Montag, 03.12.2012 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007

Kosten für Winterdienst von der Steuer absetzen

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007
Worum geht´s
  • Kosten für den Winterdienst auf öffentlichen Gehwegen steuerlich geltend machen
  • Aufwendungen für den Winterdienst als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen
Stichworte zu diesem Thema

Pünktlich zum ersten Advent ist der Winter in Deutschland angekommen. Für Hauseigentümer beginnt damit die lästige Zeit des Schneeschippens. Doch ein aktuelles Steuerurteil bringt Freude auf: Die Aufwendungen für den Winterdienst können als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend gemacht werden.

Kosten, die einem selbstnutzenden Grundstückseigentümer für den Winterdienst auf dem an seinem Grundstück angrenzenden öffentlichen Gehweg entstehen, können steuerlich als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend gemacht werden. Auf eine entsprechende Entscheidung des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg (Aktenzeichen 13 K 13287/10) macht der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland aufmerksam.

Winterdienst als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen

Ein Hauseigentümer hatte die ihm für die Schneebeseitigung auf dem Gehweg in Rechnung gestellten Kosten in Höhe von knapp 150 Euro als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich geltend gemacht. Das Finanzamt erkannte die Kosten nicht an: Die Arbeiten seien nicht auf dem Grundstück ausgeführt worden, sondern auf öffentlichem Gelände, weshalb kein Steuerabzug geltend gemacht werden könne. Nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhob der Eigentümer Klage und bekam Recht. Denn wenn eine Dienstleistung, die auf dem Grundstück selbst als haushaltsnahe Dienstleistung gelte, auf Grundlage einer öffentlich-rechtlichen Verpflichtung auf öffentlichem Gelände erbracht werde, gelte auch dort die Steuerförderung, so das Gericht.

Winterdienst: Einspruch beim Finanzamt einlegen

Noch ist die Entscheidung aber nicht rechtskräftig, da das Finanzamt bei seiner Auffassung bleibt und Revision beim Bundesfinanzhof (BFH) eingelegt hat. Hauseigentümern, denen das Finanzamt die Aufwendungen für die Gehweg-Schneeräumung nicht anerkennt, können unter Hinweis auf das anhängige Verfahren Einspruch einlegen und das Ruhen des Verfahrens beantragen, bis der BFH entschieden hat.

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