Freitag, 30.09.2016 | Foto: © styleuneed - Fotolia.com

Fahrten zum Mietobjekt: Wie einfach Sie damit Steuern sparen

Foto: © styleuneed - Fotolia.com
Worum geht´s

• Fahrtkosten
• Vermieter
• Bundesfinanzhof

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, sich aufzuschreiben, wie oft und warum Sie zu Ihrer vermieteten Immobilie fahren müssen? Mit so einem "Fahrtenbuch" lassen sich nämlich Steuern sparen. Genauer gesagt können Sie 0,30 Euro pro Kilometer von der Steuer absetzen. Tja, jetzt fangen Sie sicherlich schon insgeheim an, zu rechnen.

 

Falls Sie darüber grübeln, ob Sie beim Berechnen Ihrer Fahrtkosten jeden gefahrenen Kilometer mitrechnen dürfen oder ob es auf den Entfernungskilometer ankommt, können Sie sich an diesem Urteil des Bundesfinanzhofs orientieren.   

Fahrtkosten: Was Sie als Vermieter absetzen dürfen

Sie kennen das wahrscheinlich als Arbeitnehmer von Ihrer Steuererklärung: Als Pendler können Sie für die Fahrten zur Arbeit („regelmäßige Arbeitsstätte“) nur die Entfernungskilometer absetzen. Also die einfache Strecke in Kilometern, multipliziert mit der Kilometerpauschale von 0,30 Euro.

Dagegen dürfen Sie bei einer Dienstreise oder sonstigen beruflich bedingten Fahrten die tatsächlich gefahrene Strecke (doppelte Entfernung) als Werbungskosten absetzen.

Was gilt aber nun für Sie als Vermieter, wenn Sie zu ihrem Mietobjekt fahren, um z. B. den Heizungsmonteur einzuweisen oder einem neuen Mieter die Wohnung zu zeigen? Dazu hat sich der Bundesgerichtshof eindeutig geäußert (BFH, Urteil vom 1.12.2015, IX R 18/15).

Gelegentliche Fahrten: tatsächlich gefahrene Kilometer absetzbar

Wenn Sie Ihr Mietobjekt nur gelegentlich aufsuchen, um dort nach dem Rechten zu sehen, den Rasen zu mähen, kleinere Reparaturen durchzuführen oder bestellte Handwerker zu beaufsichtigen, dann gilt: Sie können die volle Strecke - also den Hin- und den Rückweg - steuerlich geltend machen.

Das heißt: Sie notieren sich 3 Dinge

  1.  das Datum, wann Sie zu Ihrem Mietobjekt gefahren sind,
  2.  den Kilometerstand beim Start der Fahrt und bei der Rückkehr und
  3.  den Zweck der Fahrt.

Am Ende des Jahres ermitteln Sie dann die insgesamt in Sachen "Mietobjekt" zurückgelegten Kilometer und nehmen die Gesamtkilometerzahl mit 0,30 Euro mal. Das Ergebnis können Sie steuerlich in der Anlage V als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend machen.

Schicken sie dazu die Auflistung mit Ihren Fahrten dem Finanzamt mit Ihrer restlichen Steuererklärung mit. So haben Sie gute Chancen, dass Ihnen die Fahrtkosten als Werbungskosten anerkannt werden.

Wer zu häufig zu seinem Mietshaus fährt, darf nur die einfache Strecke absetzen

Das Finanzamt ist bei den Fahrtkosten strenger, wenn Sie zu häufig und regelmäßig zu Ihrem Mietshaus fahren. So war es auch in dem Fall gewesen, der vor dem Bundesfinanzhof landete.

Der Vermieter hatte in seinen Mietwohnungen für längere Zeit eine Baustelle errichtet. Volle 165 bzw. 215 Mal war er im Streitjahr immer wieder dorthin gefahren. Hier entschieden die Richter: Weil der Vermieter so oft dorthin gefahren war, sei das vergleichbar mit der regelmäßigen Tätigkeitsstätte eines Arbeitnehmers.

Deswegen durfte der Vermieter nicht mehr die tatsächlich gefahrene Kilometerzahl von der Steuer absetzen, sondern nur noch die einfache Strecke, sprich eine Entfernungspauschale.

