Mittwoch, 28.09.2011 | Autor: mb

Höhere Steuern auf Immobilienbesitz

Worum geht´s

In vielen Bundesländern wurde die Grunderwerbssteuer angehoben. Sie bezieht sich auf das Grundstück und damit fest verbundenen Sachen.

Topstory: Wohnen wird teurer: Zum Oktober heben mehrere Bundesländer den Steuersatz für Grunderwerb auf fünf Prozent an. Außerdem steigt auch die Grundsteuer in vielen Kommunen. Für Haus- und Grundbesitzer, aber auch für Mieter bedeutet das, dass sie vielerorts tiefer in die Tasche greifen müssen.

Den Bundesländern und Kommunen fehlt Geld in der Kasse. Abhilfe sollen Steuererhöhungen schaffen, die vor allem Haus- und Grundstücksbesitzer treffen, aber auch Auswirkungen auf Mieter von Wohnraum haben. Zum Oktober 2011 werden einige Länder die Grunderwerbsteuer anheben. Außerdem steigt in vielen Kommunen der Grundsteuerhebesatz.

Anhebung der Grunderwerbsteuer in mehreren Ländern

In Baden-Württemberg möchte die neue rot-grüne Landesregierung mehr Geld in die Bildung investieren. Die Mittel dazu sollen von den Steuerzahlern kommen, genauer gesagt von Haus- und Grundbesitzern. Das Land will im Oktober die Grunderwerbsteuer von 3,5 auf fünf Prozent anheben - trotz Protesten. Eine Erhöhung schade sowohl jungen Familien und als auch der Wirtschaft, kritisiert der Bund der Steuerzahler in einer Pressemitteilung.

Auch in Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Brandenburg gilt nun ein Steuersatz von fünf Prozent bei Grunderwerb. Schleswig-Holstein will im kommenden Jahr nachziehen und mit den Mehreinnahmen die Neuverschuldung senken. Fünf Prozent Grunderwerbsteuer müssen auch künftige Grundstückseigner in Rheinland-Pfalz bezahlen. Dort wird der Steuersatz ab März 2012 angehoben. Jürgen Dawo von der Aktion pro Eigenheim kritisierte die Entscheidung in einer Pressemitteilung: "Seitdem die einzelnen Bundesländer den Grunderwerbsteuersatz individuell festlegen können, nutzen sie diese Einnahmequelle auch kräftig aus. Dies ist pure Willkür."

Vergleichsweise günstig kommen Käufer von Grundstücken noch in Bayern, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen weg: Dort steht der Steuersatz derzeit bei 3,5 Prozent. Die Prozentzahl bezieht sich auf den Kaufpreis für ein Grundstück und die mit dem Grund fest verbundenen Sachen, also zum Beispiel ein bereits errichtetes Gebäude. Zubehör, das beim Hausverkauf den Eigentümer wechselt, aber nicht fest mit dem Grund und Boden verbunden ist, wird für die Erhebung der Grunderwerbsteuer aus dem Kaufpreis herausgerechnet. Das betrifft zum Beispiel die Einbauküche oder andere Einrichtungsgegenstände, die miterworben wurden.

Erhöhung der Grundsteuer

Neben der Grunderwerbsteuer, die einmalig beim Kauf eines bebauten oder unbebauten Grundstücks fällig wird, müssen Eigentümer auch die sogenannte Grundsteuer entrichten. Sie wird von den Kommunen erhoben und ist von Region zu Region unterschiedlich hoch. Auch hier haben viele Gemeinden in diesem Jahr den Hebesatz nach oben geschraubt. "Dies geht nicht nur zulasten selbstnutzender Eigentümer, sondern auch zulasten der Mieter, für die die Grundsteuer im Regelfall ein Bestandteil ihrer Betriebskostenabrechnung ist", kommentiert Rolf Kornemann von der Eigentümergemeinschaft Haus & Grund laut einer Pressemitteilung des Verbands.

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Als Vermieter können Sie einen Grundsteuererlass beantragen, wenn Sie einen unverschuldeten Mietausfall von beträchtlicher Höhe zu verzeichnen haben. Der Antrag muss bis 31. März des Folgejahres bei der Stadt eingereicht werden.