Mittwoch, 06.04.2011 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: © jogys - Fotolia.com

Fahrten zur Immobilie: So sparen Sie damit Steuern

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Worum geht´s

Wie Sie als Vermieter Fahrtkosten zu Ihrer Immobilie absetzen können.

Fahrtkosten sollten Sie als Vermieter nicht vergessen: Ob für Reparaturen, fürs Rasenmähen, für ein Gespräch mit dem Mieter oder für das Ablesen von Strom- und Wasserzählern: Jede Fahrt zu Ihrem Mietobjekt können Sie von der Steuer absetzen. Es lohnt sich also, die Fahrten genau aufzulisten.

 

Pro gefahrenen Kilometer winken 30 Cent

Die Fahrten zur Mietimmobilie können ganz schön ins Geld gehen. Vor allem, wenn diese nicht in Ihrem Wohnort liegt. Angenommen, sie befindet sich 30 Kilometer entfernt, und Sie fahren zweimal pro Monat hin, also 24 Mal pro Jahr. Rund zwei Tankfüllungen müssen Sie dann allein für diese Fahrten bezahlen.

Aus diesem Grund lohnt es sich, die Kosten als Werbungskosten von der Steuer abzusetzen. Pro gefahrenem Kilometer dürfen Sie 30 Cent steuerlich geltend machen.

So berechnen Sie Ihre Steuerersparnis

Bleiben wir bei unserem Beispiel: Das heißt, Sie dürften 30 Kilometer (Entfernung) mal 2 (Hin- und Rückfahrt) mal 24 (Zahl der Fahrten) mal 0,30 Euro (Entfernungspauschale) als Werbungskosten von der Steuer absetzen, das ergibt insgesamt 432 Euro.

Bei einem persönlichen Steuersatz von 35 Prozent wären das also rund 150 Euro Steuerersparnis, die Ihnen die Auflistung fürs Finanzamt bringt.

Listen Sie Fahrten und Abwesenheitszeiten auf

Für die Absetzbarkeit genügt es, wenn Sie die Fahrten auflisten. Schreiben Sie das Datum, den Zweck der Fahrt und den Kilometerstand bei Fahrtbeginn und Ende auf. Das genügt dem Finanzamt als Nachweis.

Ist Ihre Immobilie weiter entfernt und sind Sie deswegen bei jeder Fahrt länger abwesend, können Sie auch den Verpflegungsmehraufwand steuerlich absetzen: 12 Euro sind es bei einer Abwesenheit von mindestens 8 Stunden aber weniger als 24 Stunden.

24 Euro sind es bei einer Abwesenheit von 24 Stunden. Wobei hier die Dauer der Abwesenheit immer pro Kalendertag ermittelt wird.

Fahren Sie also freitags morgen los und kehren Sie Sonntagabend wieder zurück, können Sie für Freitag und Sonntag jeweils 12 Euro ansetzen und für Samstag 24 Euro. 

Bei Fahrten zum verwandten Mieter ist das Finanzamt streng

Aufgepasst heißt es allerdings, wenn Sie an nahe Angehörige vermieten. Denn hier liegt die Vermutung nahe, dass Sie nicht etwa wegen der Immobilie hinfahren, sondern für einen Besuch bei der Verwandtschaft. Mit der Absetzbarkeit ist das dann so eine Sache.

Machen Sie sich darauf gefasst, dass das Finanzamt genauer hinschaut, wenn Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung an nahe Angehörige vermietet haben. Hier liegt bei jeder Fahrt der Verdacht nahe, dass es sich um eine Besuchsfahrt aus privatem Anlass handelt. Deswegen kann Ihnen das Finanzamt den Werbungskostenabzug versagen.

Diese Praxis hat das Finanzgericht München bereits für rechtens erklärt. Die Begründung: Die privaten Zwecke einer Fahrt (Besuch der Angehörigen) überlagerten häufig den Zusammenhang mit den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung. Deshalb entfalle der Werbungskostenabzug komplett (04.12.2009, Az.: 1 K 1289/09).

 

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch

Ihr Mietshaus oder Ihre Mietimmobilie ist an einem anderen Ort als an Ihrem Wohnort? Dann betrifft das seit 1.1.2014 geltende Reisekostenrecht auch Sie als Vermieter! Sie können ab sofort für Ihre Fahrten dorthin oft mehr absetzen als bisher.
Wussten Sie, dass Sie als Vermieter Ihre Reisekosten von der Steuer absetzen können? Mit jeder Fahrt zu Ihrer Immobilie können Sie das Finanzamt an diesen Kosten beteiligen.

 meineimmobilie.de-Tipp

Ist Ihr Mieter mit Ihnen verwandt, ist das Finanzamt beim Absetzen der Fahrtkosten oft strenger als bei Fahrten zu "normalen Mietern". 

 

Versuchen können Sie es allerdings trotzdem, Ihre Fahrtkosten von der Steuer abzusetzen. Vielleicht sieht Ihr Finanzamt das Ganze ja nicht so eng.

 

Nur sollten Sie zu jeder Fahrt dann wirklich den Anlass der Fahrt dazuschreiben. Mögliche Gründe sind beispielsweise Rasen mähen, Kleinreparaturen ausführen, Hecken schneiden, Zählerstände ablesen oder ein Mieterwechsel.