Montag, 15.11.2010 | Autor: Haufe/jst/mb

Bauabzugsteuer gegen Schwarzarbeit

Unternehmerisch tätige Auftraggeber von Bauleistungen sind verpflichtet, 15 Prozent des Rechnungsbetrages als Bauabzugsteuer einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen. Private Bauherren betrifft das gelegentlich auch.

Die Bauabzugsteuer trat am 01.01.2002 in Kraft, mit dem Ziel, die Schwarzarbeit am Bau einzudämmen. Von ihr sind all jene betroffen, die eine gewerbliche oder beruflich selbstständige Tätigkeit ausüben und ihr Gebäude teilweise oder ganz beruflich nutzen.

Dazu zählen nicht nur Unternehmer, sondern auch Ärzte, Rechtsanwälte und private Vermieter, zum Beispiel bei einem Zweifamilienhaus.

Bauabzugsteuer nicht für rein private Bauvorhaben

Rein private Bauvorhaben sind davon nicht betroffen. Werden die Bagatellgrenzen von 5.000 oder 15.000 Euro nicht überschritten, kann eine Freistellung erteilt werden. Die Freistellungsbescheinigung stellt das Finanzamt nach einem formlosen Antrag aus. Die Gültigkeit beträgt maximal drei Jahre.

Unwissenheit schützt nicht vor Bauabzugsteuer

Bei der Bauabzugsteuer müssen 15 Prozent der Rechnungssumme der Bauleistungen (Nettobetrag + Umsatzsteuer) an das zuständige Finanzamt abgeführt werden. Unwissenheit schützt nicht vor der Steuer und kann obendrein noch mit einem saftigen Bußgeld von 25.000 Euro belegt werden.

Erhoben wird die Steuer auf die Herstellung, Instandsetzung, Veränderung oder Beseitigung von Bauwerken, nicht aber auf Rechnungen von Architekten, Bauingenieuren, Statikern oder auf Rechnungen von Baumärkten sowie für reine Wartungsarbeiten.

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
Foto: Sebastian Fery / Haufe

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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch

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