Allerdings, so die Richter, sei ein solcher Fall ungewöhnlich. Denn normalerweise fahre ein Vermieter nicht arbeitstäglich zu seinem Mietobjekt. Deswegen stehen Ihre Chancen, die volle Strecke vom Finanzamt als Fahrtkosten anerkannt zu bekommen, sehr gut!

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.
Im Garten lässt sich viel Geld vergraben. Klar erfreut sich das Gärtnerherz an den blühenden Pflänzlein, die liebevoll im Garten eingegraben wurden - aber das kostet leider auch! Selbstnutzer, die sich den Garten vom Gärtner machen lassen bzw. extra dafür jemanden angestellt haben, der jeden Monat z. B. 10 Stunden den Rasen mäht, die Hecke schneidet oder das Unkraut zupft, können einen Teil der Kosten jetzt steuerlich als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen.
Sie haben den Maler, den Elektriker oder den Fliesenleger im Haus. Hinterher ist zwar alles schöner und besser, aber natürlich bekommen Sie dafür auch eine Rechnung präsentiert. Heften Sie diese Rechnung zu Ihrer Steuererklärung, denn dafür bekommen Sie vom Finanzamt was geschenkt: 20 % des Rechnungsbetrags als Ihr persönliches „Steuerbonbon!“
Statistisch gesehen haben die Mitarbeiter des Finanzamts pro Steuererklärung nur rund 20 Minuten Zeit. Weil das nicht viel Zeit ist, können Sie es beim Prüfen Ihrer Steuerunterlagen oft nicht so genau nehmen.   Dass dies leider - oder auch zum Glück für manch einen Steuerzahler - stimmt, beweist eine aktuelle Stichprobe des Landesrechnungshofs Nordrhein-Westfalen, die sich speziell auf die Anlage V bezieht.
Wer als Eigenheimbesitzer eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach hat und Strom einspeist, wird zum Unternehmer. Die Einnahmen aus der Stromeinspeisung sind gewerblich. Dafür sind aber auch die Kosten Betriebsausgaben. Ob dazu auch die Dachsanierung gehört, die Sie wegen der Fotovoltaikanlage auf dem Dach durchführen mussten, hat jetzt der Bundesfinanzhof entschieden.

 meineimmobilie.de-Tipp

Fahrtkosten für Vermieter: Führen Sie ein Fahrtenbuch


Um als Vermieter Ihre Fahrtkosten geltend machen zu können, brauchen Sie einen Nachweis fürs Finanzamt. Dazu reicht eine nachträglich erstellte Excel-Tabelle nicht. Sie müssen schon ein Fahrtenbuch führen. Das tun Sie entweder handschriftlich oder Sie kaufen sich dafür eines der gängigen Modelle am Markt, das fest im Wagen installiert ist.

Das zeichnet die Fahrtstrecke, Datum, Uhrzeit sowie die Kilometerzahl automatisch auf und kann nicht nachträglich manipuliert werden.
 

Machen Sie steuerlich immer jede Fahrt mit voller Strecke (also mit den gefahrenen Kilometern für den Hin- und Rückweg) geltend.

Beispiel:

 

Sie legen pro Jahr rund 2.000 Kilometer zu Ihrem Mietshaus oder Ihrer Mietwohnung zurück. Dann können Sie 600 Euro absetzen (= 0,30 EUR x 2.000 Kilometer). Und das bedeutet für Sie - je nach persönlichem Steuersatz - eine Steuerersparnis von bis zu 252 Euro.


Fahrtkosten absetzen: Überlassen Sie das Kürzen dem Finanzamt


Im Regelfall meckert das Finanzamt nicht, auch wenn Sie - etwa wegen Bauarbeiten - auch mal für zwei volle Wochen fast täglich zum Mietobjekt fahren müssen. Lediglich bei extrem häufigen Fahrten zum Mietobjekt riskieren Sie eine Kürzung von der tatsächlich gefahrenen Strecke auf die einfache Entfernung. Aber in vorauseilendem Gehorsam brauchen Sie Ihre Fahrtkosten nicht nach unten anzupassen. Warten Sie nach Abgabe Ihrer Steuererklärung einfach ab, wie das Finanzamt entscheidet. Notfalls können Sie immer noch Einspruch einlegen.