Freitag, 04.12.2015 | Autor: Judith Engst, Foto: © styleuneed - Fotolia.com

Abgabefrist für Steuererklärung 2015: Bis 31.5.2016 haben Sie noch Zeit

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• Steuererklärung
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Normalerweise gilt: Spätestens am 31. Mai muss Ihre Einkommensteuererklärung fürs Vorjahr beim Finanzamt sein. Für die Steuererklärung 2015 ist das 31.5.2016. Je nachdem auf welchen Tag der 31.5. fällt, "schenkt" Ihnen das Finanzamt einen Tag.

Wann das so ist und was Sie tun können, wenn Ihnen die verbleibende Zeit trotzdem nicht reicht, verraten wir Ihnen hier.

Warum verschiebt sich die Abgabefrist in diesem Jahr um einen Tag? Ganz einfach: Fällt der 31.5. auf einen Sonntag und damit nicht auf einen gewöhnlichen Wochentag, rückt der Abgabetermin im Kalender etwas weiter nach hinten: nämlich auf den nächsten gewöhnlichen Werktag. Und wäre der nächste Montag, falls das nicht auch - wie z.B. Ostermontag - ein Sonn- oder Feiertag ist.

Zu spät: Wann Sie einen Verspätungszuschlag zahlen müssen

Normalerweise ist es kein Problem, wenn Sie Ihre Steuererklärung ein paar Tage später beim Finanzamt abgeben - ausreizen sollten Sie die Frist aber nicht! Lassen Sie sich nämlich zu viel Zeit, müssen Sie mit Sanktionen rechnen: Geben Sie Ihre Steuererklärung zu spät ab, kann das Finanzamt Sie mit dem Verspätungszuschlag von bis zu 10 % der festgesetzten Steuer "bestrafen". 

Wissen Sie jetzt schon, dass Sie Ihre Erklärung nicht pünktlich abgeben können, sollten Sie eine Fristverlängerung beantragen. Üblicherweise ist es problemlos möglich, so eine Verlängerung zu bekommen.

Dank Steuerberater/Lohnsteuerhilfeverein haben Sie noch bis zum 31.12.2016 Zeit

Falls Sie die Steuererklärung nicht selbst machen, sondern von Ihrem Steuerberater erstellen lassen, haben Sie mehr Zeit. Die Abgabefrist verlängert sich dann automatisch bis zum Ende des laufenden Jahres. Dasselbe gilt, wenn Sie Mitglied in einem Lohnsteuerhilfeverein sind und dieser für Sie die Steuererklärung macht.

Falls das Finanzamt Ihnen eine Mahnung schickt, obwohl Sie einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragt haben, brauchen Sie nicht unbedingt zu reagieren.

Es kann aber sinnvoll sein, kurz bei Ihrem Sachbearbeiter anzurufen und dies klarzustellen - etwa wenn Sie zum ersten Mal die Steuererklärung nicht mehr selbst machen. Damit bleiben Sie vor weiteren Mahnungen und Erinnerungsschreiben verschont.

Steuererklärung 2015: Wie Sie eine Fristverlängerung beantragen 

Sie machen Ihre Steuererklärung selbst, beispielsweise mit einem Steuerprogramm? Oder ganz einfach von Hand auf den amtlichen Vordrucken? Auch dann ist es nicht weiter schlimm, wenn Sie erst später abgeben können.

Aber Achtung: Sie sollten dann Verlängerung beantragen. Oft geht das problemlos per Telefon. Manche Finanzämter verlangen aber einen formlosen schriftlichen Antrag. Den sollten Sie dann auch hinschicken - und plausibel begründen.

Wie Sie Ihre Fristverlängerung begründen können

Ein formloser Antrag heißt: Sie schicken einfach ein Schreiben hin, in dem Sie Ihre Steuernummer angeben und um Verlängerung bitten („Mit diesem Schreiben bitte ich um Verlängerung der Abgabefrist für meine Einkommensteuererklärung bis zum 31. Dezember“).

Begründen Sie Ihren Verlängerungswunsch beispielsweise mit unvorhersehbaren Arbeitsspitzen (Selbstständige) beziehungsweise übermäßig vielen Überstunden, die Sie zur Zeit ableisten müssen. Auch Krankheit, unvorhergesehene familiäre Zwischenfälle (Todesfälle, plötzliche Pflegebedürftigkeit der Eltern) wird das Finanzamt akzeptieren.

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Foto: Judith Engst / Redaktion meineimmobilie.de
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Spätestens am 31. Dezember 2015 muss Ihre Steuererklärung für das Jahr 2014 beim Finanzamt sein. Das gilt selbst dann, wenn Sie Verlängerung beantragt haben und sie ihnen gewährt wurde. Wenn Sie es zeitlich nicht mehr schaffen, droht ein Verspätungszuschlag. Grund zur Panik ist das trotzdem nicht.

 meineimmobilie.de-Tipp

Mit Ihrem Verlängerungsantrag könnte es schwierig werden, wenn Sie beim Finanzamt als unzuverlässiger Steuerzahler bekannt sind. Ebenso, wenn es um eine hohe Steuernachzahlung geht.

 

Die Lösung: Wenn Sie gerade liquide sind, rufen Sie beim Finanzamt an und bieten Sie an, vorsorglich eine Steuervorauszahlung in Höhe der voraussichtlichen Steuerschuld zu leisten. Dann wird Ihre Bitte um Verlängerung sicher wohlwollender geprüft als ohne dieses Angebot.

 

Das ist zumindest dann ratsam, wenn Sie für die Vorauszahlung Ihr Konto nicht überziehen müssen. Denn Sie wissen ja: Bei den Banken bekommen Sie derzeit ohnehin kaum Geld für Tages- oder Festgeldguthaben.