Montag, 14.05.2012 | Autor: Heidi Hecht

Handwerksarbeiten steuerlich geltend machen

Worum geht´s
  • Handwerks- und Dienstleistungen in der Steuererklärung absetzen
  • Ordentliche Rechnung einreichen
  • Pauschalfestpreis statt Stundenlohn vereinbaren

Bis spätestens Ende Mai müssen Immobilienbesitzer ihre Steuererklärung beim Finanzamt einreichen.  Was viele immer noch nicht nutzen oder wissen: Sie können dabei einen Teil ihrer Handwerkerrechnungen steuermindernd geltend machen.

Immobilieneigentümer können alle Handwerks- und Renovierungsarbeiten am eigenen und selbst bewohnten Haus steuerlich geltend machen. Zwanzig Prozent von insgesamt 6.000 Euro Handwerkerrechnung dürfen direkt von der Steuerschuld abgezogen werden. Darauf macht der Verband Privater Bauherren (VPB) in einer aktuellen Pressemitteilung aufmerksam.

Ordentliche Rechnung der Handwerksarbeiten einreichen

Zwanzig Prozent von insgesamt 6.000 Euro Handwerkerrechnung können direkt von der Steuerschuld abgezogen werden. Das sind immerhin 1.200 Euro. Vorausgesetzt, es liegt eine ordentliche Rechnung vor, die per Überweisung bezahlt wurde. Abzugsfähig sind alle Handwerker- und Renovierungsarbeiten am eigenen und selbst bewohnten Haus. Und zwar die reinen Arbeitskosten ebenso wie die Fahrtkosten und die anteilige Mehrwertsteuer. Nicht abzugsfähig sind allerdings Materialkosten.

Handwerksarbeiten auf Stundenlohn

Vorsichtig sein sollten Hausbesitzer bei Firmen, die auf Stundenlohnbasis arbeiten und dem Hausbesitzer oft auch anbieten, die Materialien für sie einzukaufen und sich dann die Auslagen vom Auftraggeber erstatten zu lassen. Denn Stundenlohnarbeiten bringen oft Ärger. Spätestens, wenn die Rechnung kommt, so die Erfahrung der bundesweit tätigen VPB-Sachverständigen, wundern sich viele Bauherren über die hohe Stundenzahl und die teuren Materialien. Will der Bauherr dann die Rechnung kürzen, wehrt sich der Unternehmer.

Erst im Februar entschied das Oberlandesgericht Düsseldorf wieder einen solchen Fall (Urteil vom 28. 02. 2012, Az. 23 U 59/11) und zwar zugunsten des Eigenheimbesitzers. Die Handwerkerrechnung wurde gekürzt. Das Gericht entschied: Auch bei Stundenlohnarbeiten bekommt der Unternehmer nur die Stunden bezahlt, die für die beauftragte Arbeit tatsächlich notwendig waren. Trödeln seine Leute am Bau, muss der Auftraggeber dafür nicht geradestehen. Gleiches gilt für die Materialien. Auch hier, so entschied das Gericht, muss die Firma wirtschaftlich handeln und darf keine überteuerten Materialien einkaufen.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Damit es gerade bei kleineren Arbeiten nicht zu großem Ärger kommt, rät der VPB deshalb, grundsätzlich einen Pauschalfestpreis zu vereinbaren. In dem sollte alles enthalten sein, die gesamte Arbeit und das Material. Die Positionen müssen allerdings in der Rechnung fein säuberlich getrennt ausgewiesen werden.