Donnerstag, 29.05.2014 | Autor: Judith Engst, Foto: © Rhombur - Fotolia.com

Leserfrage: Kann ich die Versicherungssteuer als Vorsteuer abziehen?

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Worum geht´s

• Versicherungssteuer
• Vorsteuer
• Umsatzsteuererklärung

„Ich bin als gewerblicher Vermieter umsatzsteuerpflichtig. Jetzt frage ich mich, ob ich die 19-prozentige Versicherungssteuer auf die Gebäudeversicherung als Vorsteuer bei der Umsatzsteuererklärung geltend machen kann.“ Eine spannende Leserfrage, die wir für Sie gerne beantworten.


Als Vermieter umsatzsteuerpflichtig zu sein, kann Vorteile haben: Zwar müssen Sie auf die Miete 19 Prozent Mehrwertsteuer aufschlagen. Im Gegenzug können Sie sich aber die so genannte Vorsteuer vom Finanzamt erstatten lassen. Sprich: Das Geld, das andere Unternehmen (z. B. Handwerker, Bauunternehmen oder Reinigungsfirmen) als Mehrwertsteuer auf den Nettobetrag ihrer Rechnungen aufschlagen. Das sind in der Regel 19 Prozent.

19 Prozent beträgt auch die Versicherungssteuer für die meisten Versicherungen, so auch für die Gebäudeversicherung. Aber Achtung: Es handelt sich dabei nicht um eine Umsatzsteuer. Das hat der Bundesfinanzhof bereits im Jahr 2010 klargestellt. Folglich können Sie die Versicherungssteuer auch nicht als Vorsteuer geltend machen, sofern Sie als Vermieter umsatzsteuerpflichtig sind (BFH, 23.11.2010, Az. V B 119/09).

Was bedeutet das konkret?
Die Versicherungssteuer, die in Ihren Prämien enthalten ist, erstattet Ihnen das Finanzamt nicht. Das ist unabhängig davon, ob Sie umsatzsteuerpflichtig sind oder nicht. Dieser Steuer können Sie als Gebäudeeigentümer also nicht entgehen.

Sie müssen aber wissen: Selbstverständlich sind die vollen Prämien (inklusive Versicherungssteuer) auf die Mieter umlegbar beziehungsweise als Werbungskosten absetzbar. Wenn Sie also beispielsweise jährlich 500 Euro für die Gebäudeversicherung Ihres Mietshauses zahlen, setzen Sie diese 500 Euro auch als Werbungskosten ab. Die 500 Euro die ihre Mieter Ihnen im Rahmen der Nebenkostenabrechnung erstatten, erfassen Sie im Gegenzug als Einnahme.
 

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Die Gebäudeversicherung schützt das im Versicherungsvertrag bezeichnete Gebäude, die Nebengebäude sowie die ...

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Brandschutz inklusive? Dann ist der Steuersatz niedriger
Immerhin eine Möglichkeit gibt es, Versicherungssteuer zu sparen: Wählen Sie eine Gebäudeversicherung, die auch für Brandschäden aufkommt. Das ist ohnehin sinnvoll, denn Gebäudebrände sind eine häufige Schadensursache. Bei entsprechenden Policen beträgt der aktuelle Steuersatz keine 19 Prozent, sondern lediglich 17,75 Prozent.

 

Der niedrigere Steuersatz erklärt sich so: Reine Feuerschutzversicherungen unterliegen der Feuerschutzsteuer. Diese beträgt nur 14 Prozent. Da eine Gebäudeversicherung inklusive Feuerschutz eine gemischte Versicherung ist, wird auch die Steuer „gemischt“. Bei einem Feuerrisikoanteil von 25 Prozent, mit dem die Gebäudeversicherer kalkulieren, ergibt sich der ermäßigte Steuersatz von 17,75 Prozent.