Donnerstag, 25.04.2013 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007

Strompreise: keine Entlastung vom Staat

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007
Worum geht´s
  • Strompreisbremse verabschiedet
  • Nur mit Stromanbieterwechsel gegen die steigenden Strompreise
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Die vom Umweltministerium geplante „Strompreisbremse“ ist Geschichte. Somit müssen Verbraucher mit stetig steigenden EEG-Umlagen und Strompreisen rechnen. Statt aber auf die Politik zu warten, sei es besser, sich mit einem Stromanbieter-Wechsel selbst zur Wehr zu setzen.

Laut einer aktuellen Prognose der Übertragungsnetzbetreiber könnte die EEG-Umlage von 5,28 Cent im Jahr 2013 auf insgesamt 6 Cent im Jahr 2014 ansteigen. Ohne die verabschiedete Strompreisbremse werden die Strompreise womöglich um drei Prozent ansteigen. Das Stromanbieter-Vergleichsportal Verivox hat ermittelt, dass dies vergleichsweise geringe Auswirkungen auf die Stromrechnung hat, doch durch steigende Abgaben können die Strompreise durchaus stärker anziehen.

Strompreis-Anstieg durch höhere Abgaben möglich

„Die Auswirkungen der ausgefallenen Strompreisbremse sind relativ gering, da sich die Maßnahme nur auf eine einzige Preiskomponente, die EEG-Umlage, konzentriert hat“, erläutert Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox. „Das bedeutet jedoch nicht, dass es bei diesem Anstieg bleibt. Durch steigende Netzentgelte und neue Abgaben können die Strompreise im kommenden Jahr durchaus noch stärker anziehen“, so Lengerke.

So sind die Netzentgelte von 2012 auf 2013 um rund 8 Prozent angestiegen. Wiederholt sich diese Entwicklung im kommenden Jahr, werden die Preise in Verbindung mit der höheren EEG-Umlage um 5 Prozent steigen, was einer jährlichen Zusatzbelastung von 59 Euro entspricht. „Stromkunden sollten sich nicht auf Entlastungen durch den Staat verlassen, sondern ihre Stromkosten durch Energie sparen und einen Anbieterwechsel selbst reduzieren“, rät Lengerke.

Strompreise durch Anbieterwechsel senken

Laut dem letzten Monitoringbericht der Bundesnetzagentur haben rund 80 Prozent der privaten Stromkunden noch niemals den Anbieter gewechselt. Fast die Hälfte befindet sich nach wie vor in der Grundversorgung des örtlichen Versorgers. „Die Grundversorgung ist in den meisten Fällen der mit Abstand teuerste Tarif. Wer ihn bezieht, verschenkt mehrere Hundert Euro pro Jahr. Der Stromanbieterwechsel kann die jährliche Belastung stärker reduzieren als jede politische Maßnahme.“

Kommentare (1)

8.5.2013, 12:00 Uhr von Matulla Profil ansehen
Die steigenden Strompreise sind von der Regierung gewollt, da der Staat an Steuern, Abgaben und Gebühren kräftig mitverdient. Bei jeder Strompreiserhöhung schlalgen die Stromanbieter noch zusätzlich Prozente drauf, zur Gewinnmaximierung und schieben diese WinWin-Abzocke auf die EEG-Umlage.
Die Strompreise steigen zum Ärgernis der Immobilieneigentümer stetig in die Höhe. Eine aktuelle Strompreisanalyse zeigt, dass die Hälfte des Strompreises allein aus Steuern und Abgaben bestehe.
Immer mehr Immobilieneigentümer reagieren auf die Strompreiserhöhung mit einem Stromanbieterwechsel. So wechselten zwischen November 2012 und Januar 2013 knapp zwei Millionen Verbraucher ihren Stromanbieter.

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