Freitag, 08.07.2011 | Autor: Jörg Stroisch

Immobilie sanieren und Steuern sparen

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Mit der energetischen Sanierung Ihres Wohn- oder Mietshauses hätten Sie eigentlich sofort beginnen können - hätte der Bundesrat das Gesetz, das die steuerliche Absetzbarkeit garantieren sollen, nicht in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause gestoppt. Noch ist es nicht in trockenen Tüchern, aber geplant ist es sehr wohl: Die Kosten dafür sollen steuerlich absetzbar sein.

Sowohl Vermieter als auch Selbstnutzer sollen von der neuen Regelung profitieren. Was das vom Bundestag beschlossene und vom Bundesrat noch nicht abgesegnete Gesetz regelt, erfahren Sie hier.

Welche Immobilien sind betroffen?

Das Gesetz umfasst Immobilien, die vor 1995 erbaut wurden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine vermietete oder um eine selbstgenutzte Immobilie handelt. Die Kosten für die energetische Sanierung sind gleichermaßen für beide absetzbar.

Welche Maßnahmen werden steuerlich gefördert?

Grob gesagt alles, was Strom und Heizkosten spart. Das reicht von der Dämmung von Dach, Außenwand und Keller bis zum Einbau gut isolierender Fenster. Auch der Einbau energiesparender Heizkessel (z.B. Brennwertkessel) fällt unter die steuerlich geförderten Maßnahmen.

Wie macht man die Kosten steuerlich geltend?

Dabei müssen Sie unterscheiden, ob Sie das Gebäude oder die Wohung vermieten oder selbst nutzen:
Als Vermieter schreiben Sie die Kosten für die energetische Sanierung über 10 Jahre ab. Das heißt, Sie setzen über 10 Jahre hinweg jedes Jahr 10 Prozent der Kosten als Werbungskosten von der Steuer ab.
Als Selbstnutzer machen Sie die Kosten als Sonderausgaben geltend. Aber auch hier gilt die 10-Jahres-Regelung: 10 Prozent der Kosten können Sie pro Jahr von Ihren Gesamteinkünften abziehen. Denn bei Sonderausgaben spielt es keine Rolle, dass Sie mit Ihrer Immobilie gar keine Einkünfte erzielen.

Welche Nachweise verlangt der Staat?

Die energiesparende Wirkung der Sanierungsmaßnahmen muss Ihnen ein Sachverständiger bescheinigen. Dessen Gutachten müssen Sie dem Fiskus vorlegen. Achtung: Es ist nicht möglich, sich ein Gefälligkeitsgutachten von einem befreundeten Sachverständigen zu holen. Denn bei vorsätzlich oder grob fahrlässig falschen Gutachten muss der Sachverständige dem Staat für irrtümlich erlassene Steuern haften. Immobilieneigentümer werden also wohl niemanden finden, der ihnen eine Energieersparnis bei Maßnahmen bescheinigt, die gar nicht dazu führen.

Lassen sich die Kosten trotzdem auf die Mieter umlegen?

Voraussichtlich nicht, aber das letzte Wort dazu hat der Bundesrat. Höchstwahrscheinlich läuft es auf folgende Regelung hinaus: Entweder, Sie beteiligen Ihre Mieter an den Kosten für die Sanierung oder Sie machen die Kosten steuerlich geltend. Wobei letzteres in der Regel die attraktivere Variante sein dürfte.

Beachten Sie: Noch hat der Bundesrat dem Gesetzesentwurf nicht zugestimmt. Vielmehr er ihn am 8. Juli 2011 dem abgelehnt. Voraussichtlich wird jetzt der Vermittlungsausschuss angerufen. Wir werden Sie über die weiteren Ergebnisse informieren.

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
Foto: Sebastian Fery / Haufe

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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
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