Montag, 03.11.2014 | Autor: Jörg Stroisch , Foto: © K.-U. Häßler - Fotolia.com

Hohe Energiepreise: So schnell und einfach sparen Sie Energiekosten

Foto: © K.-U. Häßler - Fotolia.com
Worum geht´s
  • Tipps, wie Sie tatsächlich Energiekosten einsparen können. 

Sie ärgern sich über Ihre Stromrechnung, der Mieter über seine Heizkostennachzahlung. Doch sie verbindet nicht nur der Ärger, sondern auch die Tatsache, dass Energiekosten - insbesondere der Strompreis - ständig steigen. 

Doch mit ein paar einfachen Kniffen können Sie nicht nur am Preis, sondern auch am Verbrauch sparen - und zwar Sie beide! Wie das funktioniert und was Sie das als Vermieter oder Hausbesitzer kostet, erfahren Sie hier.

Die Strompreise steigen mehr als die Inflationsrate

Die Grafik des Bundesverbandes der deutschen Energiewirtschaft (BDEW) zeigt es deutlich: Seit Jahren steigen die Strompreise. 2013 lag er so 68 Prozent über dem Basisjahr 1998.

Das statistische Bundesamt ermittelte für Strom einen Preisanstieg von 11,4 Prozent in 2013. Dagegen sanken die Preise für leichtes Heizöl (- 6,0 Prozent) sogar. Zum Vergleich: Die Inflationsrate betrug 2013 nur 1,5 Prozent.

Ölpreis: Die Politik, nicht die Saison bestimmt den Preis

Das zeigt: Die Preisentwicklung ist uneinheitlich. „Heute kann man auch nicht mehr sagen, dass zum Beispiel der Einkauf von Pellets oder Heizöl im Sommer günstiger ist als im Winter“, sagt Hanno Lang-Berens, als Energieberater für die Verbraucherzentrale Bayern tätig.

Gerade der Preis für Öl unterliegt starken politischen Einflüssen.“

Websites informieren über die aktuellen und historischen Kurse - und es sind dort nicht automatisch Preisdellen im August zu finden - ganz im Gegenteil!

Energiepreise: Stromheizungen sind am teuersten!

Aktuell ist es demnach so, dass Pellets mit etwa 5 Cent/kWh die günstigste Energiequelle sind, gefolgt von Gas (etwa 7 Cent/kWh) und Öl (etwa 8 Cent/kWh).

Am teuersten ist eine Strom-Direktheizung mit etwa 20 Cent/kWh, „nur wenn man mit Strom ein Wärmepumpensystem betreibt, reduzieren sich diese Kosten auf etwa ein Drittel. Denn mit einer bezahlten kWh Strom erzeugt man mittels kostenloser Umweltwärme etwa drei kWh Heizwärme“, rechnet Lang-Berens vor.

Ein Anbieterwechsel ist eine Option gegen steigende Energiekosten

Auf den Websites sind immer Durchschnittspreise angegeben. Das bedeutet aber auch: Es gibt günstigere und teurere Anbieter. „Es gibt eine ganze Reihe an Internet-Vergleichsportalen, bei denen sich der Vermieter oder Hausbesitzer gut über alternative Strom- oder Gasanbieter informieren kann“, beschreibt so Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (bne).

Er rät aber dazu, dann die Voreinstellungen dieser Portale genau zu vergleichen, denn womöglich sind Boni mit eingerechnet oder der Standardtarif des örtlichen Grundversorgers ist die Vergleichsbasis - obwohl man schon lange einen anderen Tarif verwendet.

"Das verzerrt das Ergebnis für die, die schon einmal gewechselt haben oder die länger als nur ein Jahr bleiben wollen“, sagt Busch. „Wir empfehlen daher, die Voreinstellungen zu ändern."

Vergleichsportale: Prüfen Sie Voreinstellungen und Vertragskonditionen

Und auch ein Blick in die Vertragskonditionen ist wichtig: "Vorkasse oder Kautionen sind natürlich schwierig: Zwar gab es in der Vergangenheit nur wenige große Pleiten, aber kommt es zu einer Insolvenz des Anbieters, ist das Geld natürlich weg!", so Busch.

Berühmte Beispiele sind hierfür die Anbieter Teldafax oder Flexstrom.

Warum Sie kein festes Stromkontingent vereinbaren sollten

Und: „Auch der Einkauf eines festen Stromkontingentes gestaltet sich in vielen Fällen nachteilig, denn wird dieses überschritten, wird jede weitere verbrauchte Kilowattstunde sehr schnell sehr teuer.“

Busch rät auch dazu, sich vor der Unterschrift über den Energieanbieter zu informieren: „Wenn ein Anbieter bei der Schlichtungsstelle besonders viele Streitfälle verursacht, sollten Verbraucher diese Unternehmen meiden.“

Allerdings werden die Namen nicht öffentlich weitergegeben. Die Schlichtungsstelle gäbe die Daten zwar an die Bundesnetzagentur weiter, aber dort blieben sie unter Verschluss. „Der bne fordert schon seit Langem, dass die Bundesnetzagentur die Namen der betroffenen Unternehmen nennt.“

Wie Sie mit einfachen Tricks Energie sparen

Energiespartipps haben oft den Charakter einer wiederkehrenden Mahnung - die am Ende nicht beachtet wird.

Dabei lassen sich schon mit sehr einfachen Mitteln große Effekte erzielen“, so Energieberater Lang-Berens. „Häufig erzählen mir Hauseigentümer, dass sie die Heizung komplett runterdrehen und das Fenster auf kipp stehen lassen und es abends dennoch angenehm warm in der Wohnung ist“, kritisiert er.

