Mittwoch, 17.08.2011 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: © styleuneed - Fotolia.com

Bausparvertrag: Wie Sie die Abschlussgebühr von der Steuer absetzen

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Die Gebühren im Zusammenhang mit einer Geldanlage können Sie seit Einführung der Abgeltungsteuer 2009 nicht mehr als Werbungskosten absetzen. Zumindest nicht bei den Einkünften aus Kapitalvermögen. Das gilt im Prinzip auch für die Abschlussgebühren von Bausparverträgen.

Trotzdem sollten Sie sich nicht so schnell geschlagen geben. Denn für Vermieter sieht die Sache wieder anders aus.

Die Abschlussgebühren für Bausparverträge gehen ganz schön ins Geld. Zwischen 1,0 und 1,6 Prozent der Bausparsumme berechnen die Bausparkassen ihren Kunden. Was bei einem durchschnittlichen Vertrag über beispielsweise 30.000 Euro immerhin 300 bis 480 Euro ausmacht.

Schön wäre es, man könnte dieses Geld im Zusammenhang mit den Einkünften aus Kapitalvermögen von der Steuer absetzen. Aber das geht nicht. Denn seit 2009 gibt es nur noch den Sparerpauschbetrag. Also eine Pauschale, mit der auch alle Werbungskosten pauschal abgegolten sind. Also Pech gehabt? - Nein! Als Vermieter haben Sie zum Glück ganz andere Möglichkeiten.

Abschlussgebühren sind Werbungskosten

Wenn Sie die Bausparsumme für Ihre Mietimmobilie aufwenden, können Sie die Abschlusskosten dennoch von der Steuer absetzen. Und zwar als Werbungskosten, die im Zusammenhang mit Ihren Einkünften aus Vermietung und Verpachtung anfallen.

Einzige Voraussetzung ist: Die Verwendung des Geldes (also des angesparten Guthabens und des Bauspardarlehens) muss in Ihre Mietimmobilie fließen. Und konkret entweder für den Bau oder für die Renovierung beziehungsweise Modernisierung eingesetzt werden.

Keine Absetzbarkeit bei Eigennutzung

Die Abschlussgebühren können Sie allerdings nicht absetzen, wenn das Geld aus dem Bausparvertrag in Ihre selbstgenutzte Immobilie fließt. Denn das bedeutet automatisch: Sie erzielen mit der Immobilie keine Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Und damit entfällt auch die Möglichkeit des Werbungskostenabzugs.

 

Kommentare (1)

5.6.2015, 21:50 Uhr von martin1166 Profil ansehen
Zumindest was ein Arbeitszimmer angeht glaube ich, dass der letzte Abschnitt zu schnell "nein" sagt. Prinzipiell müsste m.E. alles was ein Vermieter absetzen kann auch für das selbst genutzte Arbeitszimmer gelten - sofern dieses steuerlich überhaupt als AZ akzeptiert wird.
Foto: Sebastian Fery / Haufe
Foto: Sebastian Fery / Haufe

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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch
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Werbungskostenlexikon: Der Bausparvertrag ist eine beliebte Darlehensform beim Erwerb, Bau oder Modernisierung eines Hauses. Unter bestimmten Voraussetzungen können verschiedene Gebühren als Werbungskosten bei der Steuererklärung angesetzt werden.

 meineimmobilie.de-Tipp

Die Abschlussgebühren werden üblicherweise sofort fällig, wenn Sie einen Bausparvertrag unterschrieben haben. Entsprechend sollten Sie sie auch in dem betreffenden Jahr von der Steuer absetzen.

 

Am besten fügen Sie von sich aus fürs Finanzamt eine Erklärung bei, für welche Maßnahme an Ihrer Mietimmobilie Sie die Bausparsumme später verwenden wollen. Dann dürfte es in der Regel keine Probleme bei der Anerkennung als Werbungskosten geben.