Donnerstag, 11.02.2016 | Autor: Judith Engst, Foto: © styleuneed - Fotolia.com

Mietausfall oder Leerstand? Bis 31.3. Grundsteuererlass beantragen!

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Worum geht´s

• Grundsteuer
• Antrag auf Erlass
• Leerstand
• Mietausfälle

Stichworte zu diesem Thema

Keine Mieteinnahmen, aber dafür Kosten - es ist wirklich kein Spaß, wenn ein Objekt leersteht! Umso wichtiger ist es, die Kosten auf das absolute Mindestmaß zu beschränken. So lässt sich etwa die Grundsteuer fürs vergangene Jahr reduzieren.

 

Allerdings bleibt Ihnen dafür nur wenig Zeit: Bis zum 31.3. muss Ihr Antrag bei der Gemeinde bzw. dem Finanzamt sein. Einen fix und fertigen Antrag für einen teilweisen Grundsteuererlass finden Sie hier.

Sind die Mieten aus einem Ihrer Objekte im vergangenen Jahr um mehr als 50 % zurückgegangen? Oder sogar wegen Leerstands ganz ausgeblieben? Dann sollten Sie jetzt handeln. Denn bis 31. März können Sie noch einen Antrag auf Erlass der Grundsteuer stellen.

Grundsteuererlass bis zu 50 Prozent möglich

Möglich ist ein Erlass von bis zu 50 Prozent der Grundsteuer, wenn Sie wegen Leerstand überhaupt keine Mieteinnahmen aus dem betreffenden Objekt hatten.

Bei einer Ertragsminderung von mehr als 50 Prozent, können Ihnen immerhin 25 Prozent der Grundsteuer erlassen werden.

Als Vermieter dürfen Sie nicht für den Mietausfall mitverantwortlich sein

Um einen teilweisen Grundsteuererlass zu erhalten, müssen Sie als Vermieter nachweisen, dass Leerstand oder sonstige Mietausfälle nicht auf Ihr Konto gehen. Sie müssen somit darlegen, dass das Objekt wegen Schäden (Hochwasser, Blitzschlag, Brand) unvermietbar wurde.

Oder dass selbst Pfändungsversuchen bei Ihrem zahlungsunfähigen Mieter erfolglos geblieben sind. Oder dass Sie sich nachhaltig aber erfolglos darum bemüht haben, neue Mieter zu finden.

Grundsteuererlass: Tun Sie alles, um Mietausfälle zu vermeiden

Die meisten Anträge auf einen Grundsteuererlass scheitern daran, dass Sie Ihr erfolgloses Vermietungsbemühen nicht nachweisen können.

Es reicht nicht, halbherzig einige Anzeigen zu schalten. Geht es nach den Gerichten, ist es Ihnen sogar zumutbar, die Miete notfalls herabzusetzen, um Ihr Mietobjekt doch noch an den Mann zu bringen.

Grundsteuererlass auch bei strukturellem Leerstand möglich

Übrigens darf Ihnen die Kommune den Grundsteuererlass nicht einfach verweigern, wenn ein Mietverfall, ein Bevölkerungsrückgang oder ein Überangebot an leerstehenden Immobilien für die Mietausfälle verantwortlich ist.

Das hat der Bundesfinanzhof so entschieden  (BFH, Urteil vom 24.10.2007, II R 5/05).

Wie Sie Ihren Antrag auf Grundsteuererlass formulieren können

Für einen Antrag auf Grundsteuererlass müssen Sie keinen besonderen amtlichen Vordruck ausfüllen. Es reicht ein "ganz normaler Brief" an das Steueramt Ihrer Stadt oder Gemeinde beziehungsweise an das Finanzamt, sofern das Objekt in Bremen, Hamburg oder Berlin liegt. Ihr Schreiben könnte ungefähr so aussehen:

An das

Bürgermeisteramt

..........................................

..........................................

.........................................

                                                                                                                         .....................................

                                                                                                                           (Ort/Datum)

Antrag auf Grundsteuererlass

 

Antrag auf Grundsteuererlass nach § 33 Abs. 1 GrStG für meine Mietwohnung in der .......... Str. Nr. .....

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit beantrage ich nach § 33 Abs. 1 GrStG, mir die Grundsteuer 20............... für meine vermietete Eigentumswohnung im Gebäude in der ............... Str. Nr. ..... in .............................. teilweise zu erlassen. Der normale Rohertrag hat sich ohne mein Verschulden um mehr als 50 % gemindert.

Begründung:

Durch Kündigung des bisherigen Mieters wurde die Wohnung zum 1.4.20............ frei. Trotz aller Bemühungen konnte ich erst zum 1.12.20.......... einen neuen Mieter finden.