Es stimmt zwar, dass die Heizung dann zunächst kühl bleibt, aber wenn dann der Frostschutzpunkt erreicht wird, dreht sie komplett auf.“

Heizen Sie nicht kühle Wände, sondern kühle Luft

Und heizt dann die einziehende frostige Winterluft teuer auf. Ein Nebeneffekt: „Die Wände kühlen aus“, so der Energieberater. „Und das ist fatal, denn das Aufheizen von einem Kubikmeter massiver Wand ist in etwa 1000 Mal so aufwendig, wie von einem Kubikmeter Luft.“

Die richtige Lüftung oder keine Vorhänge vor den Heizkörpern sind wichtige Verhaltensregeln fürs Energiesparen.

Auch eine regelmäßige Wartung der Heizungsanlage, etwa die Kontrolle, ob die Thermostatregler an den Heizkörpern noch alle korrekt funktionieren, spart Energie und Geld.

Energiekosten sparen: Nicht jede Dämmung rechnet sich

Darüber hinaus kann es Sinn machen, die Gebäudesubstanz zu sanieren. „Ob sich das allerdings finanziell rechnet, hängt von vielen Faktoren ab“, sagt der Energieberater.

So sei eine Dämmung der Kellerdecke oder der obersten Geschossdecke in Eigenregie möglich und entsprechend auch ziemlich günstig. „Hier zeigt sich sofort ein Effekt und die Investition rechnet sich in kürzester Zeit.“

Eine Dach- oder Fassadendämmung muss man sich leisten können

Dagegen gehen die Kosten für eine Dach- oder Fassadendämmung oder für neue Fenster richtig ins Geld.

Der Experte schätzt sie ab 200 Euro pro Quadratmeter für das Dach und  ab 120 Euro für die Fassade und ab 400 Euro pro Quadratmeter für neue Fenster. „Allerdings muss man hiervon für eine gerechte Amortisationsrechnung die Sowieso-Kosten abziehen.“

Unter "Sowieso-Kosten" versteht Lang-Berens Kosten, die etwa für den ohnehin dringend notwendigen neuen Putz an der Fassade oder den Austausch veralteter Dachziegel sowieso notwendig gewesen wären.

Ein Vorteil der Modernisierung ist natürlich auch eine Erhöhung des Wohnkomforts und der Werterhalt der Immobilie – und von außen schaut die gute Stube danach wie neu aus.“

Wer selbst Strom produziert, macht sich unabhängig

Eins ist sicher: Je weniger Energie verbraucht wird, desto mehr entkoppelt sich der Hausbesitzer von den allgemeinen Preisentwicklungen. bne-Geschäftsführer Busch hat dafür noch einen weiteren Tipp parat: „Wer selbst Strom produziert, spart Geld, weil er weniger Strom aus dem Netz beziehen muss.“

Die eigene Solarzelle auf dem Dach produziert deutlich billiger Strom, der Preis liegt derzeit bei etwa 12 Cent/kWh. Kleine Anlagen bis 10 KW sind auch nicht von der derzeit viel diskutierten EEG-Umlage betroffen, sagt Busch.

Wie sich Netznutzungsentgelte auf Ihren Strom auswirken

Zwar könne es sein, dass durch eine Steigerung der sogenannten Netznutzungsentgelte auch hier die Kosten steigen würden. Grund dafür ist, dass im Zuge der Energiewende der Investitionsbedarf in die Infrastruktur steigt und dadurch Netzkosten zukünftig weniger verbrauchsabhängig berechnet werden.

Das Selbstproduzieren lohnt sich dann aber immer noch - und ist zudem klimaneutral“, sagt Robert Busch.

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.
Foto: Sebastian Fery / Haufe
Foto: Sebastian Fery / Haufe

Es schreibt für Sie

Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch
Die Energiekosten steigen weiter an und machen mittlerweile einen erheblichen Teil der Wohnkosten aus. In den meisten Haushalten gibt es jedoch auch Einsparmöglichkeiten beim Heizungs- und Stromverbrauch. Mit ein paar kleinen Veränderungen lassen sich die Ausgaben für Energie drücken.
News: Es sind nur ein paar Dinge, die Eigenheimbesitzer und Mieter beim Heizen beachten sollten, wenn sie die Umwelt und den eigenen Geldbeutel schonen wollen. Mehr als 15 Prozent Energie lassen sich bei richtigem Heizen und Lüften einsparen.
Alle reden vom Energiesparen - aber die wenigsten sagen, wie es geht. Vielleicht haben Sie in diesem Zusammenhang schon mal vom "hydraulischen Abgleich" gehört. Tatsächlich gibt es 4,5 Millionen Brennwertkessel in Deutschland. Doch nicht jeder arbeitet effizient: Rund 3 Millionen Brennwertkessel verschenken ihr Potenzial. Und das nur, weil sie falsch eingestellt sind. Dabei ist die Lösung sehr einfach und auch nicht teuer: Mit einem hydraulischen Abgleich können Sie bis zu 660 Euro im Jahr sparen.

 meineimmobilie.de-Tipp

Als Vermieter ist der Strompreis für Sie ein Randthema, dennoch können Sie Kosten beim Hausstrom und im eigenen Haus sparen.

 

Informieren Sie sich mit einem Strompreis-Vergleich über die zahlreichen Anbieter auf dem deutschen Strommarkt und finden Sie für sich den günstigsten Tarif heraus.