Freitag, 01.08.2014 | Autor: Judith Engst, Foto: © styleuneed - Fotolia.com

Fragen ans Finanzamt besser nicht per E-Mail schicken

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Worum geht´s

• E-Mail ans Finanzamt
• Verschlüsselung
• Klärung von Fragen
• Empfehlenswerte Kontaktwege

Vor 30 Jahren wurde in Deutschland die erste E-Mail empfangen. Seitdem findet ein Großteil der Kommunikation auf elektronischem Wege statt. Bei Fragen ans Finanzamt ist dieser Kontaktweg aber nicht ratsam. Lesen Sie in diesem Beitrag, warum hier Brief oder Telefon besser sind.

Fast überall im Geschäftsverkehr hat die E-Mail den normalen Geschäftsbrief verdrängt. Kein Wunder: Das geht schnell, ist billig bzw. kostenfrei und der Empfänger antwortet nicht selten sofort. Es gibt aber Ausnahmen: Dazu gehört die Kommunikation mit den Finanzämtern.

Erforderliche Verschlüsselung wird nicht angeboten
Wenn Sie per E-Mail eine Frage ans Finanzamt schicken, werden Sie in der Regel keine differenzierte Antwort bekommen, sondern allenfalls allgemeine Hinweise. Denn E-Mails sind zu leicht von Unbefugten zu „knacken“. Ohne Verschlüsselung kann sie im Prinzip jeder lesen.

Die Steuerbehörden bieten aber - vom Elster-Portal einmal abgesehen - keine Verschlüsselungstechnik an, die Sie als Steuerzahler nutzen könnten. Das heißt: Sie können zwar an die Kontaktadresse Ihres Finanzamts-Sachbearbeiters mailen. Der aber darf Ihnen nicht antworten. Zumindest nicht, wenn die Antwort persönliche Daten enthält und daher vor dem Zugriff Unbefugter geschützt werden muss.

Nur allgemeine Fragen sind per E-Mail möglich
Per E-Mail können Sie somit höchstens allgemeine Fragen stellen, die sich nicht auf Ihre persönliche Steuererklärung oder Ihre persönlichen Daten beziehen. Solche Fragen dürfen die Finanzbeamten bzw. Sachbearbeiter beantworten. Ob sie es tun, hängt vom Aufwand ab. Einen Steuerberater ersetzen sie sicher nicht.

Für Fragen, die Sie persönlich betreffen, sollten Sie lieber auf die E-Mail-Kommunikation verzichten. Denn die Finanzämter sind nicht gerüstet für eine verschlüsselte, sichere Datenübertragung. Deshalb weisen sie solche Anfragen von vornherein kategorisch ab.

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Wenn Sie mit dem Steuerbescheid nicht einverstanden sind, können Sie sich wehren. Und zwar durch einen Einspruch, der aber einen Nachteil hat: Der gesamte Bescheid wird noch einmal geprüft.   Womöglich ergeben sich dadurch an kritischen Punkten Änderungen, die für Sie nicht günstig sind. Es gibt aber in bestimmten Fällen eine weniger riskante Alternative: den Änderungsantrag.

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Kontaktaufnahme per Telefon oder Brief ist besser

Wenn Sie eine Frage klären wollen, die sich auf Ihre Steuererklärung oder Ihren Steuerbescheid bezieht, greifen Sie zum Hörer. Halten Sie dafür Ihre Steuernummer beziehungsweise Steuer-Identifikationsnummer bereit. Per Telefon dürfen die Finanzamts-Mitarbeiter nämlich Auskunft geben.

 

Gleiches gilt für klassische Briefe, die Sie per Post ans Finanzamt schicken oder persönlich dort abgeben bzw. einwerfen. Auch hier können Sie eine spezifische, auf Ihren Fall bezogene Antwort erwarten. Diese erhalten Sie dann in der Regel ebenfalls per Post.

 

Einspruch per E-Mail ist rechtlich unwirksam

Auch einen Einspruch gegen Ihren Steuerbescheid sollten Sie besser nicht per E-Mail einlegen. Zwar hat der Bundesfinanzhof jüngst bestätigt, dass dies grundsätzlich möglich ist (20.11.2013, Az. X R 2/12). Doch haben Sie bei der elektronischen Post oft ein Problem, den rechtzeitigen Zugang zu beweisen.


Daher empfiehlt sich ein Einspruch per Post, den Sie am besten als Einwurf-Einschreiben ans Finanzamt senden. Dann dokumentiert der Postbote für Sie den Zeitpunkt der Zustellung, und Sie haben im Zweifelsfall den Nachweis, dass Ihr Einspruch dem Finanzamt rechtzeitig zugegangen ist. Übrigens kostet das derzeit nur einen Zuschlag von 1,80 Euro auf das reguläre Porto. Den Einlieferungsbeleg sollten Sie bei Ihren Unterlagen aufbewahren, bis der Fall abgeschlossen ist.