Freitag, 24.01.2014 | Autor: Judith Engst, Foto: © electra kay-smith - Fotolia.com

Handwerkerleistungen: Wie Sie Verluste ins Folgejahr übertragen

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Worum geht´s

• haushaltsnahe Handwerkerleistungen
• Verlustvortrag
• Werbungskosten/Sonderausgaben

Stichworte zu diesem Thema

2013 werde ich so gut wie keine Steuern nachzahlen müssen. Kann ich meine Handwerkerrechnung dann im nächsten Jahr erst absetzen?“ So lautete die Zuschrift eines Lesers. Ob Sie die Ausgabe steuergünstig ins nächste Jahr verschieben können, hängt davon ab, ob sich Ihre Handwerkerrechnung auf Ihr Eigenheim oder Ihr Mietshaus bezieht.

Wollen Sie Ihre Handwerkerrechnung von der Steuer absetzen, gilt: Handelt es sich um eine Rechnung für Ihr Eigenheim, können Sie die Kosten als Sonderausgaben geltend machen. Das sind Ausgaben, die mit keinerlei Einkünften im Zusammenhang stehen.

Sie können dann von der Handwerkerrechnung 20 % der Arbeitskosten, aber nur maximal 1.200 EUR direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen.

Beispiel:

Sie lassen sich vom Maler den Hausflur und das Wohnzimmer renovieren. Tapeten und Farbe kosten 1.000 EUR. Dazu kommen noch mal 4.000 EUR an Arbeitskosten.

Fürs Finanzamt können Sie von der Rechnung über 5.000 EUR nur die 4.000 EUR für die Arbeitskosten ansetzen. Die Materialkosten zählen nicht mit. 20 % von 4.000 EUR wären also eine Steuerersparnis von 800 EUR.

Eigenheim: Auf den Zahlungszeitpunkt kommt es an 

Sonderausgaben haben die unerfreuliche Eigenschaft, dass sich die mögliche Steuerersparnis (im Beispiel also die 800 EUR) nicht ins nächste Jahr übertragen lässt. Müssen Sie also 2013 voraussichtlich keine oder nur wenig Steuern zahlen, bringt Ihnen eine Handwerkerrechnung, die Sie schon 2013 bezahlt haben, keine Steuerersparnis.

Zahlen Sie beispielsweise nur 800 EUR an Steuern, wollen aber im Gegenzug volle 1.200 EUR Sonderausgaben geltend machen, bleibt die Steuerersparnis auf 800 EUR beschränkt.

Wohlgemerkt: Es geht hier nicht um eventuelle Steuer-Nachzahlungen, sondern die gesamte Steuerlast des betreffenden Jahres wird hier betrachtet. Haben Sie also 2013 bereits über 1.200 EUR an Steuern gezahlt beziehungsweise als Lohnsteuer oder Einkommensteuervorauszahlung bereits ans Finanzamt abgeführt, erhalten Sie eine entsprechende Erstattung, wenn Sie die Handwerkerleistungen geltend machen.

Die Erstattung entfällt oder ist entsprechend niedrig, wenn Ihre Steuerlast geringer ist als die geltend gemachten Handwerkerleistungen.

Steuervorteil für Vermieter: So übertragen Sie Verluste clever ins Folgejahr

Im Mietshaus oder einer Mietwohnung können Sie als Vermieter die Handwerkerrechnung voll von der Steuer absetzen beziehungsweise abschreiben. Das sind keine Sonderausgaben, sondern Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung (Anlage V Ihrer Steuererklärung), weil sie im Zusammenhang mit Ihren Einkünften aus Vermietung und Verpachtung stehen.

Das hat gleich 3 erfreuliche Konsequenzen:

  1. Sie können den vollen Rechnungsbetrag und nicht nur die Arbeitskosten von der Steuer absetzen.
  2. Ihre Ersparnis liegt nicht nur bei 20 %, sondern sie richtet sich nach Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz, der von Ihren Einkünften abhängt. Dieser Steuersatz ist meist höher und liegt oft zwischen 30 und 42 %.
  3. Sie können Ihre Verluste auf Folgejahre übertragen. Bei Werbungskosten geht das nämlich.

In der Praxis wirkt sich das so aus:

Müssen Sie 2013 keine Steuern zahlen, haben aber insgesamt Handwerkerrechnungen in Höhe von beispielsweise 3.000 Euro, heißt das: Übertragen Sie die Kosten ins Folgejahr, sparen Sie so - je nach persönlichem Steuersatz - zwischen 900 bis 1.260 EUR.

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Maßgeblich für die steuerliche Absetzbarkeit ist nämlich nicht das Rechnungsdatum, sondern der Zahlungszeitpunkt (Abflussprinzip).