Freitag, 16.10.2015 | Autor: Judith Engst, Foto: © bill_17 - Fotolia.com

Kredit in Schweizer Franken: Warum Wechselkursverluste nicht absetzbar sind

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Worum geht´s

• Fremdwährungskredit
• Wechselkursverluste
• Absetzbarkeit
• Finanzgericht Hamburg

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Wer als Vermieter zur Hausfinanzierung einen Kredit in Schweizer Franken aufgenommen hat, ärgert sich jetzt gewaltig, weil der Euro schwächelt.

Und nicht nur das: Auch steuerlich gibt es Grund zum Ärgern, denn die Währungsverluste lassen sich nicht mal als Werbungskosten geltend machen.

Gerade wurde ein spannender Fall vor dem Finanzgericht Hamburg verhandelt, der interessant für alle Immobilienbesitzer ist, die Ihre Immobilie mit ausländischem Geld finanziert haben (2.10.2015, Az. 2 K 197/14).

So wie eine Hamburger Vermieterin, die zur Finanzierung ihres Mietshauses einen Kredit in Schweizer Franken aufgenommen hatte. Zinsen und Tilgung zahlte sie in Euro.

Teurer Franken interessiert das Finanzamt nicht

Dann jedoch gewann der Franken gegenüber dem Euro zusehends an Stärke. Plötzlich reichten die regelmäßigen Kreditraten nicht mehr aus, um den Kredit zu tilgen.

Im Gegenteil: Die Kreditschuld wurde größer - und auch die Zinslast nahm zu. Deshalb wollte die Vermieterin die erlittenen Währungsverluste von der Steuer absetzen. Das seien Werbungskosten, meinte sie.

Finanzamt verweigert Anerkennung als Werbungskosten

Das Finanzamt sah das nicht so. Einkünfte aus Währungsspekulationen seien keine Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Deswegen seien auch die Ausgaben nicht als Werbungskosten absetzbar.

Das gelte, obwohl der Fremdwährungskredit zum Finanzieren einer Mietimmobilie gedient habe. Die Klage der Vermieterin gegen die Ablehnung Ihres Einspruchs blieb erfolglos.

Es bleibt dabei: Währungsverluste sind nicht absetzbar

Die Richter des Finanzgerichts Hamburg folgten der Argumentation des Finanzamts. Und sie präzisierten: Da auch die Gewinne aus Fremdwährungskrediten nicht der Besteuerung unterlägen, gebe es keine andere Schlussfolgerung.

Die erlittenen Währungsverluste seien keineswegs Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung. Steuerlich seien sie damit nicht absetzbar.

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Foto: Judith Engst / Redaktion meineimmobilie.de
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Judith Engst hat sich als Wirtschafts- und Finanzjournalistin auf die publizistische Beratung im Bereich Finanzen, Geldanlage, Recht und Steuern spezialisiert. Für sie sind Immobilien ein unentbehrlicher Baustein zur ...
Judith Engst
Vermieter, bei denen in nächster Zeit die Entscheidung zur Anschlussfinanzierung bevorsteht, können durch einen Bankwechsel doppelt profitieren. Denn zum einen sind die Zinsen sehr niedrig und zum anderen bieten viele andere Banken günstige Angebote zur Anschlussfinanzierung an.
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 meineimmobilie.de-Tipp

Schließen Sie nie Fremdwährungskredite ab

 

Mögen die Konditionen noch so günstig sein und das angebotene Darlehen noch so attraktiv: Machen Sie trotzdem um Fremdwährungskredite einen großen Bogen. Denn Sie können niemals wissen, wie sich die Fremdwährung in Relation zum Euro entwickelt. Und hier kann es manch böse Überraschung geben.

 

Die Tatsache, dass Verluste steuerlich nicht absetzbar sind, macht das Ganze auch nicht besser. Sie sollten zur Finanzierung einer Immobilie deshalb stets nur einen auf Euro lautenden Kredit aufnehmen. Bei den aktuell niedrigen Zinsen im Euro-Raum fällt diese Entscheidung sicher nicht schwer.

 

Aber Sie sollten auch dann an dieses Prinzip halten, wenn die Leitzinsen wieder steigen und Fremdwährungskredite daher vermeintlich attraktiv erscheinen. Das sind sie definitiv nicht. Das Wechselkursrisiko ist einfach zu hoch.