Mittwoch, 21.10.2015 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © K.-U. Häßler - Fotolia.com

Strom sparen: Das sind die versteckten Stromschlucker in Ihrem Haus

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Worum geht´s

Stromfresser im Haus: Wie Sie mit ein paar einfachen Handgriffen Strom sparen können.

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Hier eine Tag und Nacht brennende Außenleuchte, der Akku für die Zahnbürste oder der alte Gefrierschrank im Keller: In jedem Haushalt gibt es mehr oder weniger versteckte Stromfresser.

Damit verschwenden Sie nicht nur Energie, sondern die kosten Sie auch noch richtig viel Geld. Wie Sie diese „heimlichen Stromfresser“ entlarven und dabei nicht auf Sicherheit oder Bequemlichkeit verzichten, zeigen diese Strom-Spar-Tipps.

Vielen Menschen ist es gar nicht bewusst, wo sie unnütz Strom verschwenden. Manchmal sind es ja die kleinen Gewohnheitsdinge, die Ihnen den einen oder anderen Euro im Jahr sparen könnten.

Beispielsweise, wenn Ihre elektrische Fußbodenheizung oder der Handtuchwärmer den ganzen Sommer durcharbeiten, einfach weil Sie vergessen haben, ein Knöpfchen zu drücken oder am Knopf zu drehen.

Im Sommer brauchen Sie keinen Handtuchwärmer

Oder wenn die zentrale Heizungs- und Warmwasseranlage Tag und Nacht auf die eingestellte Temperatur aufheizt, obwohl nur morgens und abends warmes Wasser benötigt wird.

Gerade Geräte, die irgendwo eingebaut oder im Keller versteckt sind, werden oft vergessen und laufen deshalb im Dauerbetrieb.

Warum ein langes Frühstück ein teures Frühstück werden kann

Fast Eiszeit herrscht im Kühlschrank – und das kann teuer enden! Beispielsweise, wenn Sie Ihren Kühlschrank auf eine zu niedrige Temperatur eingestellt haben und er kühlt und kühlt.

Im Kühlschrank müssen keine null Grad herrschen, sondern es reichen energiesparendere sieben bis acht Grad. Gerade, weil das Gerät rund um die Uhr läuft. Ältere Modelle schlagen sich spürbar auf Ihrer Stromrechnung nieder.

Nicht nur bei den Einstellungen, sondern auch beim Gebrauch lässt sich sparen. Stellen Sie Lebensmittel nicht zu warm in den Kühlschrank, sonst braucht Ihr Kühlschrank zu viel Energie, um sie wieder herunterzukühlen.

Haben Sie beispielsweise gemütlich gefrühstückt und stellen Sie Butter, Käse und Wurst erst nach 45 Minuten zurück in den Kühlschrank der Energieeffizienzklasse A++, steigt sein Verbrauch an diesem Tag um 11 Prozent.

Ein heißes Süppchen frisst mehr Strom als ein warmes

Noch teurer wird´s, wenn Sie frisch gekochte, noch warme Speisen zu früh in den Kühlschrank stellen. Um eine 50 Grad heiße Suppe auf „normale“ Kühlschranktemperatur zu bringen, brauchen Sie 14 Prozent mehr Strom als für eine zimmerwarme Suppe.

Eine Wäscheleine ist günstiger als ein Trockner

Richtig viel Strom und damit Geld können Sie sparen, wenn Sie Ihre Wäsche - vor allem bei schönem Wetter - nicht in den Trockner werfen, sondern an der Leine an der frischen Luft trocknen.

Wenn schon Trockner, dann sollte es ein Kondenstrockner mit Wärmepumpe sein, der „frisst“ nur halb so viel Strom wie ein herkömmlicher Trockner.

Geschirr von Hand zu spülen ist teurer als die Spülmaschine

Aber nicht immer ist Handarbeit die stromsparendste Variante. So spart ein Geschirrspüler nicht nur Zeit für den lästigen Abwasch, sondern auch Strom, weil er energieeffizienter arbeitet.

Bei einem Test wurde errechnet, dass ein sparsames Gerät, das Sie mit dem Automatikprogramm laufen lassen, circa 30 Cent an Strom kostet. Im Sparprogramm kommen gute Modelle sogar nur auf 25 Cent pro Abwasch.

Um die gleiche Menge Geschirr mit der Hand zu spülen, müssen Sie durchschnittlich 40 Cent an Strom aufwenden, um das Wasser zu erwärmen.

Für den Wasserverbrauch gilt: Der kann je nach Gerät pro Spülgang zwischen neun und 18 Litern schwanken. Darauf sollten Sie beim Kauf unbedingt achten.

Laptop, Handy, Zahnbürste: Bitte Ladegeräte aus der Steckdose!

