Montag, 30.01.2017 | Autor: Heidi Schnurr, Rechtsanwältin, Chefredakteurin meineimmobilie.de, Foto: © sasel77 - Fotolia.com

Heizkosten für 2016 voraussichtlich 14 Prozent niedriger als letztes Jahr

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Worum geht´s

Heizölpreise 2016 gesunken. Niedrigere Heizkosten für Mieter und Vermieter. 

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Eine schöne Überraschung: Die Heizkosten sollen 2016 für jeden zweiten Mieterhaushalt niedriger ausfallen als die Jahre davor. Das jedenfalls prognostiziert der Deutsche Mieterbund (DMB) und baut damit eine gewisse Erwartungshaltung der Mieter gegenüber Ihren Vermietern auf.

 

Kleiner Trost: Die Gründe für die geringen Heizkosten sorgen dafür, dass auch Ihre private Heizkostenrechnung für 2016 voraussichtlich geringer ausfällt als letztes Jahr. 

 

Viele können mit einer Rückzahlung rechnen

Fast jeder zweite Haushalt soll dieses Jahr mit deutlich niedrigeren Heizkosten rechnen und sich damit sogar auf eine Rückzahlung freuen können. Das erklärte der Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes (DMB), Ulrich Ropertz, gerade.

Er schätzt, dass Mieter einer ölbeheizten Wohnung durchschnittlich mit 14 Prozent und Mieter einer fernwärmebeheizten Wohnung durchschnittlich 6 Prozent weniger Heizkosten zahlen müssen als noch in der Abrechnungsperiode 2015.  

Kälterer Winter, aber niedrigere Preise sorgen für geringere Heizkosten

Natürlich hängt die Höhe der Heizkostenabrechnung immer vom individuellen Heizverhalten der Haushalte, dem energetischen Zustand des Hauses und der Wohnung, dem Witterungsverlauf in der Abrechnungsperiode und den Energiepreisen ab.

Zwar ist auch 2016 rund ein Prozent des Gebäudebestandes energetisch saniert worden, wegen des Witterungsverlaufs in den Wintermonaten 2016 ist aber davon auszugehen, dass der Heizenergieverbrauch um etwa 3 Prozent gestiegen ist.

Gesunkene Energiepreise sorgen für weniger Heizkosten

Während es in den Monaten Januar bis April keine großen Temperaturunterschiede zum Vorjahr gab, war es insbesondere im November und Dezember 2016 deutlich kälter als noch 2015. Da jedoch die Energiepreise in 2016 gesunken sind, kommen Mieter und Vermieter beim Heizen günstiger weg als noch im Vorjahr.

Im Jahresdurchschnitt wurde Heizöl um 16,9 Prozent, Fernwärme um 8,5 Prozent und Gas um 3 Prozent günstiger.  

So sieht die durchschnittliche Heizkostenabrechnung für 2016 aus  

Die Heizkosten für eine ölbeheizte, 70 qm große Wohnung (26,5 Prozent der Wohnungen) sinken voraussichtlich um 106 Euro auf 649 Euro.

Die Heizkosten für eine fernwärmebeheizte Wohnung (13,6 Prozent der Wohnungen) würden bei einer 70 qm großen Wohnung um 58 Euro auf 907 Euro sinken.

Bei einer gasbeheizten 70-qm-Wohnung (49,3 Prozent der Wohnungen) wären es 830 Euro an Heizkosten.  

Bei den Gas- und Fernwärmepreisen können sich allerdings lokale und regionale Preisunterschiede ergeben.

Beim Heizöl kommt es darauf an, ob günstig eingekauft wurde

Der konkrete Ölpreis, der der Heizkostenabrechnung 2016 zugrunde liegt, hängt auch entscheidend davon ab, wann das Öl eingekauft bzw. wann getankt wurde. Wer zwischen Januar und April 2016 Öl getankt hat, hat clever eingekauft, denn zu diesem Zeitpunkt lag der Ölpreis sogar um 25 bis 30 Prozent niedriger als noch im Vorjahr.

Trotz dieser Unwägbarkeiten, ist die Tendenz klar: Fast jeder zweite Haushalt kann noch dieses Jahr mit zum Teil deutlich niedrigeren Heizkosten rechnen!  

Kommentare (1)

15.2.2017, 17:03 Uhr von Anne-Katrin Profil ansehen
Ich denke, dass Privathaushalte haben es verstanden, dass kein Heizkostensparen ohne Wärmedämmung möglich ist. Auch für die, die gegen Platten aus Kunststoff sind, gibt es momentan mehrere Lösungen, wie Platten aus Mineralschaum oder Mineralwolle, so der Ratgeber hier https://www.kemmler.de/sortiment/waermedaemmverbundsystem#continue . Wenn man die Wärmeverluste richtig vorbeugt, ändert sich auch die Rechnung für die Heizkosten.
Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber
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Es schreibt für Sie

Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Ratgebern, E-Books, Loseblattwerken, ...
Heidi Schnurr
Gerade purzelt der Ölpreis. Das haben Sie sicherlich auch schon an der Tankstelle hoch erfreut bemerkt. Deswegen ist jetzt auch eine gute Zeit, die Heizöltanks zu befüllen. Können oder müssen Sie als Vermieter jetzt Heizöl kaufen?  
Mieterwechsel und Heizölabrechnung: Wartet jetzt eine komplizierte Rechnerei auf Sie? Nicht unbedingt. Einen Taschenrechner benötigen Sie aber dennoch - und die Rechnungen der letzten Heizöllieferungen und auf geht´s mit dem Abrechnen. 
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Wieviel Strom verbraucht Ihre Heizung so? Wissen Sie nicht genau? Das ist normalerweise kein Problem, denn Sie müssen den Strom ja letzten Endes doch aus der eigenen Tasche zahlen. Das sieht allerdings anders aus, wenn es um den Betriebsstrom der Heizung in einem Mietshaus bzw. einer Wohnungseigentumsanlage geht: Dann müssen Sie sehr wohl den Stromverbrauch Ihrer Heizung messen und auch an der richtigen Stelle in der Abrechnung einstellen. Das verlangt ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs.  

 meineimmobilie.de-Tipp

Als Vermieter sind Sie verpflichtet, nach dem Wirtschaftlichkeitsgebot zu handeln. Das bedeutet: Sie als Vermieter sind zwar nicht verpflichtet, den Heizölpreis ständig im Auge zu behalten und immer dann Heizöl nachzukaufen, wenn die Preise gerade günstig sind (LG München I, 15 S 22670/02).

 

Allerdings: Wer zufriedene Mieter will, sollte auch kostengünstig einkaufen! Stellen Sie fest, dass der Heizölpreis kurz nach Ihrer Bestellung gesunken ist, können Sie als privater Heizölkunde Ihren Vertrag widerrufen und das Heizöl neu bestellen.

 

Ihr Widerrufsrecht basiert auf § 312d Abs. 2 Nr. 8 BGB, sofern es sich bei Ihrer Heizölbestellung um einen Fernabsatzvertrag handelt. Das setzt voraus, dass Sie das Heizöl z. B. telefonisch oder im Internet bestellt haben.

 

Achtung: Sobald das Öl allerdings geliefert ist, geht das nicht mehr!