Donnerstag, 26.02.2015 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © ponsulak - Fotolia.com

Energetische Modernisierung: Geplanter Steuerbonus gestrichen

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Worum geht´s

Steuerliche Absetzbarkeit bei Sanierungen im Eigenheim.

Es hatte sich so gut angehört: Wer als Selbstnutzer sein Haus saniert, darf einen Teil der Kosten von der Steuer absetzen. Noch im Dezember 2014 war dies so geplant.

Allerdings mit einem kleinen Wermutstropfen. Jetzt wurde der Plan im Koalitionsausschuss am 24.02.2015 gestoppt.

Energetische Sanierung: Eigennutzer gehen steuerlich leer aus

Wer in sein eigenes Haus investiert, kann lediglich bei den haushaltsnahen Dienstleistungen noch Steuern sparen. Mehr aber leider nicht!

Da haben es Vermieter beim Sanieren steuerlich gesehen besser. Der geplante Steuerbonus für Eigenheimbesitzer für das Sanieren von Gebäuden kommt zumindest vorerst nicht. Im Koalitionsausschuss am 24.02.2015 konnte jedenfalls keine Einigung über das Vorhaben erzielt werden.

Handwerkerleistungen bleiben bis 6.000 EUR absetzbar

Eine kleine Überraschung, wo doch schon Bund und Ländern den milliardenschweren Steuerbonus für das Dämmen von Gebäuden beschlossen hatten.

Jetzt der Rückzieher im Koalitionsausschuss. Damit bleibt es für den Steuerzahler vorerst auch bei den geltenden steuerlichen Absetzbarkeitsregeln für Handwerkerleistungen. Das bedeutet: Sie können bei Ihrer Steuererklärung 20 % vom jeweiligen Rechnungsbetrag plus der anteiligen Umsatzsteuer nach § 35 a Einkommensteuergesetz steuerlich geltend machen.

Maximal jedoch nur 20 % von 6.000 EUR. Das entspricht einer maximalen Steuerersparnis von 1.200 EUR pro Haushalt und Jahr.

Kürzung bei den absetzbaren Handwerkerleistungen ist vom Tisch

Noch im Dezember sah es so aus, als ob die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen gekürzt werden sollte: Es sollten hier nur noch Leistungen ab einem Rechnungsbetrag von 300 Euro von der Steuerschuld abziehbar sein. Doch Herr Seehofer war dagegen!

Wer jetzt als Eigenheimbesitzer in Energiesparen investiert, indem er die alten Fenster oder den Heizkesseln austauscht oder seine Fassade dämmt, braucht dabei nicht aufs Finanzamt hoffen.

Geplant war, dass Gebäudebesitzer rückwirkend ab Januar 10 bis 25 Prozent ihrer Sanierungskosten von der Steuerlast abziehen können. Daraus wird jetzt leider nichts!

 

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Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber
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Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Loseblattwerken, Büchern und ...
Heidi Schnurr
Eigenheimbesitzer aufgepasst: Ab 2015 können Sie womöglich nicht mehr alle Arbeitskosten aus Handwerkerrechnungen absetzen. Der Gesetzgeber plant einen neuen Mindestbetrag.
Sie haben den Maler, den Elektriker oder den Fliesenleger im Haus. Hinterher ist zwar alles schöner und besser, aber natürlich bekommen Sie dafür auch eine Rechnung präsentiert. Heften Sie diese Rechnung zu Ihrer Steuererklärung, denn dafür bekommen Sie vom Finanzamt was geschenkt: 20 % des Rechnungsbetrags als Ihr persönliches „Steuerbonbon!“

 meineimmobilie.de-Tipp

Mit Handwerkerrechnungen können Eigenheimbesitzer bis zu 1.200 EUR im Jahr an Steuern sparen – und das geht sehr einfach!

Achten Sie darauf, dass auf Ihrer Rechnung die Arbeitskosten ausgewiesen sind. Hohe Materialkosten bringen Ihnen steuerlich nichts. Zahlen Sie diese Rechnung nie in bar, sonst wird sie vom Finanzamt nicht anerkannt.