Freitag, 09.12.2016 | Autor: Judith Engst, Foto: © electra kay-smith - Fotolia.com

Haushaltsnahe Handwerkerleistungen: So umgehen Sie die Höchstgrenze

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Worum geht´s

• haushaltsnahe Dienstleistungen
• 6.000 Euro Höchstbetrag
• Verteilung auf zwei Jahre

Haushaltsnahe Dienstleistungen können Sie als Eigenheimbesitzer von der Steuer absetzen. Allerdings nur bis zu einem maximalen Rechnungsbetrag von 6.000 Euro. Dann können Sie 20 Prozent davon - nämlich 1.200 Euro - von der Steuer absetzen.

 

Was aber, wenn Ihr Rechnungsbetrag viel höher ausfällt: Verschenken Sie dann Steuern? Nicht unbedingt. Wie Sie den "überschießenden Betrag" retten können, verraten wir Ihnen hier. 

Steuern sparen: Sammeln Sie Handwerkerrechnungen

Zunächst einmal die steuerlichen Regeln: Als Haushaltsnahe Handwerkerleistungen sind vor allem handwerkliche Arbeiten, die direkt bzw. in unmittelbarer Nähe Ihres Grundstücks oder in Ihrer Immobilie ausgeführt werden. So zum Beispiel, wenn Sie eine Gartenbaufirma mit Gartenarbeiten beauftragen, den Elektriker mit Elektroinstallationen und den Installateur mit der Reparatur einer defekten Wasserleitung oder Heizung.

Diese Handwerkerrechnungen sollten Sie übers Jahr sammeln und in Ihrer Steuererklärung geltend machen.

Wieviel Steuern Sie sparen können

Ihre Steuerersparnis können Sie ganz einfach ausrechnen: Es sind 20 % von dem Teil der Rechnungssumme, der die reinen Arbeitskosten, sowie die Maschinen- und Fahrtkosten umfasst. 20 Prozent der Rechnungssumme können Sie direkt von Ihrer Steuernachzahlung abziehen. Lediglich die Materialkosten müssen Sie aus der Rechnung herausrechnen: Die sind nicht absetzbar.

Handwerkerrechnung: Wie Sie die Höchstgrenze umgehen können

Der Haken an der Sache: Pro Kalenderjahr gibt es einen Höchstbetrag bei der Rechnungssumme von 6.000 Euro. Die ist jedoch z. B. bei einer Badsanierung schnell überschritten, wenn der Fliesenleger, der Installateur und vielleicht noch der Elektriker ihre Rechnungen schicken. Mit jeder Rechnungssumme, die darüber liegt, verschenken Sie also Steuern.

Theoretisch jedenfalls. In der Praxis gibt es jedoch durchaus Möglichkeiten, diese Grenze zu umgehen.

Verlangen Sie 2 Rechnungen: Für jedes Jahr eine

Jetzt denken Sie sicherlich auch daran, die Summe aller Rechnungen in zwei Teile aufzusplitten und die eine noch dieses Jahr, die andere im nächsten Jahr steuerlich geltend zu machen. Das klappt allerdings nicht immer.

Denn absetzbar sind nur Zahlungen, die Sie auch tatsächlich im betreffenden Jahr gezahlt haben. Dabei kommt es nicht auf das Rechnungsdatum an, sondern auf den tatsächlichen Zahlungszeitpunkt.

Wenn Sie nun mehrere Rechnungen von unterschiedlichen Handwerkern haben, bitten Sie doch einen, ob Sie einen Zahlungsaufschub bis ins neue Jahr haben können. Gerade, wenn die Rechnung noch vor dem Jahresende ankommt, ist der eine oder andere Handwerker sicherlich damit einverstanden - wenigstens fragen Sie ja noch! Andere zahlen einfach ungefragt später.

Kommentare (2)

26.10.2013, 10:31 Uhr von Jengst Profil ansehen
Danke für den Hinweis. Sie haben recht, und ich habe den Text sofort berichtigt.
25.10.2013, 15:49 Uhr von saulheimer Profil ansehen
Ist dieser Hinweis tatsächlich richtig? 'Ihre Steuerersparnis können Sie ganz einfach ausrechnen: Es sind 20 Prozent der Rechnungssumme. Diesen Betrag können Sie direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen.' Ich ging bisher davon aus, dass 20 % der Arbeitskosten aus haushaltsnahen Handwerkerleistungen, höchstens 1.200 Euro (also von 6.000 Euro) berücksichtigt werden. Zu den Arbeitskosten gehören neben den Lohnkosten noch Fahrtkosten und Kosten für Maschineneinsätze oder Gebühren für den Einsatz von Diagnosegeräten. Der Rechnungsbetrag enthält ja in der Regel auch Materialkosten. Diese bleiben m.E. unberücksichtigt.
Foto: Judith Engst / Redaktion meineimmobilie.de
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Judith Engst hat sich als Wirtschafts- und Finanzjournalistin auf die publizistische Beratung im Bereich Finanzen, Geldanlage, Recht und Steuern spezialisiert. Für sie sind Immobilien ein unentbehrlicher Baustein zur ...
Judith Engst
Weniger Steuern zahlen - davon träumt auch Ihr Mieter. Deswegen sollten Sie in Ihrer Betriebskostenabrechnung bei den Rechnungen, in denen haushaltsnahe Dienstleistungen stecken, diese dem Mieter auch ausweisen. Viel Arbeit ohne Geld? Ja, aber Vermieterpflicht, wenn der Mieter darauf besteht!
MEHR WISSEN: Auch Ihr Mieter dankt es Ihnen, wenn Sie die haushaltsnahen Dienstleistungen ausweisen. Denn diese kann er von den Steuern absetzen.
Sie haben den Maler, den Elektriker oder den Fliesenleger im Haus. Hinterher ist zwar alles schöner und besser, aber natürlich bekommen Sie dafür auch eine Rechnung präsentiert. Heften Sie diese Rechnung zu Ihrer Steuererklärung, denn dafür bekommen Sie vom Finanzamt was geschenkt: 20 % des Rechnungsbetrags als Ihr persönliches „Steuerbonbon!“
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 meineimmobilie.de-Tipp

Prüfen Sie, ob bei Ihnen die 6.000-Euro-Grenze in diesem Jahr schon überschritten ist oder noch nicht. Falls ja, sprechen Sie mit Ihren Dienstleistern (Handwerksbetrieben oder sonstigen Dienstleistern). Bitten Sie um Zahlungsaufschub bis im Januar des nächsten Jahres. Überweisen Sie das Geld dann erst im neuen Jahr.

 

Beachten Sie: Die Absetzbarkeit haushaltsnaher Dienstleistungen gilt nur für Eigenheimbesitzer.

 

Als   Vermieter   sind Sie dagegen an keine Höchstgrenze gebunden: Da dürfen Sie jede Rechnung von der Steuer in der Anlage V absetzen. Und es ist auch egal, ob die Dienstleistung „haushaltsnah“ erbracht wurde oder nicht. Hauptsache, sie betrifft die Mietwohnung. Dann sind die Kosten in voller Höhe absetzbar, und zwar nicht nur mit 20 % der Rechnungssumme, sondern mit ihrem persönlichen Steuersatz, der in der Regel deutlich höher sein wird.