Hängt auch Ihr Ladegerät fürs Handys rund um die Uhr in der Steckdose? Spätestens wenn es warm wird, ist das ein Zeichen, dass es unbemerkt Strom frisst.

Das gilt übrigens auch für die Ladegeräte von Fotoapparaten, Laptops, elektrischen Zahnbürsten, Rasierapparaten und anderen Gerätschaften: Bitte unbedingt ausstecken!

Kühlschrank oder Fernseher: Wer die größten Stromfresser sind

Bisher waren der Kühl- und Gefrierschrank, die Waschmaschine, der Trockner und die Beleuchtung die bösen Buben, wenn es um den Stromverbrauch ging.

Mittlerweile haben jedoch die Geräte aus der Computer- und Unterhaltungstechnik stark aufgeholt: Sie machen mittlerweile schon ein Fünftel des gesamten Stromverbrauchs im Haushalt aus.  

Je größer der Fernseher, umso höher der Stromverbrauch

Obwohl Sie einen neuen, sparsamen Kühlschrank, eine Waschmaschine und einen Fernseher gekauft haben und alle Glühbirnen gegen LEDs getauscht haben, ist Ihre Stromrechnung noch genauso hoch wie früher?

Das könnte daran liegen, dass Ihre Neuanschaffungen nicht unbedingt weniger Energie benötigen. Denn ein sparsames Gerät kann oft mehr als das alte und ist zudem auch noch größer.

Es ist also ein Nullnummern-Spiel, wenn Sie Ihren alten Röhrenfernseher gegen einen viel größeren Plasmafernseher ausgetauscht haben, um unter anderem Strom zu sparen. Denn ein größerer Fernseher verbraucht am Ende fast genauso viel Strom wie Ihr alter Fernseher.

Tauschen Sie neu gegen alt, aber bitteschön konsequent!

Sie ersetzen Ihren alten Kühlschrank gegen einen neuen mit höherer Energieeffizienzklasse. Weil der alte Kühlschrank „aber noch gut ist“, stellen Sie ihn in den Keller: Nur falls Sie mal ne Sommerparty haben oder so.

Doch mit dem alten Stromschlucker im Keller sparen Sie nichts: Weil Sie nun 2 Geräte in Betrieb haben, verbrauchen sie unterm Strich mehr als vorher.

Der Stand-by-Modus ist ein Stromschlucker

So läuft das häufig auch mit der Musikanlage oder einem ausrangierten Fernseher: So lange die auch noch im Stand-by-Modus laufen, geht das richtig ins Geld.

Allein eine alte Stereoanlage bringt es leicht auf 20 Euro im Jahr, denn alte Geräte ziehen im Stand-by-Betrieb mehr als zehn Watt. Neue Geräte dürfen seit 2013 nur noch weniger als ein halbes Watt verbrauchen.

Bei manchen Elektrogeräten, wie z. B. dem PC, können Sie einen energiesparenden Modus einstellen oder Funktionen deaktivieren, die Sie nicht immer benötigen.

Aktivieren Sie die Stromsparfunktion

Ein einfacher Trick: Stellen Sie Ihr Laptop auf Akkubetrieb, aktivieren Sie damit automatisch die Stromsparfunktion.

Auch Router und Setup-Boxen sind meist auf Dauerbetrieb eingestellt und verbrauchen ständig Strom. Dabei lässt sich bei vielen Geräten die Nutzungszeit programmieren, damit sie zum Beispiel nachts nicht laufen.

Aber Vorsicht: Das macht nicht jedes Gerät mit. Manche müssen Sie nach jedem Ausschalten neu programmieren – und das ist mehr als ärgerlich!

Spricht Ihre Spülmaschine mit Ihnen? „Smarte Haushaltsgeräte“ können nicht nur gut kühlen, kochen oder waschen. Sie kommunizieren auch – und das leider ständig. Sobald sie mit dem WLAN verbunden sind, fressen sie Strom, denn sie erstellen Statusmeldungen oder suchen ständig nach Verbindungen. Allerdings lassen sich die meisten Geräte auch so programmieren, dass sie nur aktiv sind, wenn es notwendig ist.

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Foto: Michaela Harderer
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Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Loseblattwerken, Büchern und ...
Heidi Schnurr
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 meineimmobilie.de-Tipp

Es ist oftmals nur ein kleiner Handgriff, der Ihnen unterm Strich viel Geld spart: Die Rede ist von den Stromkosten und davon, wie Sie mit nur ein paar kleinen Verhaltensänderungen jedes Jahr ein paar Euro an Stromkosten einsparen können. 

 

Beispielsweise indem Sie das Ladegerät fürs Handy nach dem Aufladen aus der Steckdose ziehen. 

 

Falls Sie sich jetzt ertappt fühlen, sollten Sie den Beitrag komplett lesen!