Samstag, 11.01.2014 | Autor: Judith Engst , Foto: © styleuneed - Fotolia.com

Maßlose Gier: Grunderwerbsteuer steigt in vier Ländern

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Worum geht´s

• Grunderwerbsteuer
• Anhebung ab 2014
• Neue Steuersätze

Was die Gier der Bundesländer angeht, gibt es offenbar keine Grenzen. Jüngster Beweis: die erneute Anhebung der Grunderwerbsteuer in einigen Ländern. Bis zu stolzen 6,5 Prozent reicht jetzt der Grunderwerbsteuersatz.

Kaum wechselt die Jahreszahl, schon wechseln auch die Steuersätze beim Grunderwerb. Und wie die Jahreszahl kennen auch die Steuersätze nur eine Richtung: nach oben!

Gleich vier Bundesländer machten zum Jahreswechsel von ihrem Recht Gebrauch, den Grunderwerbsteuersatz anzuheben:

  • Niedersachsen und Bremen (um 0,5 Prozentpunkte auf jetzt 5 Prozent)
  • Berlin (um 1 Prozentpunkt auf jetzt 6 Prozent) und
  • Schleswig-Holstein (um 1,5 Prozentpunkte auf jetzt 6,5 Prozent)

Damit werden Immobilienkäufe künftig zu einem teuren Spaß, was die Kaufnebenkosten angeht. Denn die Grunderwerbsteuer liegt inzwischen in allen Bundesländern zwischen 3,5 Prozent und 6,5 Prozent.

Der Steuerbescheid kommt automatisch vom Finanzamt

Das Finanzamt stellt den Bescheid sofort aus, nachdem es vom Notar eine Kopie des Kaufvertrags erhalten hat. Das geschieht automatisch. Als Käufer können Sie darauf keinen Einfluss nehmen.

Worauf Sie allerdings sehr wohl Einfluss nehmen können, ist die Bemessungsgrundlage. Außerdem gibt es bestimmte Verschonungsregeln und auch steuerlich können Sie die Grunderwerbsteuer oft geltend machen.

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Die Debatte um die Gleichstellung homosexueller Lebenspartner beim Ehegattensplitting ist in vollem Gange. Bei der Grunderwerbsteuer allerdings hat das Bundesverfassungsgericht jetzt Tatsachen geschaffen. Die Besteuerung ist nicht rechtmäßig.
Grundstücke sind teuer – und jetzt will auch noch das Finanzamt kräftig von Ihrem Kauf profitieren: mit der Grunderwerbsteuer. Über die Höhe darf jedes Bundesland selbst bestimmen. Aktuell hat Thüringen die Grunderwerbsteuer zum 1.1.2017 auf 6,5 % erhöht. Wann und wie tief Sie pro Bundesland in die Tasche greifen müssen und wo Immobilienerwerb noch günstig ist, zeigt diese aktuelle Steuer-Tabelle.

 meineimmobilie.de-Tipp

Wenn Sie eine Immobilie kaufen, listen Sie alles separat auf, was Sie mit dem Haus übernehmen, was aber nicht direkt zum Gebäude beziehungsweise Grundstück gehört. Beispielsweise also die Einbauküche. Wenn Sie dafür beispielsweise eine Ablösesumme von 10.000 € vereinbaren, dann sollten Sie das im Kaufvertrag separat aufführen lassen. Diese 10.000 € werden dann nicht zur Bemessung der Grunderwerbsteuer herangezogen.

 

Von der Grunderwerbsteuer verschont bleiben Verkäufe zwischen Eheleuten. Auch der Verkauf unter Verwandten in gerader Linie bleibt steuerfrei. Was bedeutet: Kinder können steuerfrei an ihre Eltern verkaufen oder umgekehrt und für Enkel und Großeltern gilt dasselbe.

 

Schließlich sollten Sie noch wissen: Wenn Sie die gekaufte Immobilie vermieten, dann gehört die Grunderwerbsteuer zu den absetzbaren Kaufnebenkosten. Diese können Sie selbstverständlich als Werbungskosten bei den „Einkünften aus Vermietung und Verpachtung“ (Anlage V) von der Steuer absetzen.

 

Sie sehen also: So teuer und ärgerlich die ständigen Erhöhungen sind, so haben Sie doch die Möglichkeit, Ihre finanzielle Last etwas zu senken.