Dienstag, 15.10.2013 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © JWS - Fotolia.com

Steigendes Grundwasser: So gefährdet ist Ihre Bausubstanz

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Worum geht´s
  • Steigendes Grundwasser bringt Gefahren für Neubauten mit sich und greift tiefer liegende Bauwerke an.

Auf der einen Seite ist es schön, wenn Wasser gespart wird. Auf der anderen Seite führt das jedoch dazu, dass der Grundwasserspiegel steigt und damit die Bauwerke gefährdet: Wasser im Keller und Schimmel im Haus. Das sind nur zwei der Schäden, die Ihnen durch das steigende Grundwasser drohen können. 

Steigendes Grundwasser bringt für Neubauten und tiefer liegende Bauwerke Gefahren mit sich. Um schwerwiegende Schäden an der Bausubstanz, an Stützen und Bewehrungen von Kellern, Tiefgaragen, Fahrstuhlschächten oder Tunneln zu verhindern, rät die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) in einer aktuellen Pressemitteilung zu einem Baugrundgutachten vor Beginn von Neubaumaßnahmen. 

Steigendes Grundwasser: So schützen Sie Ihr Haus davor

Damit das Grundwasser keine Bedrohung für Neubauten darstellt, sollte vorab ein detailliertes Baugrundgutachten erstellt werden.

Dabei wird bei Bauwerken, die sich unterhalb des Geländes und somit innerhalb des Baugrundes befinden, wie Keller, Tiefgaragen, Fahrstuhlschächte oder Tunnel, der maximale Wasserstand bestimmt.

Dr. P. J. Wagner, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Baugrunduntersuchungen und Gutachter der GTÜ erklärt: "Erhöhtes Grundwasser kann auf zweifache Weise gefährlich werden: durch den Wasserdruck und die Chemie des Grundwassers."

Was Ihnen ein Baugrundgutachten bringt

Besondere technische Maßnahmen zum Schutz gegen drückendes Wasser müssen vor allem dann ergriffen werden, wenn der maximale Wasserstand im Bereich des Bauwerks liegt. Zudem führt aggressives Wasser zu Lösungserscheinungen im Baustoff wie Beton oder zu Korrosion an Stützen und Bewehrungen aus Metall.

Um möglichen Schäden vorzubeugen, werden die entnommenen Wasserproben auf ihre Beton- und Stahlaggressivität hin analysiert. "Ist alles richtig bemessen, bleibt das Bauwerk wassertechnisch schadensfrei und die Neubaumaßnahmen können beginnen", so Wagner.

Zukünftigen Grundwasserstand bestimmen

Weiter erläutert Wagner: "Baugrundgutachten für den Neubau müssen nicht nur den aktuellen Grundwasserstand berücksichtigen, sondern ebenfalls die Frage klären, mit welchem Wasserstand in Zukunft zu rechnen ist."

Es gilt: Muss von einem Einfluss des Grundwassers auf das Bauwerk ausgegangen werden, sollte das Objekt geschützt werden. Welche Verfahren sich für den Schutz am besten eignen, klärt der Gutachter von Fall zu Fall.

Am besten Sie halten schon das Wasser vom Objekt fern

Sind Bestandsbauwerke bereits durch das gestiegene Grundwasser betroffen, sind eingetretene Schäden abzustellen und die Objekte für die Zukunft zu schützen. Die beste Technik ist die, die das Wasser vom Objekt fernhält. Wenn das nicht mehr möglich ist, sind durch den Gutachter Alternativen an Wand und Sohle zu klären.
 

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 meineimmobilie.de-Tipp

Wenn Sie ein Haus kaufen oder bauen wollen und die Straße "Seestraße" oder "Wasserstraße" heißt, ist auch das manchmal schon ein Hinweis darauf, dass es hier ein fließendes Gewässer gab oder gibt - das kann dann auch einen erhöhten Grundwasserstand bedeuten.

 

In jedem Fall sollten Sie vorher klären, ob für Ihr Haus eine Wassergefahr besteht.