Samstag, 22.11.2014 | Autor: Judith Engst, Foto: © Haramis Kalfar - Fotolia.com

Grunderwerbsteuer: Neue Erhöhungen 2015

Foto: © Haramis Kalfar - Fotolia.com
Worum geht´s

• Grunderwerbsteuer
• Erhöhung auf 6,5 Prozent
• Nordrhein-Westfalen und Saarland
• Möglichkeiten, Steuern zu sparen

Steuersenkung? - Fehlanzeige! Die Bundesländer haben entdeckt, wie lukrativ die Grunderwerbsteuer für sie ist. Prompt wird diese Steuer 2015 in zwei Ländern weiter angehoben - auf stolze 6,5 Prozent.

Mehreinnahmen von 43 Millionen Euro allein im Jahr 2014 vermeldet aktuell das Land Niedersachsen. 2013 waren es 37 Millionen. Das Land hatte Mitte 2012 die Grunderwerbsteuer um 1,5 Prozentpunkte von 3,5 auf 5 Prozent erhöht. Für die Länderfinanzen offenbar ein lohnendes Unterfangen.

Das weckt neue Begehrlichkeiten. Prompt haben aktuell das Saarland und das Land Nordrhein-Westfalen neue Erhöhungen angekündigt. Und siehe da: Dort soll ab Januar 2015 die Grunderwerbsteuer von aktuell 5,5 bzw. 5,0 Prozent auf dann 6,5 Prozent erhöht werden. Ist doch praktisch, um die leeren Länderkassen zu füllen!

Steuersätze zwischen 3,5 und 6,5 Prozent
Nur zwei Länder haben nicht an der Grunderwerbsteuerschraube gedreht, seit 2006 der bundeseinheitliche Steuersatz abgeschafft wurde: In Bayern und Sachsen liegt die Grunderwerbsteuer aktuell noch bei 3,5 Prozent. Wie hoch die Steuersätze in den einzelnen Bundesländern sind, zeigt die folgende Übersicht:
• Baden-Württemberg: 5,0 Prozent
• Bayern: 3,5 Prozent
• Berlin: 6,0 Prozent
• Brandenburg: 5,0 Prozent
• Bremen: 5,0 Prozent
• Hessen: 6,0 Prozent
• Mecklenburg-Vorpommern: 5,0 Prozent
• Niedersachsen: 5,0 Prozent
• Nordrhein-Westfalen: 5,0 Prozent (bis 31. Dez. 2014), 6,5 Prozent (ab 1. Jan. 2015)
• Rheinland-Pfalz: 5,0 Prozent
• Saarland: 5,5 Prozent (bis 31. Dez. 2014), 6,5 Prozent (ab 1. Jan. 2015)
• Sachsen: 3,5 Prozent
• Sachsen-Anhalt: 5,0 Prozent
• Schleswig-Holstein: 6,5 Prozent
• Thüringen: 5,0 Prozent

Immobilienkäufer werden geschröpft - Kaufnebenkosten erhöhen sich
Als Immobilienkäufer sollten Sie folglich daran denken: Mit Kaufnebenkosten in Höhe von maximal 10 Prozent kommen Sie nicht länger hin. Mit dem Anstieg der Grunderwerbsteuer müssen Sie mit Nebenkosten von bis zu 13 oder 14 Prozent rechnen. Machen Sie sich daher Gedanken, wie sich diese Steuer möglichst gering halten lässt.
 

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.
Die Debatte um die Gleichstellung homosexueller Lebenspartner beim Ehegattensplitting ist in vollem Gange. Bei der Grunderwerbsteuer allerdings hat das Bundesverfassungsgericht jetzt Tatsachen geschaffen. Die Besteuerung ist nicht rechtmäßig.

 meineimmobilie.de-Tipp

Drei Tipps, um Grunderwerbsteuer zu sparen

Tipp 1: Teilen Sie im Kaufvertrag den Kaufpreis auf: In diejenigen Kosten, die für die reine Immobilie anfallen, und in diejenigen Kosten, mit denen Sie spätere Einbauten übernehmen. Also beispielsweise die Einbauküche, eine Sauna, ein Gartenhaus, diverse Lampen, Teppiche, Gardinen oder Möbelstücke. Selbst eine Markise können Sie aus der Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer herausrechnen, entschied das Finanzgericht Köln (20.08.2014, Az. 5 K 3894/01).


Tipp 2: Je geringer der Kaufpreis, desto geringer die Grunderwerbsteuer. Nutzen Sie daher jeden Verhandlungsspielraum, der sich bietet. Gerade bei Immobilien in wenig gefragten Lagen sollten Sie sich nicht mit dem Preisvorschlag im Exposé abfinden, sondern mit dem Makler einen günstigeren Kaufpreis aushandeln. Die Chancen stehen umso besser, je schneller er eine wenig nachgefragte Immobilie endlich an den Mann bringen will.


Tipp 3: Wenn Sie die gekaufte Immobilie betrieblich selbst nutzen oder vermieten, dann machen Sie die gezahlte Grunderwerbsteuer in Ihrer Einkommensteuererklärung geltend. Entweder (bei betrieblicher Nutzung) als Betriebsausgaben oder (bei Vermietung) als Werbungskosten. Dadurch verringert sich dann wenigstens die Einkommensteuer, die Sie für das Jahr des Kaufs zu zahlen haben.