Freitag, 20.01.2012 | Autor: Jörg Stroisch , Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008

Finanzämter zu lasch bei der Steuereintreibung

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008
Worum geht´s
  • Elektronische Steuererklärung
  • Kompliziertes Steuerrecht
  • Rückfragen und Beanstandungen durch das Finanzamt

Ein miserables Zeugnis hat der Bundesrechnungshof den Finanzämtern ausgestellt. Demnach winken sie viel zu viele Steuererklärungen einfach durch, ohne sie genau zu prüfen. Ein Kritikpunkt: Die lasche Kontrolle von Angaben bei haushaltsnahen Dienstleistungen und Handwerkerleistungen.

Das hätten wir als Steuerzahler uns nicht träumen lassen: Dass wir zu wenig statt zu viel Steuern zahlen. So zumindest sieht es der Bundesrechnungshof. Er hat der Finanzverwaltung nach seiner Prüfung eine schallende Ohrfeige verpasst.

Der deutsche Fiskus ziehe viel zu wenig Steuern ein. Die Umstellung auf elektronische Steuererklärungen führe dazu, dass jede Steuererklärung durchgewunken werde, an der die automatische Computerprüfung keine Auffälligkeiten finde. Leidtragende sei die Staatskasse.

Die Gründe, die der Bundesfinanzhof anführt, sind nachvollziehbar: Das deutsche Steuerrecht sei zu kompliziert. Die Finanzverwaltung könne gar nicht mehr alles prüfen. Zwangsläufig verlasse man sich auf automatisierte Prüfsysteme. Die aber finden längst nicht alles Falschangaben.

Ob sich daran künftig etwas ändert, darf bezweifelt werden. Immerhin wissen Sie als Steuerzahler jetzt, dass selbst die Finanzämter die komplizierten Regeln des Steuerrechts nicht mehr so recht durchschauen.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Voraussichtlich wird die Finanzverwaltung am System der elektronischen Plausibilitätsprüfungen festhalten. Für Sie als Immobilieneigner heißt das: Bloß nicht auffallen. Solange Sie keine auffällig hohen Summen absetzen wollen oder auffällig hohen Verluste schreiben, ist eine Rückfrage oder Beanstandung Ihrer Steuererklärung vergleichsweise unwahrscheinlich. Denn der Computer wird dann nicht ausgerechnet Ihre Steuererklärung herausfiltern. Und wenn Sie tatsächlich mal aus dem Rahmen fallen, hier mein Tipp: Schicken Sie die Nachweise gleich mit der Steuererklärung mit (z. B. Handwerkerrechnungen). Das erspart Ihnen in der Regel unangenehme Nachfragen - auch in anderen Bereichen.