Freitag, 06.12.2013 | Autor: Judith Engst, Foto: © Thaut Images - Fotolia.com

Wer bei Sturm- und Hochwasserschäden zahlt

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Worum geht´s

• Sturmschäden
• Hochwasserschäden
• Gebäudeversicherung
• Steuerliche Absetzbarkeit

Orkantief Xaver hat große Teile Deutschlands fest im Griff. Abgedeckte Dächer und von der Sturmflut überschwemmte Keller sind vielerorts die Folge. Zwangsläufig stellt sich die Frage, wer für diese Schäden aufkommt.

Sturmschäden und Folgen: Wohngebäudeversicherung
Die Wohngebäudeversicherung ist Ihre erste und wichtigste Adresse, wenn es um abgedeckte Dächer geht. Auch zerborstene Scheiben, durch herabstürzende Äste zerstörte Ziegel und Mauerteile oder abgebrochene Kamine ersetzt sie, vorausgesetzt, die Windstärke betrug mindestens 8 (Böen mit einer Geschwindigkeit von 62 km/h und mehr). Bezahlt werden übrigens auch die Folgeschäden. Wenn es etwa durch ein Loch im Dach hereinregnet, zahlt die Versicherung auch für das aufgeweichte Parkett.

Nasse Möbel, Teppiche, Bilder: Hausratversicherung
Achtung: Durchnässte Möbel werden durch diese Versicherung nicht abgedeckt, sondern nur Gebäudeteile und Einbauten, die fest mit dem Gebäude verbunden sind. Und auch da gibt es Grenzen. Die Einbauküche gehört beispielsweise nicht dazu. Für Möbel, Teppiche, Kunstwerke, Bücher etc. zuständig ist die Hausratversicherung.

Überschwemmung und Schneedruck: Elementarschadenpolice
Ist Ihr Haus etwa durch die Sturmflut in Mitleidenschaft gezogen? In solchen Fällen bekommen Sie nur Geld von der Versicherung, wenn die sogenannten Elementarschäden mitversichert sind. Denn eine solche Police deckt auch Überschwemmungsschäden, die ansonsten nicht in der Wohngebäudeversicherung inbegriffen sind.

Dasselbe gilt für Schäden durch Schneedruck, wie sie etwa in Bayern durch die heftigen Schneefälle auftreten könnten. Auch hier brauchen Sie eine Elementarschadenpolice, um abgesichert zu sein. Unerfreulich ist allerdings, dass eine solche Police oft ausgerechnet da nicht erhältlich ist, wo die Schäden am wahrscheinlichsten sind. Sprich: unter anderem in Überschwemmungs- und Sturmflutgebieten.

Schäden beim Nachbarn: Gebäudehaftpflicht
Ein Baum aus Ihrem Garten ist umgefallen und hat das Dach des Nachbarn eingedrückt? Das ist ein Fall für Ihre Gebäudehaftpflicht. Denn diese kommt für Schäden bei Fremden auf.

Wichtig: Schäden sofort geltend machen
Mit der Anmeldung der Schäden bei Ihrer Versicherung sollten Sie sich nicht lange Zeit lassen. In den Policen ist üblicherweise eine „unverzügliche“ Schadensmeldung Pflicht. „Unverzüglich“ heißt: Ohne schuldhaftes Verzögern, auf gut Deutsch bedeutet das: Sofort (wenn Sie nicht gerade durch einen Krankenhausaufenthalt oder sonstigen schweren Grund daran gehindert sind).

Am besten rufen Sie gleich bei Ihrem Versicherer an, um den Schaden schon vorab telefonisch zu melden. Halten Sie dann das Ausmaß des Schadens genau fest. Schreiben Sie nicht nur auf, was beschädigt ist und in welchem Umfang. Sondern machen Sie vor den Aufräumarbeiten auch Bilder, die eine schnelle Schadensregulierung erleichtern.

 

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 meineimmobilie.de-Tipp

Was tun, wenn Sie riesige Schäden haben, für die die Versicherung nicht aufkommt? Dann haben Sie immer noch die Möglichkeit, die Behebung von der Steuer abzusetzen. Konkret:

Als Vermieter machen Sie sämtliche Kosten als Werbungskosten geltend. Diese mindern Ihre Steuerlast im Jahr 2013. Als Eigenheimbesitzer können Sie die Schäden als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Auch hier lohnt es sich, den Schaden zu dokumentieren und sämtliche Rechnungen, die damit im Zusammenhang stehen, beim Finanzamt einzureichen.

 

Falls die Kosten die zumutbare Belastung nicht übersteigen, können Sie zumindest eines noch tun: Sie können die Kosten für die reine Arbeitszeit inklusive Anfahrt(spauschale) als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzen. 20% des Betrags, maximal aber 1.200 € können Sie auf diese Weise direkt von Ihrer Steuerschuld für 2013 abziehen.