Freitag, 22.02.2013 | Autor: Judith Engst , Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008

Doppelte Haushaltführung: Garagenmiete ist absetzbar

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008
Worum geht´s
  • Doppelte Haushaltsführung
  • Garagenmiete
  • Neues Urteil des Bundesfinanzhofs

Wer berufsbedingt auswärts wohnt, kann die Mehrkosten für die dortige Lebensführung von der Steuer absetzen. Absetzbar sind die Wohnungsmiete am Arbeitsort, wöchentliche Heimfahrten zur Familie und auch die Verpflegungspauschalen für die ersten drei Monate. Aber wie sieht es mit der Garagenmiete am Arbeitsort aus? Ob diese auch abgesetzt werden kann, damit beschäftigte sich jüngst den Bundesfinanzhof.

Der Fall: Ein Mann hatte an seinem Arbeitsort eine Wohnung angemietet. Die Miete machte er steuerlich geltend. Nicht im Mietvertrag inbegriffen war ein Garagenstellplatz für sein Auto. Deshalb mietete er einen solchen separat an. Im Mietvertrag ausdrücklich vermerkt war, dass dieser Vertrag nichts mit dem Wohnungsmietvertrag zu tun habe.

Steuerlich geltend machte der Man außerdem diverse Familienheimfahrten am Wochenende. Oft fuhr er mit der Bahn nachhause, oft aber auch mit dem eigenen Pkw. Das Finanzamt wollte nun die Garagenmiete nicht als Mehrkosten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung anerkennen.

Weil sein Einspruch erfolglos blieb, zog der Betroffene vor Gericht. Sein Fall wurde nun in letzter Instanz vor dem Bundesfinanzhof verhandelt.

Das Urteil: Die Richter bestätigten, die Garagen- oder Stellplatzmiete könne von der Steuer abgesetzt werden (13.11.2012, Az.: VI R 50/11). Allerdings müsse der Mann nachweisen, dass sie wirklich notwendig sei, etwa wegen Stellplatzmangels am Arbeitsort oder auch wegen einer möglichen Beschädigung des Autos beim Parken auf offener Straße.

Eine Voraussetzung musste allerdings nicht erfüllt sein: Es sei nicht nötig, dass das Auto (auch) beruflichen Zwecken diene. Denn die doppelte Haushaltsführung erlaubt etwas, was normalerweise im Steuerrecht nicht akzeptiert wird: die Geltendmachung von Kosten, die eigentlich der privaten Lebensführung zuzurechnen sind.

Der Fall wurde nun an das zuständige Finanzgericht zurückverwiesen, das klären muss, inwiefern die Anmietung einer Garage notwenig war.

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Eine Wohnung und eine Garage: Das sind normalerweise 2 Paar Stiefel. Das eine ist rechtlich gesehen ein Wohnungs- und das andere ein Gewerberaummietvertrag. Das kann Vorteile haben, wenn Sie Ihre Garage irgendwann einmal wieder zurückhaben wollen, denn für eine Garagenkündigung brauchen Sie keinen Kündigungsgrund!
Vermieten Sie nur eine Garage, dürfen Sie die Betriebskosten der Garage nur dann ...

 meineimmobilie.de-Tipp

Dieses Urteil ist nicht allein für Menschen interessant, die die doppelte Haushaltsführung steuerlich geltend machen, sondern auch für Sie als Vermieter, wenn solche Menschen zu Ihren Mietern gehören.

 

Sie können für einen Stellplatz oder die Garagennutzung problemlos Geld verlangen, und das unabhängig davon, ob Sie dies im Mietvertrag vereinbaren oder ob Sie für Stellplatz beziehungsweise Garage einen extra Mietvertrag abschließen.

 

Weisen Sie Ihren Mieter darauf hin, dass er auch die Garagen- oder Stellplatzmiete im Rahmen der doppelten Haushaltsführung absetzen kann. Das ist ein gutes Argument, das die Bereitschaft zu einer solchen Anmietung deutlich erhöhen dürfte.