Freitag, 20.12.2013 | Autor: Judith Engst, Foto: © Marianne Mayer - Fotolia.com

Geschenke absetzen - was Sie als Vermieter beachten müssen

Foto: © Marianne Mayer - Fotolia.com
Worum geht´s
  • Geschenke absetzen
  • 35-Euro-Freigrenze
  • Umsatzsteuer
  • Versand- und Verpackungskosten

"Geburtstag, Geschäftsjubiläum und Weihnachten. Zu diesen drei Anlässen habe ich meinem Mieter je ein Geschenk gemacht. Kann ich das absetzen? Und wenn ja, was muss ich dabei beachten?" Die Antwort auf diese Leserfrage ist sicher auch für Sie interessant.

Zunächst einmal ist wichtig, dass Sie pro Jahr und beschenkter Person die 35-Euro-Freigrenze nicht überschreiten. Das bedeutet: Selbst wenn Sie mehrere Geschenke machen, dürfen alle zusammen nicht mehr als 35 Euro kosten. Diese Grenze müssen Sie unbedingt einhalten, sonst entfällt die steuerliche Absetzbarkeit komplett - und nicht nur für den Betrag, der die 35 Euro übersteigt.

 

Die Sache mit der Umsatzsteuer

Falls Sie als Vermieter umsatzsteuerpflichtig sind, gilt für die genannte Freigrenze der Nettopreis. Das heißt, bei einem Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent können Sie Geschenke für insgesamt 41,65 Euro brutto absetzen. Bei einem Mehrwertsteuersatz von 7 % (z. B. für Bücher oder Lebensmittel) sind es dann 37,45 Euro brutto.

In diesem Fall machen Sie die Vorsteuer in der Umsatzsteuererkärung geltend und setzen die übrigen 35 Euro ganz normal als "sonstige Werbungskosten" ab.

Wer dagegen als Vermieter nicht umsatzsteuerpflichtig ist, der darf mit dem Bruttopreis die 35-Euro-Freigrenze nicht überschreiten.

 

Versand und Verpackung zählen nicht mit

Eine Erleichterung gibt es aber doch: Versand und Verpackung zählen nicht mit. Ob also der Händler einen Aufpreis für eine besonders hübsche Verpackung verlangt oder Sie das Paket quer durch Deutschland schicken, ist egal. Diese Kosten können Sie in voller Höhe absetzen, ohne die Freigrenze damit zu verletzen.

 

Zusammenhang zur Vermietung muss gegeben sein

Wen Sie als Vermieter beschenken, ist nicht wichtig. Allerdings muss ein Zusammenhang zu Ihren Einkünften aus Vermietung und Verpachtung gegeben sein. Somit ist es mögich, sowohl die Mieter als auch die Putzhilfe oder den Hausmeister zu beschenken. Auch diejenigen Handwerker und Dienstleister, mit denen Sie regelmäßig zusammenarbeiten, können Sie bedenken.

 

Extra Aufzeichnung erforderlich

Wen haben Sie beschenkt und zu welchem Anlass geschah das? Das sollten Sie separat aufzeichnen. Denn das verlangt das Finanzamt, um die Kosten als Werbungskosten anzuerkennen.

 

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.

 meineimmobilie.de-Tipp

Die Geschenke tragen Sie als "sonstige Werbungskosten" in der Anlage V zu Ihrer Einkommensteuererklärung ein. Die Freigrenze von 35 Euro pro Person und Jahr auch dann nicht überschreiten, wenn mehrere Anlässe in einem Jahr zusammenkommen.

Eine Möglichkeit haben Sie, die 35-Euro-Freigrenze auszuhebeln: Lassen Sie sich im Geschäft mehrere Rechnungen ausstellen. Das geht zumindest dann, wenn sich das Geschenk aus mehreren Artikeln zusammensetzt. Lassen Sie notfalls eine oder zwei Rechnungen weg und setzen Sie nur ab, was unter dieser Freigrenze bleibt.