Freitag, 01.03.2013 | Autor: Judith Engst , Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008

Leserfrage: Sind Bausparverträge steuerlich absetzbar?

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008
Worum geht´s
  • Bausparvertrag
  • Absetzbarkeit der Sparraten
  • Riester-Verträge
  • Abgeltungsteuer

„Ich zahle pro Monat 150 Euro in einen Bausparvertrag ein“, schreibt uns ein Leser. „Kann ich diese Sparraten von der Steuer absetzen?“ Unsere Antwort auf diese Frage: Das kommt ganz darauf an.

 

Genauer gesagt kommt es darauf an, ob es sich bei Ihrem Bausparvertrag um einen Riester-Vertrag handelt oder nicht.

Falls es sich nicht um einen Riester-Vertrag handelt, haben Sie keine Möglichkeit, Ihre Sparraten abzusetzen.

Im Gegenteil: Sofern die Zinseinnahmen des Bausparvertrags zusammen mit den Einkünften aus Ihren anderen Geldanlagen den Sparerpauschbetrag von 801 Euro pro Jahr überschreiten, müssen Sie diese sogar noch versteuern. Dann werden 25 Prozent der erhaltenen Zinsen zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer von der Bausparkasse einbehalten und ans Finanzamt abgeführt.

Anders dagegen sieht es aus, wenn Ihr Bausparvertrag ein Riester-Vertrag ist. Dann sollten Sie ihn unbedingt in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Dafür gibt es die Anlage AV (Altersvorsorge). Wichtig: Nicht nur die Sparraten geben Sie an, sondern auch die erhaltenen Zulagen.

Ob sich daraus allerdings wirklich eine Steuerersparnis ergibt, kommt auf den Einzelfall an. Das Finanzamt führt hier eine so genannte Günstigerprüfung durch. Es prüft hier automatisch,

  • ob die Zulagen höher sind als die mögliche Steuerersparnis. Dann bleibt der Riester-Bausparvertrag steuerlich unberücksichtigt und Ihr Vorteil ergibt sich allein aus den erhaltenen staatlichen Zulagen.
  • oder ob die mögliche Steuerersparnis höher ist als die Zulagen, die Sie erhalten haben. In diesem Fall erhöht sich Ihr zu versteuerndes Einkommen zwar um die Zulagen, aber dafür sparen Sie durch die Absetzbarkeit Ihrer Sparraten viel mehr an Steuern.

Die Steuerersparnis wirkt sich erfahrungsgemäß vor allem bei Besserverdienenden aus, während Geringverdiener eher von den Zulagen profitieren.

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.

 meineimmobilie.de-Tipp

Früher war es nötig, bei Riester-Verträgen die Bescheinigung des Anbieters nach Paragraf 10a EStG zusammen mit der Steuererklärung einzureichen. Diese Pflicht entfällt nun, weil die Anbieter die Daten inzwischen direkt ans Finanzamt übermitteln.

 

Aber ob mit Riester-Förderung oder ohne: Überlegen Sie sich gut, ob ein Bausparvertrag sich für Sie lohnt. Denn die hohen Kosten für diese Verträge (bis zu 1,6 Prozent der Bausparsumme) machen oft den Zinsvorteil aus Geldanlage und zinsgünstigem Darlehen nicht wett. Aus diesem Grund ist ein Bausparvertrag nicht unbedingt ratsam, auch nicht als Riester-Vertrag .