Bereits Anfang Januar 20................ hatte ich in unserer Tageszeitung inseriert. Bis Ende Februar hatte ich insgesamt 4 Vermietungsanzeigen veröffentlicht. Als Nachweis übersende ich Ihnen anbei die Kopien meiner Inserate.

Nachdem sich kein geeigneter Mieter gemeldet hatte, übergab ich die Sache dem ortsansässigen Maklerbüro .............................. . Diesem gelang es schließlich, meine Wohnung zum 1.12.20......... neu zu vermieten.

Die Wohnung konnte ich bisher für 400 EUR monatlich vermieten. Von meinem neuen Mieter erhalte ich - siehe beigefügte Kopie des Mietvertrags - nur noch 350 EUR.

Durch den 8-monatigen Leerstand und die reduzierte Miete ab 1.12.20............. hatte ich 20............. nur 1 550 EUR Mieteinnahmen gegenüber 4 800 EUR bei ganzjähriger Vermietung zum alten Mietzins.

Der normale Rohertrag meiner Wohnung hat sich 20...... um 3 250 EUR oder 67,71 % gemindert. Daran trifft mich kein Verschulden. Damit sind die Voraussetzungen des § 33 Abs. 1 GrStG erfüllt.

Bitte überweisen Sie die Grundsteuererstattung auf mein Konto, von dem Sie auch die Grundsteuer abbuchen.

Sofern Sie noch weitere Unterlagen benötigen, bitte ich um Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen

.........................................

(Vermieter/in)

 

 

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Foto: Judith Engst / Redaktion meineimmobilie.de
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Judith Engst hat sich als Wirtschafts- und Finanzjournalistin auf die publizistische Beratung im Bereich Finanzen, Geldanlage, Recht und Steuern spezialisiert. Für sie sind Immobilien ein unentbehrlicher Baustein zur ...
Judith Engst
muster-vorlagen
Wussten Sie, dass Sie als Vermieter einen teilweisen Grundsteuererlass beantragen können, wenn Ihre Immobilie längere Zeit leersteht? Zwar wird Ihnen dann die Grundsteuer nicht vollständig erlassen. Aber immerhin 50 % davon können Sie einsparen.   Aber Achtung: Damit Sie von dieser Steuerersparnis profitieren, gelten strenge Voraussetzungen. Außerdem müssen Sie den Grundsteuererlass schon demnächst beantragen. Folgende Regeln sollten Sie einhalten:  
Hatten Sie 2015 ein schlechtes Vermieter-Jahr? Dann können Sie jetzt nochmals ein paar Euro sparen. Wie? Indem Sie weniger Grundsteuern zahlen!   Denn mit Leerstand und Mietminderungen sind Sie als Vermieter ja bereits genug gestraft. Wie Sie sich einen Teil Ihrer gezahlten Grundsteuer zurückholen können, erfahren Sie hier
Vermieter können bei Wohnungsleerstand bei den Steuerämtern der Städte und Gemeinden oder in den Stadtstaaten beim Finanzamt einen teilweisen Grundsteuererlass beantragen. Anträge für das Jahr 2015 können Sie noch bis 31.3.2016 stellen. 
Als Vermieter brauchen Sie nicht die volle Grundsteuer zu zahlen, wenn Ihre Immobilie unverschuldet leersteht. Sie können sich bis zur Hälfte der geleisteten Zahlungen rückwirkend für das abgelaufene Jahr erstatten lassen.

 meineimmobilie.de-Tipp

Für den Antrag auf Grundsteuererlass gibt es kein spezielles Formular. Es genügt ein formloses Schreiben an das Steueramt Ihrer Stadt oder Gemeinde beziehungsweise an das Finanzamt, sofern das Objekt in Bremen, Hamburg oder Berlin liegt.


Daraus sollte hervorgehen, wie hoch die Mietausfälle im Vergleich zum erwarteten Gesamtertrag sind. Außerdem müssen Sie deutlich machen, dass Sie als Eigentümer nichts für den Leerstand können. Dokumentieren Sie bei Leerstand alles, was Sie zur Vermeidung der Mietausfälle unternommen haben: Also gescheiterte Pfändungsversuche bei zahlungsunfähigen Mietern. Oder bei Leerstand geschaltete Anzeigen, Besichtigungstermine, die Beauftragung eines Maklers. Auch muss klar sein, dass die verlangten Mieten nicht unrealistisch hoch sind.

 

Sind diese Voraussetzungen erfüllt und klar dokumentiert, muss Ihre Stadt oder Gemeinde Ihnen den Grundsteuererlass gewähren (§ 33 Grundsteuergesetz).