Dienstag, 31.07.2012 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © ReinhardT - Fotolia.com

Geschäfte mit der Not: So werden Sie nicht vom Schlüsseldienst abgezockt

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Worum geht´s

Schlüsseldienst, Wasserrohrbruch, defekte Heizung: So schützen Sie sich vor der Notfall-Abzocke.

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Die zugefallene Haustür, die defekte Heizung oder ein verstopftes Abflussrohr: Jetzt schlägt die Stunde des Notdienstes! Der hilft Ihnen zwar aus Notsituationen, verlangt jedoch für seine Behilflichkeit – besonders an Wochenenden, abends und nachts – gesalzene Preise. Jedenfalls die schwarzen Schafe unter den ehrlichen Handwerkern. Die wollen aus Ihrer Notlage möglichst Profit schlagen.

So wählen Sie das richtige Unternehmen aus

Der Schlüsseldienst, der schnell herbei geeilte Installateur wegen des Wasserrohrbruchs oder der Heizungsbauer wegen der ausgefallenen Heizung...

...wichtig trotz Stress-Situation: Beauftragen Sie möglichst ein ortsnahes Unternehmen. Damit halten Sie schon mal die Anfahrtskosten niedrig. Vermeiden Sie, aus dem Branchenbuch Notdienste herauszusuchen, die mit möglichst vielen „A“ firmieren.

Damit wollen diese Firmen nur an die erste Stelle bei der Suche rücken. Dahinter stecken häufig Unternehmen mit langen Anfahrtswegen.

Überlassen Sie es bitte auch nicht der Telefonauskunft, den Notdienst auszuwählen. Die verbinden Sie nämlich im Regelfall mit dem ersten Betrieb auf der Liste und das ist wieder so ein „A-Unternehmen“.

Fragen Sie nach dem Preis, bevor Sie Ihre Adresse rausgeben

Bevor Sie vorschnell Ihre Adresse rausgeben, fragen Sie zunächst nach dem Preis und erkundigen Sie sich in jedem Fall danach, ob und gegebenenfalls von wo Anfahrtskosten berechnet werden.

Vereinbaren Sie möglichst einen Festpreis. Wenn Sie noch Zeit und Nerven haben, sollten Sie auch bei der Konkurrenz nach dem Preis fragen. Achten Sie zudem darauf, dass der Handwerker Mitglied in einem Fachverband ist.

Preisabsprache: Bleiben Sie standhaft!

Wird der Schaden nicht behoben, müssen Sie auch nicht zahlen. Nicht einmal die Fahrtkosten.

Verlangt der Monteur einen anderen als den abgesprochenen Preis, sollten Sie unbedingt standhaft bleiben und den vereinbarten Preis zahlen. Soll der Handwerker-Notdienst Sie doch verklagen, wenn er meint, dafür eine ausreichende Vertragsgrundlage zu haben.

Prüfen Sie die Rechnung sorgfältig

Prüfen Sie sorgfältig Ihre Rechnung. Oft tauchen darin Posten auf, die nicht gerechtfertigt sind (z. B. Spezialwerkzeuge, die nicht zum Einsatz gekommen sind oder deren Einsatz nicht notwendig war). In diesem Fall sollten Sie den Rechnungsbetrag um diesen Posten kürzen.

Sind Sie der Meinung, die Rechnung sei zu hoch, dann sollten Sie nur den Ihnen angemessen erscheinenden Betrag zahlen.

Danach muss das Unternehmen beweisen, dass seine Forderung der Höhe nach gerechtfertigt ist. Gegebenenfalls können Sie später die Rechnung fachkundig prüfen lassen und dann den noch fehlenden Betrag nachzahlen.

Taktisch klug: Lieber nachzahlen statt zurückfordern

Zahlen Sie lieber nach statt hinterher auf Rückzahlung des zu viel bezahlten Betrags zu klagen. Wer gleich zu viel zahlt, muss seinem Geld hinterher laufen.

Lassen Sie sich bei einer überhöhten Forderung auch nicht durch die Drohung, die Polizei zu holen, einschüchtern. Die Polizei ist für solche Fälle ohnehin nicht zuständig.

Cash? Nur wenn´s so vereinbart ist!

Manche Notdienste erwarten, dass der Kunde die Rechnung sofort in bar begleicht. Dazu sind Sie aber nur verpflichtet, wenn das bereits bei der Auftragsvergabe ausdrücklich vereinbart wurde.

Eine pauschale Klausel im Kleingedruckten („Rechnungen sind sofort beim Monteur zu zahlen“) ist unzulässig und unwirksam. Dagegen sind Sie auf der sicheren Seite, wenn Sie die Zahlungsmodalitäten gleich vor der Auftragserteilung klären.

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Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber
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Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Loseblattwerken, Büchern und ...
Heidi Schnurr
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Trotz aller Not: Entscheiden Sie sich nicht für den Erstbesten. Der Abzocke-Trick vieler Notdienste: Sie firmieren unter dem Buchstaben „A“ im Telefonbuch.

Da schauen viele „Verzweifelte“ zuerst und laufen geradewegs in die Abzock-Falle, denn häufig haben diese Unternehmen lange Anfahrtswege und hohe Anfahrtskosten. 

Besser: Speichern Sie sich die Nummer eines örtlich ansässigen Unternehmens in Ihr Handy, dann müssen Sie im Notfall nicht lange suchen!