Freitag, 18.02.2011 | Autor: mb

Neue Musterbedingungen für Wohngebäudeversicherung

News: In den neuen Musterbedingungen für die Wohngebäudeversicherung ist der Schutz gegen Naturgefahren enthalten. Bislang wurde dafür ein separater Vertrag abgeschlossen. Der Bund der Versicherten sieht hinter der Neuregelung Geldmacherei.

Für die Wohngebäudeversicherung liegen neue Musterbedingungen vor - zusammengestellt vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). In der Regel werden solche Musterbedingungen von vielen Versicherern übernommen. In den neuen Entwurf für die Wohngebäudeversicherung wurde jetzt auch eine Absicherung bei Naturgefahren aufgenommen. Darauf weist der Bund der Versicherten (BdV) in einer Pressemitteilung hin.

Schutz gegen Naturgefahren nicht mehr separat

Bisher wurden Risiken aus Naturgefahren Überschwemmungen, Erdbeben oder Lawinen über einen separaten Vertrag zur Wohngebäude- oder Hausratsversicherung angeboten. Hartmuth Wrocklage, Vorstandsvorsitzender des BdV, kritisiert die neuen Musterbedingungen, nach denen solche Gefahren nun in die Wohngebäudeversicherung mit aufgenommen werden: "Durch diese Kombination wollen die Versicherer nur ihren Absatz bei guten Risiken fördern. Häuser in gefährdeten Gebieten können aber nach wie vor nicht versichert werden."

Versicherer darf Schutz verweigern

Der BdV spricht sich für eine Absicherung von Naturgefahren aus - allerdings nur, wenn es nötig ist. Der Verband befürchtet, dass den Verbrauchern der Schutz bei Schäden durch Naturgefahren pauschal verkauft werden soll, egal ob er im einzelnen Fall sinnvoll ist oder nicht. Die neuen Musterbedingungen lassen auch den Fall zu, dass ein Versicherer den Schutz verweigern darf. Damit bleibe es für Hauseigentümer in gefährdeten Gebieten weiterhin schwierig, einen angemessenen Versicherungsschutz gegen Naturgefahren zu bekommen, so der BdV.

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Vor der Wahl einer konkreten Versicherung sollten Sie sich umfassend über Preise und Konditionen informieren. Vertrauen Sie da nicht einem Versicherungsvertreter, sondern informieren Sie sich unabhängig, beispielsweise mit Hilfe der Stiftung Warentest und den Verbraucherschutzzentralen. Ohne Vergleich zahlen Sie möglicherweise zu viel Geld für eine schlechte Absicherung.