Sonntag, 05.01.2014 | Autor: Judith Engst, Foto: © fuxart - Fotolia.com

Neu ab 2014: Riester-Altverträge zur Eigenheim-Finanzierung nutzbar

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Worum geht´s
  • Riester-Verträge
  • Tilgung von Baudarlehen
  • Neuregelung ab 2014

Schulden abzuzahlen ist die beste Form der Geldanlage. Das gilt auch für Immobilienkredite. Wie gerufen kommt da für Häuslebauer und Wohnungskäufer eine gesetzliche Neuregelung, die seit Januar 2014 in Kraft ist.

Haben Sie zugleich einen Riester-Vertrag und einen Immobilienkredit für Ihr Eigenheim? Dann aufgepasst: Seit Anfang 2014 haben Sie die Möglichkeit, viel Geld zu sparen. Ganz einfach, indem Sie das angesparte Vermögen aus Ihrem Riester-Vertrag zur Tilgung Ihres Kredits nutzen. Das erlaubt seit Neuestem der Gesetzgeber.

Wohlgemerkt: Es geht hier nicht um Wohn-Riester, sondern um andere Formen von Riester-Verträgen. Also etwa Rentenversicherungen, Bank- oder Fondssparpläne. Das Geld aus diesen Verträgen können Sie zur Tilgung eines Hypothekendarlehens nutzen. Vorausgesetzt, dieses dient der Finanzierung Ihres Eigenheims.

Eine Beispielrechnung zeigt, warum sich das lohnt

Angenommen, in Ihrem Riester-Vertrag liegen 20.000 Euro. Die werfen jährlich 2 Prozent Zinsen ab. Auf 400 Euro beläuft sich also Ihre jährliche Zinsgutschrift. Angenommen, Sie nutzen das Geld lieber zur Darlehenstilgung. Das Darlehen hat einen Soll-Zinssatz von 4 Prozent pro Jahr. Sie sparen damit volle 800 Euro an Zinsen pro Jahr - erzielen also die doppelte Rendite.

Entnahme noch vor Rentenbeginn möglich

Früher galt bei klassischen Riester-Verträgen: Sie konnten das Geld erst bei Rentenbeginn entnehmen. Jetzt aber hat der Gesetzgeber die Spielregeln geändert. Sie dürfen das Geld gleich entnehmen, um Ihren Eigenheim-Kredit zu tilgen oder Ihr Eigenheim altersgerecht (barrierefrei) umzubauen. Mindestens 3.000 Euro müssen Sie entnehmen, kleinere Summen sind nicht möglich.

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Die selbstgenutzte Immobilie ist eine wertbeständige und gute Altersvorsorge. Denn sie erspart im Alter die monatlichen Mietzahlungen. Kein Wunder, dass der Staat die Anschaffung eines Eigenheims per "Wohn-Riester" fördert. Leicht zu verstehen ist die Funktionsweise von "Wohn-Riester" allerdings nicht. Aber die folgenden Erläuterungen helfen Ihnen weiter.
Die Zulagen zu einem Wohn-Riester-Vertrag erleichtern vielen Immobilienkäufern das Abzahlen ihres Hypothekenkredits. Was aber geschieht mit der Riester-Förderung, wenn der Kredit getilgt ist? Ist die Förderung dann automatisch zu Ende? Diese Frage stellte kürzlich ein Leser per E-Mail. Lesen Sie im Folgenden, wie Sie auch danach noch Geld vom Staat bekommen.

 meineimmobilie.de-Tipp

Sie haben die Wahl: Entweder Sie entnehmen das Riester-Kapital ganz oder teilweise. Eine teilweise Entnahme lohnt sich, um Sondertilgungen in dem Umfang zu leisten, den Ihr Kreditvertrag erlaubt. Mindestens 3.000 Euro müssen dann aber noch in Ihrem Riester-Vertrag verbleiben.


Eine vollständige Entnahme ist dann sinnvoll, wenn die 10-jährige Zinsbindung Ihres Hypothekendarlehens abgelaufen ist und Sie auf der Suche nach einer Anschlussfinanzierung sind. Manche Riester-Verträge lassen auch nur die vollständige Entnahme zu. Das heißt: Der Riester-Vertrag endet dann. Um auch künftig in den Genuss der staatlichen Förderung zu kommen, sollten Sie dann über den Abschluss eines Riester-Baudarlehens nachdenken.

 

Übrigens kann Ihr Riester-Anbieter Ihnen die Entnahme des angesparten Kapitals nicht verbieten. Sie muss allerdings erst von der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) genehmigt sein. Dazu stellen Sie dort einen formlosen Antrag. Welche Nachweise erforderlich sind, erfragen Sie am besten direkt bei der ZfA (Servicehotline: 03381 21222324).

 

Es gelten allerdings die Entnahmefristen, die Ihr Riester-Vertrag vorschreibt. Meist ist eine Entnahme erst zum Quartalsende möglich und muss mindestens drei Monate vorher beim Anbieter angemeldet werden. Sobald Sie dann das OK von der ZfA haben, steht einer Entnahme nichts mehr im Wege.