Freitag, 18.05.2012 | Autor: Judith Engst

Doppelte Haushaltsführung: Neues Finanzgerichts-Urteil

Worum geht´s
  • Doppelte Haushaltsführung
  • Entfernung zum Arbeitgeber
  • Werbungskosten

Eine für Arbeitnehmer sehr lohnende Steuersparmöglichkeit ist die der doppelten Haushaltsführung. Wer sich eine arbeitgebernahe Wohnung zusätzlich zum eigenen Hausstand nimmt, kann Mieten, Umzugs- und Fahrtkosten absetzen. Aber gilt das auch, wenn der Arbeitgeber 141 km von der Zweitwohnung entfernt ist? Über einen solchen Fall entschied jüngst das Finanzgericht Düsseldorf.

Ein Angestellter hatte eine Wohnung am Sitz seines Arbeitgebers angemietet. Die behielt er auch bei, als besagter Arbeitgeber seinen Stammsitz in eine 141 km entfernte Stadt verlegte. Er pendete einfach täglich mit dem ICE hin und zurück. Als er allerdings in der Steuererklärung Aufwendungen für die doppelte Haushaltsführung als Werbungskosten absetzen wollte, machte ihm das Finanzamt einen Strich durch die Rechnung. Die Entfernung zwischen Zweitwohnung und Arbeitgeber sei viel zu weit. Es erkannte nur die Fahrtkosten für die Bahnfahrten an, nicht aber Doppelmiete und regelmäßige Heimfahrten.

Dagegen klagte er, und bekam recht. Die Richter des Finanzgerichts Düsseldorf  argumentierten: Gerade hier sei der Einzelfall entscheidend. Ohne jeden Zweifel sei die Zweitwohnung aus beruflichen Gründen angemietet worden. Es sei dem Arbeitnehmer nicht anzulasten, dass der Arbeitgeber seinen Stammsitz verlegt habe. Zudem sei ein Pendeln mit dem ICE zum neuen Arbeitsort problemlos möglich. Somit könne der Kläger in der Tat die Kosten für die doppelte Haushaltsführung steuerlich geltend machen (13. Okt. 2011, Az.: 11 K 4448/10).

Das letzte Wort ist in dieser Sache allerdings noch nicht gesprochen. Die Finanzverwaltung hat beim Bundesfinanzhof Revision eingelegt (Az.: VI R 59/11). Über den Ausgang des Verfahrens werde ich Sie auf jeden Fall informieren.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Wer zusätzlich zum eigenen Hausstand arbeitsbedingt eine Zweitwohnung anmietet, kann in seiner Steuererklärung die doppelte Haushaltsführung beanspruchen. Das heißt: Steuerlich absetzen lassen sich die Miete der Zweitwohnung, regelmäßige Heimfahrten einmal wöchentlich, Umzugskosten und für drei Monate sogar der Verpflegungsmehraufwand. Mit anderen Worten: Das kann sich richtig lohnen!