Mittwoch, 25.04.2012 | Autor: Judith Engst

Leserfrage: Wie genau wird die Spekulationsfrist berechnet?

Worum geht´s
  • Berechnung der Spekulationsfrist
  • privates Veräußerungsgeschäft
  • Fristbeginn und -ende
Stichworte zu diesem Thema

"Danke für Ihren Beitrag über die Spekulationssteuer. Jetzt wüsste ich aber gerne noch: Wie genau wird die Spekulationsfrist berechnet? Wird der Gewinn aus einer am 1. Februar 2000 gekauften und am 28. Dezember 2009 wieder verkauften Immobilie besteuert oder nicht, wenn der Kaufpreis erst am 1. März 2000 und der Verkaufspreis erst am 1. März 2010 gezahlt wurde?" So die Zuschrift eines Lesers. Eine spannende Frage!

Wenn mindestens 10 Jahre zwischen Erwerb und Verkauf einer Immobilie liegen, bleiben eventuelle Verkaufsgewinne steuerfrei, schrieb ich Ihnen letzte Woche.

Aber was genau zählt als Kauf- und Verkaufsdatum? Das Datum des Kaufvertrags? Das Datum der Zahlung? Oder die Eintragung im Grundbuch? Und wird die Spekulationsfrist auf den Tag genau ermittelt, oder zählen hier nur Monate oder gar Kalenderjahre?

Dazu müssen Sie folgendes wissen: Es zählt immer das Datum des Kaufvertrags - sowohl beim Erwerb als auch beim Verkauf. Die Spekulationsfrist beginnt am Tag nach dem Abschluss des Kaufvertrags und endet auf den Tag genau 10 Jahre danach (gleiches Datum, andere Jahreszahl).

Im Beispiel der oben erwähnten Leserzuschrift bedeutet dies: Die Spekulationsfrist war beim Verkauf der Immobilie noch nicht abgelaufen. Die Frist begann am 2. Februar 2000 und endete erst am 1. Februar 2010. Damit sind die Gewinne aus dem Verkauf der Immobilie als "privates Veräußerungsgeschäft " steuerpflichtig (Paragraf 23 Abs. 1 Nr. 1 EStG). Auf sie wird der persönlichen Einkommensteuersatz (maximal 45%) fällig.

Unerheblich ist, dass zwischen Zahlungs des Kaufpreises und Erhalt des Verkaufspreises tatsächlich volle 10 Jahre verstrichen sind. Ebenfalls unerheblich ist die Frage, wann jeweils beim Kauf und beim Verkauf der Eigentümerwechsel ins Grundbuch eingetragen wurde. Es zählt allein das Datum der beiden Kaufverträge.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Gehen Sie auf Nummer sicher. Der Kaufvertrag, mit dem Sie die Immobilie verkaufen, sollte mindestens 10 Jahre später geschlossen werden. Also entweder am gleichen Kalendertag oder sogar noch später. Auf keinen Fall aber sollten Sie die Immobilie früher verkaufen, wenn der Verkauf Ihnen Gewinn bringt.

Bei selbstbewohnten Immobilien brauchen Sie diese Frist allerdings nicht zu beachten. Hier genügt es, wenn Sie im Jahr des Verkaufs und und in den beiden Jahren davor selbst darin gewohnt haben.