie bei Barzahlung nur nicht, sich eine Quittung geben zu lassen.

Die Absetzbarkeit ändert übrigens nichts an der Tatsache, dass Sie die Nebenkosten als Nebenkosten auf Ihre Mieter umlegen können. Das ergibt Sinn: Sonst wären die Nebenkosten, die Ihre Mieter Ihnen erstatten, voll steuerpflichtig. Sie machen Ihre Schornsteinfegerrechnung also einerseits steuerlich als Ausgabe geltend und verbuchen die vom Mieter gezahlte Nebenkostenumlage im Gegenzug als Einnahme.

Selbstnutzer: teilweise Absetzung als Handwerkerleistung

Aber auch Privatleute, die Ihre Immobilie selbst nutzen, können die Kaminkehrer-Rechung absetzen, und zwar als haushaltsnahe Handwerkerleistung (§ 35a EStG.). Hier gilt: 20 Prozent des Rechnungsbetrags dürfen Sie direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen. Anerkannt werden allerdings nur die Lohnkosten und nicht der Materialaufwand. In der Regel stellt Ihnen aber der Schornsteinfeger aber ohnehin nichts anderes in Rechnung.

Machen Sie noch den Lohnanteil anderer Handwerkerrechnungen geltend, können Sie für all diese Rechnungen zusammen pro Jahr maximal 1.200 Euro an Steuern sparen. Was darüber hinausgeht, ist als Handwerkerleistung nicht mehr absetzbar. Ist Ihre Steuerschuld im betreffenden Jahr niedriger als die Summe, die Sie als Handwerkerleistung geltend machen, gibt es zudem keine Steuererstattung. Angenommen, Sie müssten ohne Handwerkerleistung nur 500 Euro an Steuern zahlen, machen aber aus Handwerkerrechnungen Lohnkosten in Höhe von 800 Euro geltend. Dann bekommen Sie keine Steuererstattung. Lediglich Ihre Steuerschuld reduziert sich auf Null.

Als Selbstnutzer den Kaminkehrer nicht in bar bezahlen!

Wichtig: Selbstnutzer sollten den Schornsteinfeger auf keinen Fall in bar bezahlen. Das Finanzamt anerkennt die Kosten nämlich nur, wenn Sie einen Überweisungs- beziehungsweise Abbuchungsbeleg haben, sprich einen Kontoauszug, aus dem die entsprechende Zahlung hervorgeht. Eine Barzahlungs-Quittung reicht als Nachweis nicht aus. Bitten Sie den Schornsteinfeger daher, Ihnen die Rechnung zuzusenden und zahlen Sie sie per Überweisung.

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
Foto: Sebastian Fery / Haufe

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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
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